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„Das Museum ist einmalig“

Förderverein des LVR-Industriemuseums Euskirchen feiert 20-jähriges Bestehen – Mitgliederzahl bleibt ebenso konstant wie die Besucherzahl – Geschichte soll an mehr Schüler transportiert werden

Euskirchen-Kuchenheim – Gewaltige Fabriken mitten in Euskirchen – und natürlich auch an den Randlagen und in den Ortsteilen. Rund 20 Tuchfabriken existierten um 1900 in der heutigen Kreisstadt, sie bestimmten das Stadtbild und führten zum wirtschaftlichen Aufschwung. Doch auch wenn einige der Tuchfabriken noch – wenn auch längst in anderer Nutzung – existieren, droht die Geschichte vom „gut betuchten“ Euskirchen zu verblassen.

Teile des Förderverein-Vorstands: (v.l.) Schatzmeister Karl-Heinz Daniel, Kassenprüfer Wolfgang Picard, Dr. Reinhold Weitz, Vorsitzender Heinz-Otto Koch, Museumsleiter Detlef Stender und Vize-Vorsitzende Dr. Maria-Regina Neft. Es fehlen Nadja Ginster-Hügele und Walter Pröpper. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Dem wirken der Landschaftsverband Rheinland mit dem im Jahr 2000 eröffneten Industriemuseum in Kuchenheim und der Museums-Förderverein entgegen – und zwar erfolgreich, wie man den Zahlen entnehmen kann. Die „Freunde und Förderer des LVR-Industriemuseums Euskirchen“, wie der Verein offiziell heißt, haben seit Jahren eine konstante Mitgliederzahl. Ende 2017 lag sie bei 333 Personen, wie jetzt bei der Mitgliederversammlung in der Mottenburg verkündet wurde. Damit ist der Verein der mitgliederstärkste Förderverein eines LVR-Industriemuseums.

Und auch die Besucherzahl im Museum hat sich eingependelt auf zuletzt 26.000 Besucher pro Jahr, von denen allein 9000 zum Wollmarkt kamen. Dennoch sieht Museumsleiter Detlef Stender Steigerungspotenzial. Denn zwei Drittel der Besucher kommen von außerhalb des Kreises Euskirchen. Etwa ein Drittel der Gäste sind Schüler. Stender wünscht sich, bei mehr Menschen aus Euskirchen, und da besonders bei den Schulen, Interesse für die Historie der Kreisstadt zu wecken. Fördervereinsvorsitzender Heinz-Otto Koch pflichtet ihm bei: „Wir wollen die Geschichte an die Schüler transportieren.“

Museumsleiter Detlef Stender (l.) und Fördervereins-Vorsitzender Heinz-Otto Koch präsentieren das Schild vor der Oberen Burg, das 2017 unkompliziert vom Förderverein finanziert wurde. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Auch sonst ziehen Museum und Förderverein, der in diesem Jahr 20-jähriges Bestehen feiert, an einem Strang. „Das Tolle am Förderverein ist, dass er unkompliziert hilft“, meint Detlef Stender und nennt als Beispiel das 2017 aufgestellte Schild vor der Oberen Burg, das die Zugehörigkeit zur ArchaeoRegion-Nordeifel zeigt. „Die Idee hatten wir Mitte des Jahres, im Etat war es aber nicht vorgesehen“, erklärt er. Da sprang der Verein zur Seite. Auch den Pendelverkehr zum Wollmarkt hat der Verein organisiert und wird ihn auch 2018 anbieten, diesmal aber vom Parkplatz des Real-Marktes.

Auch ideell helfe der Förderverein. „Wir sind schließlich begeistert vom Museum, das ist einmalig“, sagt Heinz-Otto Koch und lobt das freundschaftliche und familiäre Verhältnis untereinander.

Einstimmig wurde der Fördervereins-Vorstand von den Mitgliedern nach dem Bericht der Kassenprüfer entlastet. Kassierer Karl-Heinz-Daniel (Bildmitte) enthält sich. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Deshalb freut man sich gemeinsam auf die Veranstaltungen im Jahr 2018, egal ob vom Förderverein organisiert, wie beispielsweise der Clara-Viebig-Abend am 17. Mai, 19 Uhr, und „Persönlichkeiten im Museum“ am 29. November, 19 Uhr, oder vom Museum selbst, etwa der Beginn der Sonderausstellung „Die Welt im Kleinen“ über Baukästen im 20. Jahrhundert. Erstmals will der Förderverein auch an der Burgenfahrt der Stadt Euskirchen am 8. Juli teilnehmen.

Gelächter unter den 40 anwesenden Mitgliedern gab es, als Schatzmeister Karl-Heinz Daniel den Kassenbericht vortrug – allerdings nur wegen eines einzelnen Postens: Der Verein hat im Jahr 2017 ganze 16 Cent durch Zinsen eingenommen.

Eberhard Städtler hielt zu Beginn der Mitgliederversammlung einen 30-minütigen Vortrag zum Thema „Schmetterlinge und Insekten unserer Heimat“. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Museumsleiter Stender berichtete den Mitgliedern auch von drei personellen Veränderungen. So haben ein Vorführer, ein Webmeister und eine Museumspädagogin gewechselt oder aufgehört. Derzeit arbeiten 16 Menschen im Museum – vier sind beim LVR angestellt, zwölf bei der Rheinlandkultur. Stender selbst wird dem Museum noch bis zum Frühjahr 2020 erhalten bleiben und dann in den Ruhestand gehen.

Gleich zweimal wurde es bei der Mitgliederversammlung medial: Zunächst zeigte Eberhard Städtler einen 30-minütigen Bildvortrag zum Thema „Schmetterlinge und Insekten unserer Heimat“. Dabei hat sich der Fotograf in den Naturschutzgebieten des Kreises auf die Lauer gelegt und wunderbare Makroaufnahmen teils stark bedrohter Tiere erstellt. Ebenso beeindruckend waren die Bilder, die Filmemacher Norbert Liedtke zeigte – eine Kamerafahrt durch einen Webschacht. Zu sehen sind seine Filme über das Museum im YouTube-Kanal „Tuchfabrik“.

pp/Agentur ProfiPress

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