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Die schönsten Dörfer gekürt

Kreis-Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ – Die Kriterien haben sich gravierend geändert – Soziale Aspekte sind heute wichtiger als schmucke Blumenbeete – Billig, Bürvenich, Floisdorf und Frohngau im Landeswettbewerb – 20.000 Euro Preisgeld

Kreis Euskirchen/Mechernich/Kall – Zu einer „schönen Bescherung” hatte Günter Rosenke, Landrat des Kreises Euskirchen, am ersten November-Samstag in die Kaller Bürgerhalle eingeladen – und viele kamen. Mit der Bescherung meinte der Landrat die Siegerehrung des Kreis-Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“, an der 60 Ortschaften aus dem Kreis Euskirchen teilgenommen hatten. Die Ehrung der Siegerdörfer fand im Rahmen der Herbsttagung des Kreisverbandes der Gartenbau- und Verschönerungsvereine statt. Die musikalische Gestaltung hatte das Gemeinschaftsorchester der Musikvereine aus Ripsdorf und Schmidtheim übernommen.

Landrat Rosenke, auch Mitglied im Vorstand des Landesverbandes Gartenbau NRW, wies darauf hin, dass es in den Dörfern im Kreisverband ein großes und ein breit getragenes ehrenamtliches Engagement gebe. Dieses Engagement in den Gartenbau- und Verschönerungsvereinen sei „Gold wert“.  Die Vereine seien im Kreis Euskirchen immer noch die Motoren für den Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“.  Längst habe ihr Beispiel im Kreis Euskirchen Schule gemacht, denn auch in Dörfern ohne die klassischen Verschönerungsvereine seien die Bemühungen und Erfolge um die Zukunftsfähigkeit sichtbar. Rosenke: „Auch deshalb schätze ich Ihre Arbeit im besonderen Maße.“

Stolz präsentieren die Vertreter der vier Siegerdörfer Billig, Bürvenich, Frohngau und Floisdorf ihre Urkunden, die quasi die Lizenz zur Teilnahme am Landeswettbewerb sind. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Der Landrat richtete seinen Appell auch an die Politik und die Verwaltungen als Vertreter oder Dienstleister für die Bürgerschaft. „Für sie ist es verpflichtend, das ehrenamtliche Engagement unserer Vereine mit Wort und Tat zu unterstützen“, so Rosenke.

Der Buchautor und Journalist Manfred Lang, der als Moderator bei der Herbsttagung agierte, erinnerte an die Anfänge des Wettbewerbs, der einst den Titel „Unser Dorf soll schöner werden“ trug. Damals sei der Wettbewerb ein „Blümchen-Wettbewerb“ gewesen, bei dem eher Wert auf die schöne Gestaltung von Gärten und Blumenschmuck gelegt wurde. Heute, wo der Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ heiße, gehe es mehr um soziale Aspekte, die von den Bewertungskommissionen in den Blick genommen würden. Seit 2007 werde der Wettbewerb nach anderen Kriterien durchgeführt. Der Lebensraum Dorf, das Gemeinschaftsleben im Dorf, die Reaktionen auf demografische Veränderungen, die Nachbarschaftshilfe, kulturelle und ökologische Aspekte seien heute bei der Bewertung wichtige Kriterien. Lang: „Tolle Blumenkästen und schöne Rabatte allein können nicht verhindern, dass Dörfer zu Schlafstätten werden.“ Man müsse den Lebensraum Dorf bewusst gestalten.

Bei der Herbsttagung des Kreisverbandes der Gartenbau- und Verschönerungsvereine war die Bürgerhalle in Kall voll besetzt. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Landrat Günter Rosenke blickte zurück: Als der Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ vor 56 Jahren ins Leben gerufen wurde, habe es den Kreis Euskirchen in der heutigen Gestalt noch nicht gegeben. Auch nach mehr als fünf Jahrzehnten erfreue sich der Wettbewerb noch immer großer Beliebtheit. In diesem Jahr hätten mit 60 Dörfern im Kreis Euskirchen zwar weniger teilgenommen als beim letzten Mal im Jahr 2014. Im Vergleich zum Landesdurchschnitt sei das aber immer noch eine stolze Zahl. Erfreulich sei die Tatsache, dass dieses Mal neben den „alten Hasen“ auch einige „Frischlinge“ dabei waren, die erstmals am Wettbewerb teilgenommen hätten.

Die Jury habe viele neue Ideen und Impulse in den Dörfern feststellen können. Das beweise, dass es in den Dörfern und Vereinen ein reges Engagement, und im Kreis Euskirchen eine stetige Weiterentwicklung gebe. „Sie wissen ja: Wer stehen bleibt, steht im Weg“, zitierte Rosenke seinen bekannten Spruch.

Moderator Manfred Lang (links) in einer Talkrunde mit Dr. Waldemar Gruber (2.v.l.) und den Kommissionsmitgliedern Franz Unterstetter, Doris Felser, Hans Josef Nolden, Johannes Mertens, Heinrich Büsch, Dieter Evertz und Rudi Dick. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Bürgerschaftliches Engagement sei heute das zentrale Element des Wettbewerbs. Viele positive Beispiele habe die Kommission, die an zehn Tagen von morgens bis abends im Kreis Euskirchen „op jück“ gewesen sei, feststellen können. Erstmals sei in diesem Jahr auch ein Vertreter der Bürgerstiftung der Kreissparkasse Euskirchen „als sinnvolle Verstärkung“ mit von der Partie gewesen.

