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Das Leben einfangen

Lit.Eifel-Lesung mit Kat Kaufmann in der Euskirchener Stadtbibliothek – Berliner Autorin las aus ihrem preisgekrönten Debütroman „Superposition“ – Einblick in die Arbeit an zwei weiteren Büchern

Euskirchen – Mit rauchiger Stimme, ein paar Haarsträhnen lose ins Gesicht gefallen, einer Hand gestikulierend in der Luft, las Kat Kaufmann in der Euskirchener Stadtbibliothek aus ihrem Debütroman „Superposition“. Die Lit.Eifel-Veranstaltung bot einen intimen Rahmen, in dem sich die Gäste zusammen mit der Autorin auf eine Reise in die Gedanken der Jazzmusikerin Izy aus Berlin begeben konnten. Nah ran kamen die Lit.Eifel-Besucher auch an Kat Kaufmann: Im Gespräch mit Moderator Christoph Heup, Redaktionsleiter Kölnische Rundschau/Kölner Stadt-Anzeiger, gab sie Einblicke in ihr Leben, ihre Ansichten und sogar in ihre gerade in der Entstehung befeindlichen Buchprojekte.

Im Gespräch gab Kat Kaufmann (rechts) interessante Einblicke in ihr Leben und ihre Arbeit als Schriftstellerin. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress

Im Gespräch gab Kat Kaufmann (rechts) interessante Einblicke in ihr Leben und ihre Arbeit als Schriftstellerin. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress

Offen und direkt gab sich die junge Autorin bei der Lesung. „Ich will alles machen“, erklärt die in Berlin lebende Komponistin, Fotografin und Schriftstellerin ihre vielseitigen Projekte. Künftig wolle sie diese Arbeiten gerne als Regisseurin in einem Werk miteinander verbinden. „Ich betrachte das alles als Kompositionstechnik, mit der ich versuche, das Leben einzufangen.“

„Bemalt und bepinselt vom Leben“

Um das Leben in einer Welt, die die Menschen fordert – und vielleicht auch überfordert – geht es auch in Kaufmanns Roman „Superposition“, für den sie vergangenes Jahr mit dem aspekte-Literaturpreis ausgezeichnet wurde. Superposition ist ein Begriff aus der Quantenphysik und bezeichnet übereinandergelagerte Zustände, die nur in ihrer Gesamtheit messbar sind.

Bei der Lit.Eifel-Lesung in der Euskirchener Stadtbibliothek las Kat Kaufmann aus ihrem Debütroman „Superposition“, für den sie im vergangenen Jahr mit dem aspekte-Literaturpreis ausgezeichnet worden war. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress

Bei der Lit.Eifel-Lesung in der Euskirchener Stadtbibliothek las Kat Kaufmann aus ihrem Debütroman „Superposition“, für den sie im vergangenen Jahr mit dem aspekte-Literaturpreis ausgezeichnet worden war. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress

Kat Kaufmann überträgt dieses Prinzip auf die menschliche Psyche: „Wir sind so bemalt und bepinselt vom Leben, dass wir oft gar nicht mehr wissen, warum wir auf eine bestimmte Art und Weise reagieren.“ Im Roman befindet sich der Leser in Izys Kopf, in ihrer Gedankenwelt, in der es von emotionalen Zuständen, Erinnerungen und Wahrnehmungen, die sich übereinanderschieben, nur so wimmelt.

Mal zurückhaltend melancholisch, mal voller Elan, dann wieder schroff und abweisend erscheint Izy, Tochter jüdischer Einwanderer aus Leningrad, eine junge Frau mit „MigrationsVORDERGRUND“. Sie ist verliebt in Timur. „Timur und Izy sind Kinder der Straße“, heißt es im Roman. „Wir werden niemals hier passen. Und dort, wo wir herkommen, passen wir längst nicht mehr.“

Im Anschluss an die Lesung signierte Kat Kaufmann die Bücher der Lit.Eifel-Gäste. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress

Im Anschluss an die Lesung signierte Kat Kaufmann die Bücher der Lit.Eifel-Gäste. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress

„Ich fühle mich als gar nichts.“

Kat Kaufmann, 1981 in Leningrad (heute Sankt Petersburg) geboren, kam 1991 mit ihren Eltern als jüdischer Kontingentflüchtling nach Deutschland. „Eine Willkommenskultur ist mir damals nicht begegnet“, erinnerte sie sich. Mit Blick auf die aktuelle Flüchtlingssituation betont sie, dass Deutschland nicht nachlässig werden dürfe, was die Integration angehe. Für ihre eigene Integration habe sie eine kämpferische Haltung entwickelt: „Ich wollte so gut Deutsch sprechen, dass mir niemand mehr etwas vormachen kann.“

Auf die Frage von Christoph Heup, ob sie sich als Berlinerin fühle antwortete Kaufmann: „Ich fühle mich als gar nichts.“ In Berlin, der „gezähmtesten, verrückten Stadt“ fühle sie sich allerdings am wohlsten: „Bei Berlin weiß man gar nicht, was es sein soll – da kann man es sich einfach aussuchen.“

Mit ihrer offenen und humorvollen Art begeisterte die aus Berlin angereiste Autorin Kat Kaufmann (hier mit Moderator Christoph Heup) das Lit.Eifel-Publikum in der Euskirchener Stadtbibliothek. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress

Mit ihrer offenen und humorvollen Art begeisterte die aus Berlin angereiste Autorin Kat Kaufmann (hier mit Moderator Christoph Heup) das Lit.Eifel-Publikum in der Euskirchener Stadtbibliothek. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress

Ähnlich verhält es sich mit ihrem Buch. „Ich finde es spannend, dass jeder seine eigene Wahrheit darin findet“, sagte Kat Kaufmann und fügte hinzu: „Das Buch will zeigen, wie überfordert wir sind. Das ist die Welt – und das ist alles da drin.“

Der kleine Rahmen der Lit.Eifel-Veranstaltung machte der Autorin schließlich ein Experiment möglich. Zum ersten Mal las sie aus den beiden Büchern, an denen sie gerade schreibt und von denen voraussichtlich eines im kommenden Jahr veröffentlicht werden soll. Ihren Zuhörern gab sie damit einen ganz besonderen Einblick in ihr kreatives Schaffen.

pp/Agentur ProfiPress

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