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„Die Schüler hier fragen hart nach“

Der Landtagsabgeordnete Dr. Ralf Nolten war an den „Tagen der freien Schulen“ zu Gast im Hermann-Josef-Kolleg in Steinfeld und diskutierte eine Doppelstunde lang mit Schülern

Kall-Steinfeld – Zimperlich sind die Schüler des Hermann-Josef-Kollegs nicht mit dem Gast umgegangen. Aber Dr. Ralf Nolten, Landtagsabgeordneter für die Gemeinde Kall, nahm das sportlich. „Ich bin Dozent an der Uni Bonn und da bin ich von Master-Studenten einiges gewohnt“, sagt er. Nolten begrüßte es sogar, dass die Schüler aus drei Sozialwissenschaftskursen der Jahrgangsstufe Q2 die Fragen stellten, die sie interessierten. „Die Schüler hier fragen schon hart nach“, fand er.

Im PZ stellte sich der Landtagsabgeordnete Dr. Ralf Nolten den Fragen dreier Sozialwissenschaftskurse der Q2 des Hermann-Josef-Kollegs Steinfeld. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Ihre Lehrer Felizitas Fuchs und Christopher Wilms hatten die Schüler in nur einer Doppelstunde bestens vorbereitet. Die Fragen hatten Noah Niebes, Thybeaux Wallraven, die beide auch als Moderatoren fungierten, und Fabian Althoff erarbeitet. Die Schwerpunktthemen kamen aus den Bereichen der Ausschüsse, in denen Nolten im Landtag tätig ist, und befassten sich mit Themen zum ländlichen Raum, dem Umgang mit der AfD oder dem Klimaschutz. Doch auch die Schüler aus dem Rund, die sich im Pädagogischen Zentrum (PZ) versammelt hatten und konzentriert zuhörten, wollten einiges wissen: Wie steht Nolten zur Homo-Ehe? Was hält er von „Fridays for Future“? Und wie findet er die Politiker-Aussagen über 5G?

Die Schüler Noah Niebes (v.l.) und Thybeaux Wallraven moderierten die Doppelstunde mit Dr. Ralf Nolten. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Ralf Nolten war an den „Tagen der freien Schulen“ ans Hermann-Josef-Kolleg gekommen. Während dieser Tage laden Privatschulen Politiker ein, eine Schulstunde zu gestalten und so politisches Interesse bei den Schülern zu wecken. Nolten machte für die drei Sozialwissenschaften-Kurse sogar eine Doppelstunde. „Ich gehe gerne in Schulen und führe sie auch gerne durch den Landtag“, erzählt der Politiker.

Dr. Ralf Nolten (M.) und Schulleiter Thomas Frauenkron (r.) mit Lehrer Christopher Wilms (v.l.), den Schülern Fabian Althoff, Thybeaux Wallraven und Noah Niebes sowie Lehrerin Felizitas Fuchs, die die Doppelstunde und die Fragen vorbereitet hatten. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Der Landtagsabgeordnete gab offen und ehrlich seine Meinung kund. Er selbst sei dieses Jahr bei einem Schützenverein zu Gast gewesen, dessen Schützenkönig schwul sei. Na und? Bei „Fridays for Future“ würde er sich wünschen, dass die Schulen die Demonstrationen für Schulprojekte nutzen. Ein schnelles Internet müsse heutzutage so selbstverständlich sein wie Strom und Wasser. Und er schießt auch schon mal gegen eigene Parteifreunde. So bezeichnet er den Spruch von Bundesforschungsministerin Anja Karliczek, „5G ist nicht an jeder Milchkanne notwendig“, als „Kappesaussage“. Der Dr. der Agrarökonomie und Diplom-Agraringenieur Ralf Nolten findet sogar: „Wir brauchen 5G in der Fläche.“

Dr. Ralf Nolten (v.l.) sprach nach der Doppelstunde noch ausgiebig mit dem stellvertretenden Schulleiter Willi Frauenrath und Schulleiter Thomas Frauenkron. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Dass Nolten nicht auf Stimmenfang aus ist, zeigt seine Antwort auf eine Schülerfrage zum Renteneintrittsalter: „Renteneinstieg mit 69 finde ich gut.“ Die Begründung: Das Durchschnittsalter steigt, auch nach 69 könnten sich Menschen noch viele Jahre ein schönes Leben gönnen. Die Konsequenz eines früheren Ausscheidens aus dem Berufsleben seien ansonsten höhere Rentenbeiträge.

Im Anschluss nahm sich Dr. Ralf Nolten auch noch die Zeit, mit Schulleiter Thomas Frauenkron und dessen Stellvertreter Willi Frauenrath im Direktorenzimmer über das ein oder andere Thema, das das Hermann-Josef-Kolleg als Ersatzschule betrifft, zu sprechen. Auch hier zeigte sich der Politiker offen und hilfsbereit. „Wir müssen auch freie Schulen unterstützen, denn die Vielfalt in unserer Schullandschaft ist wichtig“, so der aus Kreuzau stammende Landtagsabgeordnete.

pp/Agentur ProfiPress

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