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„Der Hirte liebt auch schwarze Schafe“

Mundart und Humor zum „Elften im Elften“ in der Georgskapelle der Gersdorff-Kaserne mit Mechernicher Diakon und Pfarrhelfer

Mechernich/Euskirchen – Mit dem Mechernicher Diakon und Mundartautor Manfred „Manni“ Lang hatte die Euskirchener Freiherr-von-Gersdorff-Kaserne der Bundeswehr für den „Elften im Elften“ den idealen Zelebranten und Prediger für einen Standortgottesdienst zu Karneval gewonnen.

Oberstleutnant Walter Raab vom Militärgeographischen Amt der Bundeswehr in Euskirchen begrüßte den Lückerather in seiner Funktion als Pfarrgemeinderatsvorsitzender der Euskirchener Bundeswehr. Man sei gespannt und andächtig zugleich, sagte der Militär und zeigte den Gläubigen die aktuelle Kolumne Langs im WochenSpiegel mit der Überschrift „Jeck“.

Mit dem Mechernicher Diakon und Mundartautor Manfred „Manni“ Lang hatte die Euskirchener Freiherr-von-Gersdorff-Kaserne der Bundeswehr für den „Elften im Elften“ den idealen Zelebranten und Prediger für einen Standortgottesdienst gewonnen. Foto: Stephan Schuhen/BW/pp/Agentur ProfiPress

Die Orgel bediente der auch für die Bundeswehrstandorte Mechernich und Euskirchen zuständige Nörvenicher Pfarrhelfer Johannes Bresa. Auch der ehrenamtliche Mechernicher Militärseelsorgehelfer Harald Koch hing sich rein für einen nicht ganz bierernsten Gottesdienst unter dem Motto „Kirche und Karneval gehören zusammen“.

Es gehe in beiden Fällen um Gemeinschaft und Zusammengehörigkeit, Nachsichtigkeit mit kleineren und größeren Unzulänglichkeiten und Gottes Liebe zu allen Menschen, so Manni Lang. Folgerichtig intonierte Johannes Bresa bereits zum Einzug den „Höhner“-Hit „Echte Fründe“, die bekanntlich in der Not rar sind und „wie eene Jott und Pott“ zusammenhalten.

„Nicht nur das Schöne

schweißt zusammen“

Noch eine Nummer ergreifender war ein Lied der Gruppe „Heimweh“, das der Nörvenicher Kirchenmann zwischen Lesung und Evangelium auf Schwyzerdütsch zum Besten gab: „Zämehäbe“, so der Titel, ist ein Mutmach-Song in Corona-Zeiten, in dem es ums Zusammenhalten geht und in dem es heißt: „Wie Du so weit weg bist, spür ich Dich grad noch bei mir/ Beidi simär zwar alleini/ Aber einsam simär nid/ Nid nur z’schöne schweißt üs zäme/ Nei, o ds schwäre teile mir.“

Zum „Herr erbarme Dich unser“ erklang der Karnevalsschlager „Wir sind alle kleine Sünderlein (‘s war immer so)“ von Willy Millowitsch. „Mir senn allemohl, wie me hee senn, mindestens »kleine Sünderlein«, manchmohl äve och richtisch jrueße Nexxnotze“, betete der Diakon im „Kyrie“. Und: „Du läss Deng Sonn schenge öve Jeräeschte unn Nickele, övve wiss Schoof unn schwazz Schoof, denn Du häss oss allemohl leev.“

Ergreifend war ein Lied der Gruppe „Heimweh“, das Johannes Bresa an der Orgel der Georgskapelle spielte und auf Schwyzerdütsch sang: „Zämehäbe“, so der Titel, ist ein Mutmach-Song der Gruppe „Heimweh“ in Corona-Zeiten, in dem es ums Zusammenhalten geht und in dem es heißt: „Nid nur z’schöne schweißt üs zäme/ Nei, o ds schwäre teile mir.“ Foto: Stephan Schuhen/BW/pp/Agentur ProfiPress

