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„Eifel, verschärftes Rheinland“

„Bergischer Jong“ Willibert Pauels schlug im Kallmuther Bürgerhaus auch nachdenkliche Töne an

Mechernich-Kallmuth – Für ein voll besetztes Bürgerhaus sorgte der „Bergische Jung“ Willibert Pauels bei seinem Auftritt in Kallmuth. Der fernsehbekannte Humorist und Karnevalist war im Rahmen des von Ortsvorsteher Robert Ohlerth und seinen Mitstreitern der Dorfgemeinschaft Kallmuth initiierten Kulturprogramms eingeladen worden. Rund 110 Zuhörer kamen, um den lachenden Diakon von der „schäel Seck“ zu erleben.

„Die Veranstaltung hätten wir zweimal ausverkaufen können“, freute sich Robert Ohlerth, der langjährige Kallmuther „Sheriff“ und frühere Mechernicher Vize-Bürgermeister, im Gespräch mit dem Journalisten Stephan Everling. Und Pauels enttäuschte die Erwartungen nicht. Mit den Worten „Die Eifel ist verschärftes Rheinland“ stieg er ins turbulente und bisweilen auch nachdenkliche Programm ein.

Kulturherbst-Moderator Robert Ohlerth (l.) begrüßt den „Bergische Jong“ im Kallmuther Bürgerhaus. Foto: Veranstalter/pp/Agentur ProfiPress

Als ehemaliger Karnevalskünstler an musikalische Einmärsche gewohnt, verschaffte er sich das artgerechte Entree, indem er die Anwesenden zur Intonierung von „Heidewitzka, Herr Kapitän“ animierte. Das gab gleich die Vorlage für einen der Schwerpunkte des Abends: die Verschiedenartigkeit der Mentalitäten. „Im Sauerland kennen die das Lied überhaupt nicht.“ Und: „Wenn der Rheinländer über Tisch und Bänke geht, ist das normal. In Westfalen wird das stationär behandelt.“ Doch auch vom Westfalen könne der Rheinländer noch etwas lernen: Zum Beispiel viel zu trinken, ohne lustig zu werden.

Im Karneval ist Pauels seit fünf Jahren nicht mehr aktiv. Schuld daran ist eine Depression, die ihn damals übermannte. Seit seinen Kindertagen habe sie ihn verfolgt, erzählte er. „Das ist wie ein schwarzer Hund, der einen anspringt“, beschrieb er die Krankheit. In der Klinik habe er gelernt, dass sie eigentlich nichts anderes sei als eine Stoffwechselerkrankung, die gut zu behandeln sei. Zur medikamentösen Behandlung gehöre aber auch eine gute Gesprächstherapie.

Willibert Pauels (r.) schlug im Kallmuther Bürgerhaus auch nachdenkliche Töne an und sprach von seiner Depression. Foto: Veranstalter/pp/Agentur ProfiPress

Die Veranstaltung mit dem „Bergischen Jung“ fand in der Reihe des „Kallmuther Kulturherbstes“ statt. Damit sollen die Projekte der Bürgerschaft im Dorf unterstützt werden, erläuterte Robert Ohlerth. „Wir wollen etwas für die Kinder im Dorf tun und den Spielplatz weiter auf Vordermann bringen“, sagte er Tageszeitungsreporter Everling. Nicht nur der Eintritt war dafür gedacht, sondern auch der Bewirtungserlös der Zuhörer.

Der nächste Termin im Kallmuther Bürgerhaus ist der Auftritt der „Eifel-Gäng“ mit Manfred Lang, Ralf Kramp und Günter Hochgürtel am Samstag, 11. November. Der Kartenvorverkauf hat bereits begonnen.

pp/Agentur ProfiPress

 

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