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Corona: Aufwand und Chance zugleich

Spielverbot aufgehoben: Wie der Golfclub Burg Zievel mit der Krise umgeht – 800 Mitglieder sind weitestgehend solidarisch – Präsident Jochen Knappertz im Interview

Von Mirco Meuser

Mechernich-Satzvey Jochen Knappertz brennt für Golf. Das merkt man dem Betreiber und Präsidenten des Golfclubs Burg Zievel in jeder Minute an, in der man mit ihm über „seinen“ Sport redet. „Meine Eltern haben mich Mitte der siebziger Jahre als kleinen Jungen mit auf den Golfplatz genommen. Ich bin da groß geworden. Für mich fühlt sich das ganz normal an, das hat so gar nichts Elitäres.“

Rechnet mit starkem Spieler-Andrang nach der Wiedereröffnung des Golfplatzes Burg Zievel: Betreiber und Präsident Jochen Knappertz. Foto: Mirco Meuser/pp/Agentur ProfiPress

Dass er in der Corona-Krise kein Golf mehr spielen darf, wurmt ihn, und das, obwohl er auch in der Zeit davor auch kaum dazu kam, den Golfschläger zu schwingen: „Dieses Gefühl, spielen zu wollen, ist jetzt im Moment schon groß, gar nicht aufgrund meines eigenen Verlangens, sondern, weil man es mir verbietet!“.

Die für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in der Stadt Mechernich tätige Agentur ProfiPress interviewte Knappertz an dem Tag, an dem Kanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten die nach dem „Shutdown“ geltenden Verbote für den Freizeit- und Breitensport lockerten.

Schließung ohne Differenzierung

Der Betrieb der Satzveyer 18-Loch-Golfanlage musste wegen der grassierenden Covid-19-Pandemie am 17. März ausgesetzt werden. Die NRW-Landesregierung untersagte Zusammenkünfte in Sport- und Freizeiteinrichtungen. 24 Stunden zuvor hatte Knappertz noch mit den für das Gelände um Burg Zievel zuständigen Ordnungsämtern in Mechernich und Euskirchen wegen einer weiteren Offenhaltung verhandelt.

Der Golfclub liegt unmittelbar vor den Toren und rings um Burg Zievel. Foto: Mirco Meuser/pp/Agentur ProfiPress

In „netten Gesprächen“ habe man ihm mitgeteilt, dass man seine Argumente zwar nachvollziehen könne: Golf ist glasklar eine Sportart ohne direkten Kontakt der Spieler. Aber man müsse behördlicherseits erst einmal die Wirkung der Maßnahmen abwarten und könne keine Ausnahmen machen.

Die 800 Mitglieder des Golfclub Burg Zievel waren gewiss nicht begeistert vom Spielverbot, zeigten sich aber weitgehend solidarisch. Und das über Wochen. Bis heute hat niemand seinen Mitgliedsausweis abgegeben, auch wenn einige in den letzten Tag auf Plätze in Rheinland-Pfalz – vor allem Berndorf bei Hillesheim ausgewichen sind.

Nicht nur für den Präsidenten Knappertz ist es völlig unverständlich, dass Politik und Ämter nicht mehr zwischen Sportarten differenzieren, wo es zu riskanten Körperkontakten kommt und wo nicht: „Dass das ausgeblieben ist, ist für mich völlig unverständlich.“ Auch die ungleiche Verfahrensweise in den Bundesländern sei ein Ärgernis.

Finanziell wird der Club an der Corona-Krise nicht zu Grunde gehen, da der Großteil der Einnahmen aus Beiträgen der Mitglieder kommt, die sich bisher solidarisch zeigen. Auch die Mitarbeiter litten nicht bislang nicht unter Kurzarbeit oder Arbeitsausfall. Im Gegenteil: Knappertz nutzte mit ihrer Hilfe die Krise, um während der Pause des Spielbetriebs einiges im Gelände aufzuarbeiten, was bei Vollauslastung gemeinhin liegen bleibt. Deshalb seien die Grüns auch jetzt in einem Top-Zustand, wenn es wieder losgeht.

Sicherheitsmaßnahmen

Als die Verbote für den Freizeit- und Breitensport am Mittwoch dieser Woche gelockert wurden, reagierte der Golfclub Burg Zievel sofort und gab den Platz für den kommenden Tag frei. Alle Spieler wurden informiert – die Freude war groß.