Für die Bürger- und für die Kultur- und Sportstiftung der Kreissparkasse Euskirchen nahm Vize-Landrat Markus Ramers an der anschließenden Siegerehrung teil, bei der die Stiftungen Preisgelder in Höhe von 20.000 Euro an die Dörfer vergaben, die am Kreis-Wettbewerb teilgenommen hatten.

Von den 60 Wettbewerbs-Dörfern hatte die Bewertungskommission 13 für die Endrunde um die Teilnahme am Landeswettbewerb nominiert. Vier von ihnen werden nun nächstes Jahr auf Landesebene mitmischen. Das sind Euskirchen-Billig und Zülpich-Bürvenich, die punktgleich den ersten Platz belegten und ein Preisgeld von jeweils 900 Euro bekamen. Punktgleich waren auch die beiden dritten Plätze, die mit jeweils 800 Euro belohnt wurden: Nettersheim-Frohngau und Mechernich-Floisdorf.

Die Vertreter der Dörfer, die Sonderpreise bekamen, und die Dörfer, die die Plätze fünf bis 13 belegten. Ganz im Vordergrund die Kinder Finn und Paula aus Freilingen, die besonders geehrt wurden. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Mit je 500 Euro Preisgeld wurden die anderen neun Orte bedacht. Platz fünf bis 13 belegten (in alphabetischer Reihenfolge der Kommunen) Houverath (Bad Münstereifel), Ripsdorf (Blankenheim), Scheven und Sistig (Kall), Nettersheim und Zingsheim (Nettersheim), Dreiborn (Schleiden) sowie Enzen und Schwerfen (Zülpich).

Sonderpreise bekamen Sieberath, Wittscheid, Nemmenich, Eiserfey, Harperscheid und Eicks. In diesen Dörfern waren der Kommission besonders lobenswerte Eigenschaften oder Details aufgefallen. Einen Gutschein als Sonderpreis über ja 25 Euro übereichte der Landrat den  Kindern Finn (6) und Paula (9) aus Freilingen. Sie hatten beim Besuch der Jury den Rundgang durch das Dorf moderiert und damit Pluspunkte gesammelt.

Den vier Top-Dörfern Billig, Bürvenich, Frohngau und Floisdorf werde der Landrat die Daumen drücken, dass sie sich vielleicht für den Bundeswettbewerb qualifizieren könnten.

Der Kaller Bürgermeister Hermann Josef Esser (rechts) war angetan vom guten Abschneiden der Gemeindeorte Sistig und Scheven. Links neben ihm Franz Unterstetter, der Vorsitzende der Bewertungskommission. Links im Bild Landrat Günter Rosenke.  Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Seinen besonderen Dank richtete Rosenke an die Mitglieder der Bewertungs-Kommission. Franz Unterstetter, ehemaliger Geschäftsbereichsleiter beim Kreis Euskirchen, ist seit 2008 Vorsitzender dieser Kommission, der in diesem Jahr die Jurymitglieder Rudi Dick, Doris Felser, Dieter Evertz, Heinrich Büsch, Hans-Josef Nolden und dessen Vertreter Johannes Mertens angehörten. Franz Unterstetter gab den Dank in Form eines Blumenstraußes weiter an Heike Schmitz von der Kreisverwaltung, die die Bereisungspläne, den Einsatz der Busse und viele andere Vorbereitungen gemanagt habe.

Nach der Siegerehrung plauderte Moderator Manfred Lang mit Dr. Waldemar Gruber von der Landwirtschaftskammer NRW sowie mit den  Jurymitgliedern in einer kurzen Talkrunde über die wichtigsten Aspekte des Wettbewerbes, über Highlights oder mögliche Verbesserungen in den Dörfern. Dabei sprach Franz Unterstetter von viel sozialem Engagement und einem großen Erfindungsreichtum in den Dörfern. Man habe viele schöne Überraschungen erlebt. Dr. Waldemar Gruber rief die Verschönerungsvereine dazu auf, den Nachwuchs zu aktivieren. „Sie müssen die Jugend mitnehmen“, sagte Gruber.

Im Verlauf der Veranstaltung referierte der Geschäftsführer des Landesverbandes Gartenbau NRW, Hubert Mersch, über „Gestaltungsideen für Gärten“. Gartenkultur sei eine anspruchsvolle Sache. Mersch kritisierte die Verdrängung von Grün um die Häuser: „Eine Ladung Kies macht keinen Garten.“ Kies und Steine seien kein Mittel gegen den Unkraut-Wuchs. „In fünf Jahren werdet ihr von morgens bis abends über die Kiesflächen kriechen, um das Unkraut wegzumachen“, so Mersch. Das komme nämlich nicht von unten sondern von oben.

pp/Agentur ProfiPress

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