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„Das Gebäude braucht Kinder“

In den Grundschulen in Kall und Sistig werden derzeit wegen des Lockdowns rund 50 der mehr als 400 Kinder pädagogisch und sozial betreut

Kall/Sistig – „Zur Verringerung von Infektionsrisiken bezogen auf das SARS-CoV-2-Virus sind die schulische und – nach Zulassung durch den Schulträger – die außerschulische Nutzung von öffentlichen Schulen […]“ momentan bis auf wenige Ausnahmen untersagt. So heißt es – abgekürzt – in der Corona-Betreuungsverordnung, die seit dem 11. Januar gültig ist.

Das gilt natürlich auch für die beiden Grundschulen im Kaller Gemeindegebiet, also in Kall selbst und in Sistig. Erlaubt sind deshalb momentan nur unter bestimmten Voraussetzungen die pädagogische Betreuung am Vormittag und die soziale Betreuung durch den Offenen Ganztag am Nachmittag. Der „Rundblick Kall“ hat mit den Schulleitungen gesprochen, wie Distanzunterricht und Betreuung funktionieren.

Grundschule Sistig

In Sistig werden momentan elf Kinder betreut – von eigentlich 154. „Das ist keine Notbetreuung wie im ersten Lockdown, als nur Eltern, die in systemrelevanten Berufen tätig sind, gegen Bescheinigung ihres Arbeitgebers ihre Kinder bringen durften. Wir haben jetzt eine pädagogische und eine soziale Betreuung“, erklärt Schulleiterin Heike Alfeis. Das Lehrpersonal betreut bis 12 Uhr, dann übernimmt das Personal des Offenen Ganztags.

In Sistig sind elf Kinder in der Betreuung. In den Morgenstunden bearbeiten sie die gleichen Schulaufgaben, die ihre Mitschüler zu Hause lösen. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Auch in Sistig findet momentan kein Unterricht statt. Stattdessen erledigen die Kinder in der Schule und zu Hause die gleichen Aufgaben. Das Lehrpersonal begleitet die Kinder dabei, entweder vor Ort oder von zu Hause.

Ursprünglich sollten die Arbeitspläne über die Klassenpadlets verteilt werden. Dabei handelt es sich um eine digitale Pinnwand, die über den Internet-Browser oder eine App abgerufen werden kann. Alle Eltern hatten einen Zugang. Aber direkt am ersten Homeschooling-Tag war das Padlet-System, das nicht nur von der Grundschule Sistig genutzt wird, überlastet. „Wir haben dann schnell die Arbeitspläne per E-Mail versendet“, berichtet Heike Alfeis. Die kommenden Pläne werden deshalb zusätzlich ausgedruckt und den Arbeitsmaterialen, die montags von den Eltern abgeholt werden, beigelegt. „Jede einzelne Stunde wird abgebildet. So finden die Kinder Musikdateien ebenso auf ihrem Klassen-Padlet wie Dateien für das Fach Englisch“, erklärt die Sistiger Schulleiterin.

Ein besonderes Lob spricht Heike Alfeis zuvorderst den Eltern aus, die oft neben Homeoffice nun auch noch Homeschooling betreiben. Aber auch das Lehrpersonal habe ein großes Pensum zu bewältigen. „Wir haben erst donnerstags erfahren, wie es nach den Ferien weitergehen wird. Deswegen haben alle Lehrerinnen und Lehrer donnerstags und freitags, teilweise auch samstags und sonntags, daran gearbeitet, dass die Kinder montags starten können. Es macht aber Freude, zu sehen, wie das Team funktioniert.“

Wie auch in Kall sucht das Lehrpersonal den Kontakt zu den Kindern und den Eltern zu Hause. Zweimal pro Woche telefonieren die Lehrkräfte mit den Eltern. Ein bis zwei Videokonferenzen pro Woche gibt es mit den Klassen, an denen 70 bis 90 Prozent der Schüler auch teilnehmen.

