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Die Welt ist (nicht) immer schön

Herman van Veen begeisterte mit Edith Leerkes 300 Lit.Eifel-Besucher in der Schleidener Clara-Fey-Schule – Er zelebrierte die poetischen Pfade und öffnete Türen zum lieben und leider doch vorübergehenden Leben

Schleiden/Kreis Euskirchen – Da ist die Tante, die Sonnenblumen auf ihren Büstenhalter stickt. Die andere ähnelt Gina Lollobrigida mit allem Drum und Dran. Anna, das Baby, das sich mit den ersten Schritten, schon irgendwie entfernt. Und Oma, die 82-jährig verstarb und auf dem Weg zwischen Einäscherung und Urnengrab noch glüht. Aber auch der Vater fehlt nicht, der nach dem vollbrachten liebestollen Liebesakt zum Höhepunkt lautstark jubelt, und Mama, die überall weiche, bügelnde und kaffee-trinkende Frau.

Nein, der bekannte Herman van Veen lädt an diesem Lit.Eifel-Abend mit der Lesung aus seinem Werk „Solange es leicht ist“ in der Schleidener Clara-Fey-Schule beileibe und gottseidank die 300 Besucher nicht zu einer Sitcom mit seiner Familie ein, sondern zeichnet mit Hilfe der Verwandten und Szenen liebevoll pointiert wie auch kritisch beäugt das Leben und Lieben, scheidende und letzte Wege, das Geborensein und Altwerden nach.

Der Niederländer Herman van Veen zog mit seinem Charme und seinem Können das Lit.Eifel-Publikum in seinen Bann. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

Gitarrenspiel trägt gewaltig

Der Meister liest und singt nicht nur, er zelebriert die poetischen Pfade. Die Musik, das Gitarrenspiel von Edith Leerkes, das sich irgendwie nebenbei und doch so fulminant einfügt, trägt gewaltig, mal kraftvoll und burschikos, dann wieder sensibel und leise. Er pfeift und er begeistert. Zwischendurch branden Begeisterungsstürme der Besucher auf.

Wahrheiten jubelt er mitunter unter („Die Welt ist nicht immer schön“). Von kalt zu heiß, von lustig bis traurig reichen die durchlebten Facetten der Gefühle. Nachspüren ist eigentlich angesagt, während einen die Welle schon weiterträgt – zum nächsten Plot der Handlung, in die van Veen so magisch simpel hineinzieht. Dieser Sogwirkung vermag man sich wahrlich nicht entziehen.

300 Besucher erfreuten sich an dem Lit.Eifel-Abend „Solange es leicht ist“ mit Herman van Veen in der Schleidener Clara-Fey-Schule. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

Er spielt mit den Sinnen, kommuniziert mit kleinen und großen Gesten, lässt auch sein spitzbübisches Lächeln wirken. „Bum, bubum, bum, bubum“, ist plötzlich sein Herzschlag über die Lautsprecher zu vernehmen, während er das Mikrofon an seine Brust hält und sich fragt, ob der Motor tatsächlich noch im Takt schlägt und es weitergeht. Das Leben geht, manchmal hüpft oder schleicht es, manchmal geht es aber auch vorüber, merkt er an.

Halbtote Sopranistin – gockeliger Tenor

Bei dem Niederländer wirkt es eben stilecht, wenn er Smilies in die Luft malt und wie eine Ballerina leichtfüßig über die Bühne tänzelt. Kein anderer schmilzt die Oper und deren Handlungsstränge mit halbtoter Sopranistin und gockeligem Tenor so herrlich komisch auf knapp dreißig Sekunden zusammen. Die aufgeworfenen Glaubensbekenntnisse des Menschenfreunds sind herrlich und göttlich: „Ich glaube nicht an den Himmel, aber ich will lieber lieb genug sein, um reinzudürfen.“

Die Besucher standen Schlange, um Bücher und CDs von Herman van Veen signieren zu lassen. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

Wenn man ehrlich ist, muss man sogar zugeben: Schon mit den ersten Minuten haben van Veen und Leerkes das Publikum bereits gewonnen, mit einem Lied, das man auf ewig mit Doris Day verbinden wird. „Que sera sera“, singt der Saal zunächst leise und auf des Künstlers Wink beschwingt und gerne lauter mit. Am Ende gibt es Standing Ovations für die gelungene Vorstellung am Lit.Eifel-Abend.

Lehrer und Schriftsteller Christoph Leisten hatte eingangs die „Freunde der Kultur“ zu diesem, wie er da schon ahnte, „herausragenden Kulturereignis“ begrüßt. Mahnend den Zeigefinger heben, das wolle Herman van Veen keineswegs, betonte Leisten.

Das Gitarrenspiel von Edith Leerkes, das sich irgendwie nebenbei und doch so fulminant einfügt, trägt gewaltig, mal kraftvoll und burschikos, dann wieder sensibel und leise. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

Neue Perspektiven

Van Veen, der mehrfach preisgekrönte Sänger, Autor und Liedertexter habe jüngst in einem Interview bekannt: „Das Beste ist doch, wenn in einer Bar, einem Cafe oder in einer Runde zu Hause jemand anfängt, etwas zu erzählen. Dann ist an einem selbst zu wählen, was man mit dieser Geschichte macht. Man ist doch immer auf der Suche nach Türen, die ein wenig aufgehen und durch die man eine neue Perspektive bekommt.“

pp/Agentur ProfiPress

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