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„Dunkel“ und „Kalt“

AG-Teilnehmer der Mechernicher Gesamtschule tauchten tief in die Bergbau-Historie der Stadt ein – Peter-Lorenz Könen brachte 700 Jahre Geschichte den Schülern näher – Wissen über die Vergangenheit soll nicht verloren gehen

Mechernich – Heimelig scheint es unter Tage nicht zu sein. „Dunkel“ und „Kalt“ – so beschreiben Schüler der Gesamtschule ihre Eindrücke von einem Besuch im Bergwerk. Sie haben sich in den vergangenen Monaten tief in die Geschichte des Bergbaus rund um Mechernich eingegraben.

Die Siebt- und Achtklässler sind Teilnehmer einer Arbeitsgemeinschaft (AG) der Gesamtschule Mechernich. In den regelmäßigen Treffen am Nachmittag haben sie von Peter-Lorenz Könen viel erfahren. Denn der erfahrene Heimatforscher weiß einiges und so tauchten sie tief ein in die prägende Historie der Stadt.

„Wir wollten alle wissen, wie es unter Tage mal war, welche Werkzeuge, die mal hatten, was die alles gefunden haben und wie die bei ihrer Arbeit vorgegangen sind“, sagt Fabian Kloster. Die AG-ler dokumentierten die Entwicklung, sahen sich genau an, wo die Schächte im Bergbaugebiet lagen, wie sie aufgebaut waren und warum eigentlich Loren durch die Stollen fuhren. Sie besuchten das Bergbaumuseum und sogar Gesteinsbrocken nahmen sie unter die Lupe. Die wissbegierigen Schüler wissen jetzt auch, warum ein Malachit grünlich funkeln kann.

AG-Schüler der Gesamtschule haben sich in den vergangenen Monaten tief in die Geschichte des Bergbaus rund um Mechernich eingegraben. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

Spannend und beeindruckend fanden die AG-Teilnehmer auch zu erfahren, dass es unterschiedliche Uniformen unter den Bergwerksleuten gab. Sogar die Feder des Hutes habe eine besondere Bedeutung: „Die Feder haben sie manchmal abgenommen. Denn, wenn sie gesprengt haben, wurde damit vorher ein Loch frei gepinselt“, berichtet Benedikt Ernst.

Natürlich seien auch Unfälle passiert, etwa bei Sprengungen oder wenn Wasser in die Gänge eindrang. Könen bereicherte die Informationen mit Original-Relikten aus der damaligen Zeit. 700 Jahre Bergbaugeschichte in einem Schuljahr unterzubringen sei eine Herausforderung, daraus macht der Heimatforscher keinen Hehl.

Die Bergbau-AG ist jedenfalls ein Novum. „Meines Wissens gibt es das in Deutschland noch nicht. Selbst im Ruhrpott kenne ich keine“, so Könen. Sein Fazit steht fest: „Es hat mir viel Spaß gemacht und ich hab mich gleich für das kommende Jahr wieder angeboten.“

Die AG-ler dokumentierten die Entwicklung, sahen sich genau an, wo die Schächte im Bergbaugebiet lagen, wie sie aufgebaut waren und warum eigentlich Loren durch die Stollen fuhren. Sie besuchten das Bergbaumuseum und sogar Gesteinsbrocken nahmen sie unter die Lupe. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

Die Schule hatte zum Schuljahresbeginn die AG zur Bergbau-Historie der Stadt zum ersten Mal ins Leben gerufen. Dagmar Wertenbruch berichtet, dass die Gesamtschule Arbeitsgemeinschaften in dem Ganztagskonzept schon lange anbiete. Lehrer engagierten sich dort als Leiter mit sprachlichen, naturwissenschaftlichen oder sportlichen Themen. „Die Schule ist aber weiterhin sehr daran interessiert, auch externe Anbieter mit ins Boot zu nehmen“, so die Schulleiterin. So arbeite man gerne mit Vereinen zusammen.

Daher passte es ganz gut ins Konzept, dass Könen auf die Schule zu kam. Dankbar ist sie, dass man so ein Stück Heimatgeschichte vermitteln könne. „Weil es eben zu Mechernich gehört. Es ist schön, den Bergbau und dessen Geschichte in den Köpfen der jungen Menschen wachzuhalten, damit das Wissen nicht verloren geht“, so Wertenbruch.

Der Bleierzabbau hat die Stadt über Jahrzehnte besonders stark geprägt, weiß Könen: „Ab 1852 ist Mechernich in den Bereich des Bergbaus gekommen, vorher war es eher Roggendorf und Strempt.“ Die Bevölkerungszahl Mechernichs sei seinerzeit von 600 Menschen innerhalb von zehn Jahren auf 2000 gestiegen. Auch heute noch zeugt die Bergstraße von dieser Zeit. In der Blütezeit am Bleiberg waren dort bis zu 4500 Menschen (1882) gleichzeitig mit dem Abbau der Erze, deren Aufbereitung und Verhüttung beschäftigt.

Für die Mitschüler wurde eine Ausstellung vorbereitet, die in einem Gang der Schule zu bestaunen ist. Geplant ist auch, dass die AG-Teilnehmer ihr Wissen an die Mitschüler in kleinen Vorträgen weitergeben. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

Langweilig wurde es nie in der AG. „Wir haben kein Buch dazu genommen, sondern alles streckenweise zusammen in Gesprächen erarbeitet“, verrät Könen. Viel wurde miteinander diskutiert und die Nasen in Originalunterlagen gesteckt, um immer wieder mehr herauszufinden.

Schließlich haben die Schüler sogar eine Ausstellung vorbereitet, die in einem Gang der Schule zu bestaunen ist. In einer Vitrine sind die Ausstellungsstücke hübsch und sorgfältig angeordnet. Dort liegen verschiedene Erze, Fotos von „Virginia“, Werkzeuge wie Gesteinskeilhauer und einen „Frosch“. „Das ist eine Öllampe, die unter Tage benutzt wurde. Die war zwar ziemlich klein, aber für einen Bergmann hat sie gereicht“, hat Fabian Kloster das Wissen sofort parat. Geplant ist, dass die AG-Teilnehmer ihr Wissen an die Mitschüler in kleinen Vorträgen weitergeben. Das machen sie sicher gerne.

pp/Agentur ProfiPress

 

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