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„Der Wald ist Zukunft“

Waldjugendspiele 2019 fanden im Euskirchener Südkreis im Forst bei Benenberg statt – Kreisweit fast 1300 Teilnehmer

Kall-Benenberg – Der Wald spielt in vielen Bereichen des Kreises Euskirchen eine wichtige Rolle. Sei es als touristisches Ziel für die Naherholung oder aus wirtschaftlichen Gründen, weil das Holz verkauft wird. Doch dem Wald geht es nicht gut. Borkenkäferbefall macht vor allen Dingen der Fichte zu schaffen.

Wie wichtig der Wald ist, was einen Wald ausmacht und wie toll ein Wald ist, lernen Schulkinder im Kreis Euskirchen Jahr für Jahr bei den Waldjugendspielen. Im Schnitt nehmen dort seit vielen Jahren jährlich 1500 Viertklässler von Grundschulen und Förderschüler teil. Auch für dieses Jahr haben sich 26 Schulen aus dem Kreis Euskirchen mit 59 Klassen und insgesamt 1276 Kindern gemeldet, die an den Standorten Hardtburg (Stotzheim), Freilichtmuseum Kommern und Benenberg einen Tag im Forst verbringen.

„Die rückläufige Zahl ist aber nicht schwindendem Interesse geschuldet, sondern die Klassen werden oft kleiner“, weiß German Lippert vom Regionalforstamt Hocheifel-Zülpicher Börde und zuständig für die Waldjugendspiele im Südkreis.

„Die Kinder sprechen sehr gut auf die Waldthematik an“, ist sich Thomas Maur, stellvertretender Leiter des Regionalforstamts, sicher. Bei den Waldjugendspielen merkten sie: „Der Wald ist mehr, der Wald ist Zukunft!“ Man müsse ihn allerdings klimastabil machen, so Maur weiter.

Rund 250 Grund- und Förderschüler machten am Standort Benenberg bei den Waldjugendspielen mit. Hier erklärt unter anderem der stellvertretende Regionalforstamtsleiter Thomas Maur Grundschülern aus Schleiden Besonderheiten des Waldes. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Landesweit würden 35.000 Kinder bei den Waldjugendspielen mitmachen, zählt Clemens Pick, Vorsitzender des Kreisverband der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald und ehemaliger Landtagsabgeordneter auf. Viele Schüler würden in Begleitung bei den Waldjugendspielen mitmachen und so ihre Eltern „mitschleppen“, wie Pick es scherzend ausdrückt. Besonders freut es ihn, dass die Schulleitungen hinter dem Konzept der Waldjugendspiele stünden.

Doch wie sehen die überhaupt aus? In Benenberg waren im Wald zehn Stationen aufgebaut, vier davon wurden betreut. Unter anderem gab es Laufstationen für die Kinder oder die Schüler mussten herausfinden, welche im Wald herumliegenden Sachen (etwa Autoreifen oder Farbdosen) dort nicht hingehören. Auch Umfang und Durchmesser von Baumstämmen sollten sie bestimmen. An einer Station sollten die Pänz dann überlegen, was im Alltag alles aus Holz gemacht ist. So soll gezeigt werden, wofür Holz verwendet wird. Um die Kinder nach 2,5 bis drei Stunden Fußmarsch durch den Wald (und das in diesem Jahr bei Regen) am Ende noch etwas zu beschäftigen, gab es ein Zielwerfen mit Kiefernzapfen.

In Benenberg hatten sich zwölf Klassen von fünf Schulen angemeldet. Rund 250 Jungen und Mädchen nahmen daran teil, unter ihnen auch Schüler der Grundschulen Kall und Sistig. Wie German Lippert verriet, ist geplant, dass Benenberg, wie die Hardtburg und das Freilichtmuseum, fester Austragungsort der Waldjugendspiele wird. „Für die Kommunen im Südkreis liegt der Forst relativ zentral“, so Lippert.

„Das würde mich natürlich ungemein freuen“, sagt Kalls Bürgermeister Hermann-Josef Esser, der die Waldjugendspiele zudem als einen wichtigen praxisorientierten Lernbaustein sieht. „Die Kinder lernen hier auf spielerische Weise, wie wertvoll und vielseitig der Wald ist – und zugleich auch sensibel und schützenswert. Der Eifer der Kinder wird sicherlich auch auf den ein oder anderen Erwachsenen übergehen, denn auch wir haben bei dem Thema noch nicht ausgelernt.“  

Ausrichter der Waldjugendspiele sind das Regionalforstamt Hocheifel-Zülpicher Börde und der Kreisverband der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald. Letzterer finanziert das pädagogische Angebot zusammen mit der Hit-Umwelt- und Naturschutz-Stiftungs-GmbH.

pp/Agentur ProfiPress