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Der Kirchenhüter…

Hermann-Josef Olligschläger machte Beamtenkarriere zwischen Amt Kall und Bundesregierung, was für ihn aber zählt ist das: „Ne Dotteler Jong jebleve!“

Von Manfred Lang

Kall-Dottel – Er kennt sich mit Geld aus und war Experte in Haushaltsfragen. Amt Kall, Kreisverwaltung, erst Schleiden, dann Euskirchen, Wechsel nach Bonn, Bundesinnenministerium und schließlich Umweltministerium waren Stationen einer ansehnlichen Eifeler Beamtenkarriere, die Hermann-Josef Olligschläger Zeit seines Berufslebens „hingelegt“ hat.

St. Antonius Dottel ist nicht nur sein favorisierter „Kraftort“ auf dem Höhenzug zwischen Keldenich und Scheven: Hermann-Josef Olligschläger führt dort – manchmal omnibusweise – Interessenten und feiert mit der Gemeinde Wortgottesdienste. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Aber, wenn man ihn fragt, was wirklich zählt, dann sagt er: „Ich benn ne Dottele Jong jebleve.“ Und ein ausgesprochener Menschenfreund. Seine bessere Hälfte Renate stammt aus Udenbreth, beide haben ein besonders Faible für die Kirche. Das gilt für Glaubensfragen, Hoffnung und Zuversicht im Sinne der Kirche. Aber auch für das aus dem zwölften Jahrhundert stammende romanische Gotteshaus.

Dort hält, wenn Corona es zulässt, Hermann-Josef Olligschläger Führungen für interessierte Touristen und Besucher, aber auch Totenwachen und Wortgottesdienste. Renate und Hermann-Josef Olligschlägers Sohn Frank Heinrich lebt in Bonn, spielt aber in Dottel die Orgel, wenn er zu Hause ist.

Kummerkasten am Bürgerhaus: Die frühere Schule ist heute das dörfliche Zentrum von Dottel. Auch in Corona-Zeiten, wie der Mundschutz andeuten soll… Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Familie Olligschläger war seit jeher rund um den Kirchturm der Pfarrkirche St. Antonius heimisch. Längst vor Vater Heinrich Adam, dem früheren Ortsvorsteher vor der Kommunalen Neugliederung vor 50 Jahren, war Johann Adam Olligschläger bereits Anfang des 18. Jahrhunderts Pfarrer von Dottel. Olligschlägers waren alteingesessen in der neben Olef ältesten Pfarrei der Nordeifel.

Lichtmorsen zwischen Gallien und Rom

Der Kirchturm war wie die Türme von Weyer, Keldenich und der Mahlberger Michaelskapelle vermutlich römischer Wachtturm und diente der schnellen Nachrichtenübermittlung per Lichtzeichen zwischen der gallischen Provinz und Rom.

Heinrich Klein, ein Vorzeitforscher aus Quadrath-Ichendorf, habe unlängst gemessen und bestätigt, dass die Dotteler Kirche an einem ganz besonderen „Kraftort“ errichtet wurde. Auch das nahe Königsfeld stelle laut Heinrich Klein ein „Kraftfeld“ dar, das Dottel seit grauer Vorzeit eine besondere Bedeutung für die Menschen im Umland gab.

Nicht vergessen: Wasser ist die „Mutter von dem Bier“, so der Sinnspruch am „Pütz“ nördlich von Dottel, Richtung Scheven. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Die Kirche liegt am Rand, steht aber sinngemäß bis heute im Mittelpunkt nicht nur des Dorflebens. Das Gotteshaus war schon um 1550 „Moderkirch“ (Mutterkirche) eines großen Sprengels am Mechernicher Bleiberg und ist noch heute Pfarrkirche der Pfarrei Dottel-Scheven, zu der ebenso wie zur weltlichen Gemeinde Wallenthal vor der kommunalen Neugliederung noch das Kapellendorf Wallenthal und das später zu Mechernich gekommene Kalenberg zählten.

An der Südseite der Kirchhofsmauer befindet sich das „Heesteter Pöerzje“, durch das die Gläubigen aus Kall-Heistert früher die Sonntagsmesse betraten. Sein zweiter Lieblingsort im 180-Seelen-Dorf ist das Ensemble, das aus dem Bürgerhaus, der früheren Volksschule (1921-1968) und dem stattlichen Pastorat gebildet wird. Das Pastorat war so groß, weil in Dottel auch Kirchengericht gehalten wurde und ortsfremde Geistliche dort wohnten und übernachteten. Später wurde es Lehrerwohnung.

Beide lieben Dottel und die Kirche, auch wenn Renate Olligschläger ursprünglich aus Udenbreth stammt. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Für die Unterhaltung und Nutzung der früheren Schule gründeten Franz-Josef Tümmeler, der frühere Lehrer Dietrich Glauner, Hermann-Josef Olligschläger und heute Verstorbene 1972 den Bürgerverein. Der richtet Sommerfest und Kinderfest aus und veranstaltet das bekannte „Verzällcafé“, St. Martin, Nikolaus und Seniorentreffen. Mehrfach im Jahr organisiert der Bürgerverein ein gemeinsames Sonntagsessen im Bürgerhaus.

Längst vorbei sind zwar die Zeiten, da Dottel über zwei Gaststätten, mehrere Bauernhöfe, die Pension „Bergmannsruh“ und einen veritablen Tante-Emma-Laden verfügte, aber der Hang zur dörflichen Selbstversorgung hat sich gehalten: Friede Röcher und Uli Meisen liefern Obst bodenständiger Sorten, Thomas Milfeit imkert und es gibt noch eine kleine Privatbäckerei in dem Ort, in dem auch Jugendpfarrer Hardy Hawinkels lebt. Sehr aktiv sind die Rentner der Dotteler Grünkolonne, die sich um das attraktive Ortsbild kümmern.

Die Pfarrkirche Dottel ist eine der ältesten der Nordeifel, war eine bedeutende „Mutterkirche“ und birgt zahlreiche Schätze. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Die römische Wasserleitung ins antike Köln, Colonia Claudia Ara Agrippinensium, verläuft unterhalb von Dottel in Richtung Kallmuth. Die nördlich von Dottel 1853 gefasste Quelle hat einen interessanten Sinnspruch im Fassungsstein. Dottel ist auch Etappe auf dem über hundert Kilometer langen Römerkanal-Wanderweg.

Überhaupt kommen viele Touristen, so Hermann-Josef Olligschläger, manchmal omnibusweise. Der zuständige Pfarrer von Kall, Domkapitular Hajo Hellwig, schickt ihm die Interessierten oft nach Hause. Der Kirchenführer, der auch im Mechernicher Barbarahof als Gottesdienstleiter tätig ist und die Krankenkommunion verteilt, lässt sich gerne einspannen…

pp/Agentur ProfiPress

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