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Digitalkonzept überzeugte Ministerin

Yvonne Gebauer, zuständig für die Schulen in Nordrhein-Westfalen, war zu Besuch im Hermann-Josef-Kolleg, eine der digitalen Leuchtturmschulen in Deutschland

Kall-Steinfeld – Man konnte sich als Beobachter des Eindrucks nicht erwehren, dass die kontemplative Ruhe und Kraft des Klosters Steinfeld bei NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben. Vielleicht lag es daran, dass sie im Steinfelder Gymnasium mit den schönen Dingen ihres Berufsalltages konfrontiert wurde. Sie kam in eine funktionierende Schule, eine der im wahrsten Sinne des Wortes ausgezeichneten digitalen Vorzeige- und Leuchtturmschulen auf Bundesebene, und dessen war sie sich auch bewusst.

NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (2.v.l.) hatte im Sportunterricht des Hermann-Josef-Kollegs ebenso gute Laune wie Schulleiter Thomas Frauenkron (v.r.), Bürgermeister Hermann-Josef Esser und Digital-Koordinatorin Annika Olsen. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

„Ich bin froh, dass es solche Schulen mit überdurchschnittlicher Ausstattung gibt“, gibt sie zu und ergänzt, dass man sich in einem solchen Gebäude inmitten eines Klosters wohlfühlen muss – sei es als Lehrer oder als Schüler. Denn die Politikerin aus Köln weiß: „Es gibt auch Schulen, für deren Ausstattung man sich als Ministerin schämen muss.“

In Steinfeld ist das Gegenteil der Fall. Ab dem 7. Schuljahr erhält jeder Schüler ein iPad. „Wir sind nicht nur stolz auf die erhaltenen Auszeichnungen, sondern auch auf die Arbeit, die dahintersteckt“, meint Schulleiter Thomas Frauenkron. Martin Reinicke, Kuratoriumsvorsitzender der Stiftung Kloster Steinfeld, wusste, dass die Umsetzung bislang 600.000 Euro verschlungen hat. „Und ohne die Hilfe der Eltern, die hier mit Kabel gezogen und Löcher gebohrt haben, kämen wir auf 1,3 Millionen Euro.“ Das Wichtigste bei der Sache ist aber: Niemand bleibt auf der Strecke, alle machen mit. Dennoch bezeichnet Frauenkron das Hermann-Josef-Kolleg weiterhin als „traditionelle, konservative Schule“ – allerdings eine, die moderne Medien nutzt.

Im Deutschunterricht nahmen Schulleiter Thomas Frauenkron (v.r.) und Schulministerin Yvonne Gebauer in der letzten Reihe Platz und schauten sich Schülerverfilmungen von Goethes „Erlkönig“ an. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Wie das aussieht, wird Gebauer auf zum Teil auch für die Ministerin überraschende Art und Weise demonstriert. „Wer reitet so spät durch Nacht und Wind“ ertönt es im Deutsch-Unterricht aus den Lautsprechern, während ein Beamer selbstgedrehte Filme der Schüler zu Goethes „Erlkönig“ an die Wand wirft. Es geht nicht nur um das Gedicht, sondern auch um Ideen, wie man es darstellen könnte.

Videoanalyse beim Sportunterricht

Besonders erkenntnisreich war ein Einblick in eine Sportstunde. „Ich hatte mich im Vorfeld gefragt, warum man mir ausgerechnet Sportunterricht zeigt“, gibt sie zu. Die iPads werden selbstverständlich auch in der Turnhalle eingesetzt. Hochsprung stand auf dem Programm und Lehrer Jörg Zwitters, mit seiner Kollegin Annika Olsen zuständig für die Geräteadministration am Hermann-Josef-Kolleg, verwendet die Tablets zur Demonstration und Analyse. Jeder Sprung wird von Mitschülern aufgezeichnet. Dadurch kann jeder Fehler entdeckt und daran gearbeitet werden – und zwar besser, als es ohne die elektronischen Hilfsmittel möglich wäre. Gebauer war wirklich überrascht – und überzeugt.

Schulministerin Yvonne Gebauer zeigte sich begeistert davon, wie Tablets auch im Sportunterricht sinnvoll eingesetzt werden können, um die Schüler zu verbessern. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Die administrative Arbeit durch Jörg Zwitters und Annika Olsen sowie die konzeptionelle Arbeit durch Mittelstufenkoordinator Ralf Kremp erfolgt ehrenamtlich. Yvonne Gebauer gibt zu, dass das eigentlich nicht der Fall sein dürfte: „Lehrkräfte dürften und sollen nicht für den Support zuständig sein, das ist nicht deren Sinn und Zweck.“ Eine Gesetzesänderung soll in Zukunft sicherstellen, dass es nicht nur wie bisher für die Tablets Finanzmittel gibt, sondern auch für Personal.

Auch das Thema Fortbildung ist schwierig für eine Leuchtturmschule wie das Hermann-Josef-Kolleg. Denn es dient zwar selbst als Multiplikator, Inspiration von außen gibt es aber nur wenig. Auch hier verweist Gebauer auf die Politik. „Das Konzept in NRW muss vom Kopf auf die Füße gestellt werden.“ Neue Medienkonzepte an Schulen würden bis Ende 2020 erwartet.

Auch Pater Lambertus Schildt (M.), Vertreter für den Schulträger, den Orden der Salvatorianer, nahm an der abschließenden Gesprächsrunde mit Schulministerin Yvonne Gebauer (r.) teil. Mit im Bild: Willi Frauenrath, stellvertretender Schulleiter des Hermann-Josef-Kollegs. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Auch Kalls Bürgermeister Hermann-Josef Esser wandte sich an die Ministerin und machte deutlich, dass mit einer fortschreitenden Digitalisierung in Schulen auch Art und Umfang des Supports anspruchsvoller werden. Er sieht hier finanziellen und personellen Unterstützungsbedarf für die Schulen, insbesondere im Primarbereich. Ausschließen wollte Yvonne Gebauer nichts, aber sie machte auch keine Zusagen. Ihr war aber bewusst geworden, wie selbstverständlich der Umgang mit den Tablets innerhalb kürzester Zeit geworden ist und dass der Lernerfolg am Ende ausschlaggebend ist. Der Sportunterricht am Hermann-Josef-Kolleg war ihr da wohl perfektes Beispiel genug.

pp/Agentur ProfiPress

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