Haben Eltern keine technischen Möglichkeiten für Videokonferenzen, hat die Grundschule Sistig mit Schul-iPads ausgeholfen. Denn auch viele Aufgaben sind über Apps zu lösen. Die Lehrerinnen und Lehrer nutzen übrigens ihre Privatgeräte: Die zugesagten Notebooks für Lehrer sind zwar bestellt, aber wegen Lieferengpässen noch nicht verfügbar.

Wichtig ist Heike Alfeis auch: Die Videokonferenzen sind kein Unterricht, sondern dienen als „Gesprächskreis“ dem sozialen Kontakt. „Den Kindern tut es gut, wenn sie die Stimmen ihrer Klassenkameraden hören.“ Im Schulgebäude ist es dafür momentan ungewöhnlich still, was Heike Alfeis betrübt: „Das Gebäude braucht die Kinder, denn die Schule lebt vom sozialen Miteinander.“

Grundschule Kall

Eigentlich sollte der 11. Januar der erste echte Schultag im neuen Schulgebäude werden, auf den sich sowohl das Lehrerkollegium als auch die Schüler gefreut haben. Stattdessen sind 220 der rund 260 Schüler zu Hause. „Eine feierliche Begrüßung aller Kinder muss leider noch auf sich warten lassen“, sagt Schulleiterin Marianne Rütt.

Etwa 40 Kinder werden in Kall momentan über die Woche verteilt betreut. Diese kommen zum Teil in den Genuss der neuen digitalen Tafeln, mit deren Hilfe sie Aufgaben besonders gerne lösen. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Nun starten im „neuen“ Grundschulgebäude vorerst etwas mehr als 40 Kinder, die verteilt über die Woche in die Betreuung gehen. Bewusst habe man an die Eltern appelliert, ihre Kinder zu Hause zu lassen.

In Absprache mit den jeweiligen Klassenlehrern holen die Eltern Lernmaterialien ihrer Kinder im Foyer ab oder bekommen sie per E-Mail zugeschickt. Die Abgabe erfolgt auf dem gleichen Weg. Für jedes Kind gibt es individualisierte Aufgaben. „Die Bildungsschere ist groß. Im Präsenzunterricht fordern und fördern wir die Kinder individuell, und dementsprechend bereiten die Lehrkräfte auch die Materialien für das Distanzlernen vor, sodass jedes Kind in der Lage ist, seine Aufträge bestmöglich selbstständig zu erledigen“, sagt Rütt.

Die Klassenlehrerinnen bieten zudem Sprechzeiten an, um mit Eltern und Kindern in direktem Kontakt stehen zu können. Das komplette Kollegium ist im Einsatz, teils von zu Hause aus, reihum kommen sie aber auch in die Schule, um die pädagogische Betreuung zu gewährleisten.

Die stellvertretende Schulleiterin Claudia Zens ergänzt: „Kinder und Eltern können auch die Probleme, die sie mit dem Distanzunterricht haben, schildern.“ Außerdem hat die Grundschule Kall eine „Nummer gegen Kummer“, ein Sorgentelefon, für Eltern und Kinder eingerichtet, das auch schon ab dem ersten Tag genutzt wurde. „In diesen belastenden Zeiten ist es wichtig, ein offenes Ohr zu haben“, sagt Marianne Rütt.

Hinzu kommt von vielen Klassenlehrerinnen das Angebot, Videokonferenzen mit den Schülern zu halten. Weil das aus technischen Gründen nicht bei allen Kindern möglich ist, werden zurzeit noch keine Unterrichtsinhalte vermittelt. Es geht eher um das soziale Wohlbefinden. Kinder sehen ihre Lehrerin und die Mitschüler.

Die Betreuung bis 15 Uhr am Nachmittag erfolgt von den Erzieherinnen der Ogata (Offener Ganztag). „Das ist bewusst als Ausklang des Tages gedacht, da sollen keine Schulaufgaben mehr gemacht werden“, sagt Ogata-Leiterin Ursula Möres.

pp/Agentur ProfiPress

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