In der Lesung wurde ein berühmter Passus aus dem ersten Korintherbrief vorgelesen, in dem Paulus die Kirche mit dem „Leib Christi“ vergleicht, der aus lauter Menschen gebildet wird, die alle – wie die Glieder eines Leibes – unterschiedliche Aufgaben und Funktionen erfüllen. Vornehmere und weniger beachtete…

„Wenn der Fuß sagt: Ich bin keine Hand, ich gehöre nicht zum Leib!, so gehört er doch zum Leib. Und wenn das Ohr sagt: Ich bin kein Auge, ich gehöre nicht zum Leib!, so gehört es doch zum Leib. Wenn der ganze Leib nur Auge wäre, wo bliebe dann das Gehör? Wenn er nur Gehör wäre, wo bliebe dann der Geruchssinn?“

Jesus kehrt bei dem Sünder

Zachäus ein und alles wird gut

Auf Platt verkündigte Manni Lang das Evangelium vom kleinen Zöllner Zachäus, der auf einen Baum geklettert ist, um Jesus in der Menschentraube sehen zu können, die ihn umgibt: „Als Jesus an dämm Boom vebeijkohm, sooch häer Zachäes en de Äss hange und reef: »Zachäes! Komm eraff, flöck, komm eraff. Ich well höck beij Dir deheem enkiere unn Denge Jass senn«.“

Die Leute sind wie vor den Kopf gestoßen: Jesus kehrt beim stadtweit bekannten größten Sünder ein, der die anderen über den Tresen zieht, wo er nur kann. Doch als Jesus in sein Haus kommt, gelobt Zachäus nicht nur Besserung, sondern er zahlt Zölle zurück und verteilt angehäuften Besitz unter die Armen. „Deinem Hause ist heute Segen zuteil geworden“, urteilt Jesus unverwundert.

Auch der ehrenamtliche Mechernicher Militärseelsorgehelfer Harald Koch hing sich rein für den Gottesdienst unter dem Motto „Kirche und Karneval gehören zusammen“. Koch bewahrt in Mechernich und Euskirchen das Andenken an den unvergessenen aus Kall stammenden Militärpfarrer Pater Arno Schmidt OFM. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Die humorvolle Predigt kreiste um eine Schafherde aus weißen und schwarzen Tieren und deren Eigenschaften, wobei der Schäfer immer ganz penibel zwischen den Weißen und den Schwarzen unterscheidet. „Sie haben aber eine schöne Schafherde. Wie weit laufen ihre Schafe ungefähr am Tag?“, fragt ihn ein vorbeikommender Wanderer.

„Welche, die weißen oder die schwarzen?“ „Die weißen.“ „Die weißen laufen ungefähr vier Meilen täglich.“ „Und die schwarzen?“ „Die schwarzen genau so viel.“ „Und wie viel Gras fressen sie täglich?“ „Welche, die weißen oder die schwarzen?“ „Die weißen.“ „Die weißen fressen ungefähr vier Pfund Gras täglich.“ „Und die schwarzen?“ – „Die schwarzen auch.“

„Sie müssen wissen: Die

weißen Schafe gehören mir“

 So geht es weiter, bis der Wanderer den Hirten verwundert fragt: „Darf ich Sie fragen, warum sie die eigenartige Gewohnheit haben, Ihre Schafe bei jeder Frage in schwarze und weiße aufzuteilen?“ „Das ist doch ganz natürlich“, erwidert der Schäfer, „die weißen gehören mir, müssen Sie wissen.“ „Und die schwarzen?“ – „Die schwarzen auch“, sagt der Schäfer.

Nach den Fürbitten, gemeinsamem Vater-unser-Gebet und Segen spielte die Gesangbuch-Kompositionen gewöhnte Kirchenorgel der St.-Georgskapelle noch „Am Aschermittwoch ist alles vorbei“, ein kölscher Evergreen von Jupp Schmitz (Komposition) und Hans Jonen (Text aus dem Jahr 1953. Hinterher gaben Johannes Bresa, Harald Koch und ihre Mitorganisatoren den Gottesdienstbesuchern noch Kaffee und Berliner mit auf den Weg zurück zu ihren Dienstposten.

pp/Agentur ProfiPress

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