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Eifeler halfen an der Mosel

Nettersheimer Grabungshelfer wurden jetzt von der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer und dem Regierenden Bürgermeister Carsten Sieling geehrt – Bedeutendste römische Kelter im Moselraum freigelegt und erschlossen

Nettersheim/Erden – Die älteste römische Kelteranlage ist ein einzigartiger Kulturschatz und eine häufig besuchte Attraktion an der Mittelmosel. Gleich zwei Ministerpräsidenten würdigten dort das bürgerschaftliche Engagement des Fördervereins Römerkelter Erden e.V. und die fachkundige Mitwirkung einer Nettersheimer Delegation, die im Archäologischen Landschaftspark Nettersheim unschätzbare Erfahrungen gesammelt und beim Moselprojekt ehrenamtlich angewendet hat.

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Carsten Sieling, der Regierende Bürgermeister von Bremen (3. und 2. v.r.) ehrten die archäologischen Helfer aus der Eifel, von links Michael Kuhn, Felizius Poth, Joachim Starke und ganz rechts Tanja Baumgart. Foto: Gaby Comes/Erden/pp/Agentur ProfiPress

Angereist waren auch der Regierende Bürgermeister der Hansestadt Bremen, Carsten Sieling, und der Kellermeister des Bremer Ratskellers, Karl-Josef Krötz, um ihren Weinberg im „Erdener Treppchen“ aufzusuchen. Gleich oberhalb der römischen Kelteranlage liegt der Weinberg, auf dem der Bremer Senatswein gedeiht.

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer fühlte sich beim Schau-Rebschnitt, der der Festveranstaltung vorausgegangen war, sichtlich wohl und zeigte sich von den Grabungsergebnissen tief beeindruckt. In ihrer Rede dankte sie dem Förderverein mit seinem engagierten Vorsitzenden Stefan Justen und den Grabungsaktivisten herzlich. Dreyer bekundete, dass es gelungen sei, ein überaus bedeutendes Zeugnis der Kulturgeschichte zu sichern und zu bewahren.

Die erste archäologisch freigelegte Kelter am Erdener Treppchen. Foto: Förderverein Römerkelter Erden e.V. /pp/Agentur ProfiPress

Pressbecken und Rauchkammer

1992 wurde in der steilen Weinlage „Erdender Treppchen“ ein römisches Kelterhaus entdeckt und 1993 ausgegraben. Diese Kelteranlage von den Ausmaßen 38 mal 16 Meter aus der Mitte des 3. Jahrhunderts nach Christus war die besterhaltene Anlage ihrer Art im Moselraum.  Es bestand aus Maischebecken, Pressbecken, Wohn-, Lager- und Speicherräumen und einer Rauchkammer. Neben dem Fischgrätenmauerwerk mit Originalhöhen von über drei Metern   erbrachte die Ausgrabung viele auch neue Nachweise römischen Lebens.

Beim Bau eines Parkplatzes im Jahr 1998 wurde unweit der zuerst entdeckten Kelter eine weitere Anlage gefunden. Sie ist etwa hundert Jahre älter als die zuerst entdeckte und liefert gegenwärtig den ältesten Nachweis römischen Weinbaus an der Mosel. Zum Erhalt der Anlage wurde mit dem Bremer Ratskeller die älteste und renommierteste deutsche Weinhandlung als Sponsorin gewonnen.

Tanja Baumgart bei den Grabungen an der zweiten Kelter am Erdener Treppchen. Foto: Gaby Comes/Erden/pp/Agentur ProfiPress

Zur Würdigung der Anstrengungen, versicherte Ministerpräsidentin Malu Dreyer, besuche sie gemeinsam mit ihrem Amtskollegen Carsten Sieling die Festveranstaltung und den magischen Ort, der noch viele Archäologie- und Weinbauinteressierte anlocken werde. „Letztlich geht es darum, Geschichte und Weinkultur zu erhalten. Wir bestaunen hier aber auch ein großartiges Beispiel für bürgerschaftliches Engagement“, betonte die Landeschefin.

Felicius Poth und Joachim Starke am Start

Hochmotiviert wirkten im Sommer 2017 an der Freilegung und Sicherung der historischen Kelteranlage auch die Nettersheimer Felicius Poth und Joachim Starke mit, der auch im Nettersheimer Landschaftpark engagierte Historiker und Verleger Michael Kuhn und die Archäologinnen Tanja Baumgart und Andrea Grotzke, ständig um sie herum die hilfsbereiten guten Geister des Fördervereins Römerkelter Erden e.V.

Mit Kranhilfe wird der Dachstuhl über der zweiten freigelegten römischen Kelter errichtet. Foto: Gaby Comes/Erden/pp/Agentur ProfiPress

Nachdem die Nettersheimer abgezogen waren, errichteten zahlreiche Vereinsmitglieder und Helfer ein fast 300 Quadratmeter großes Schutzdach. Ein Schutzzaun soll noch folgen. www.römerkelter-erden.de

pp/Agentur ProfiPress

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