Die Öffnung ist mit Sicherheitsauflagen verbunden. Was geht und was verboten bleibt, wurde vom Deutschen Golf Verband in Abstimmung unter anderem mit dem Deutschen Olympischen Sportbund und den Landesverbänden erarbeitet. So werden unter andrem Startzeiten gestaffelt, die auf jeden Fall einzuhalten sind. Jochen Knappertz will zum Beispiele alle zehn Minuten ein Spielerpaar an den Start lassen. Mehr als zwei Golfer gleichzeitig ist zurzeit auch (noch) nicht erlaubt. Eine Runde darf zudem nicht abgekürzt werden.

Diese einsame Gans wurde kurz vor Wiederaufnahme des Spielbetriebs auf dem Golfplatz Burg Zievel aufgenommen. Um ihre Ruhe dürfte es seit Donnerstag dieser Woche geschehen sein: Die 800 Golfer dürfen jetzt wieder in Zweiergruppen auf die 60 Hektar große 18-Loch-Anlage. Foto: Mirco Meuser/pp/Agentur ProfiPress

„Da lauert Verwaltungs- und Aufsichtsaufwand“, so Knappertz zu den Auswirkungen der Maßnahmen für sich und sein Team. Schließlich rechnet er damit, dass es in der ersten Zeit zu einer hundertprozentigen Auslastung des Satzveyer Platzes kommen wird – alleine durch die eigenen Clubmitglieder.

Einige sind der Abstinenz überdrüssig und freuen sich wie die Schneekönige, dass die Greens wieder bespielbar sind. Knappertz: „Stammspieler sind in Corona-freien Zeiten fünf Runden die Woche unterwegs.“ Daher glaubt der Präsident auch nicht, dass der Andrang nach dem ersten Schwung wieder zurückgehen wird: „Wir sind für viele Leute wirklich wichtig.“ Golf sei – wie andere Hobbies und Leidenschaften auch – ein Stück Lebensfreude…

Jochen Knappertz geht davon aus, dass die Schutzmaßnahmen den Club noch bis zur Verbreitung eines Corona-Impfstoffs beschäftigen werden. Toll wäre es, wenn vier statt zwei Golfer pro Flight auf die Runde dürfte: „Damit hätten wir nahezu die normale Kapazität“, so Knappertz. Und das sei anscheinend politisch möglich, Sachsen-Anhalt lasse bereits Kontakte von bis zu fünf Personen zu.

Golf-Rituale eingeschränkt

Eine Gefahr sieht er im sozialen Verhalten der Golfer. Die üblichen Rituale der Golfer – Geselligkeit, Fachsimpeln, Drink und Snack nach dem Spiel – sind auch weiterhin nicht in der Form erlaubt, wie vor dem Virus: „Was die Leute jetzt vermissen, ist ja das Gemeinsame.“ Auch das Golfplatz-Restaurant bleibt bis zu einer generellen Entscheidung des Gesetzgebers zu Gaststätten noch zu.

Deshalb konstatiert Knappertz: „Ich sage immer, es öffnet der Golfplatz, aber noch nicht der Golfclub.“ Und das aus gutem Grunde, so der Präsident des GC Burg Zievel: „In Rheinland-Pfalz musste bereits wieder ein Golfclub schließen, weil sich einige Spieler nachher zu einem Bierchen aus dem Kofferraum auf dem Parkplatz getroffen haben“.

Auf Turniere verzichtet der Golfclub ebenfalls zunächst: „Die Rahmenbedingungen sind noch ungeklärt!“ Knappertz: „Turniere ohne Gastronomie sind außerdem unvorstellbar.“

Bis es auf den auf Mechernicher und Euskirchener Gebiet liegenden Greens wieder so aussehen kann, wird es wahrscheinlich noch einige Zeit dauern. Immerhin können aber jetzt wieder alle zehn Minuten zwei Personen an den Start. Foto: Privat/pp/Agentur ProfiPress

Ihre persönlichen Handicaps können Spieler aber in der turnierlosen Zeit verbessern. Und zwar bei so genannten „Extra-Day-Score-Runden“, die sie bei der Clubverwaltung anmelden müssen und die auch kontrolliert wird. „Das erhöht den Verwaltungsaufwand“, so Knappertz, aber Golfer hätten ein natürliches Interesse und auch viel Freude daran, ihre Platzqualifikation ständig zu verbessern.

Trotz allen Schwierigkeiten und Einschränkungen sieht der Chef der 800 Golfer und des 60 Hektar großen Platzes nebst Clubhaus und anderen Einrichtungen auch eine Chance in der aktuellen Lage. So möchte er mithilfe von Schnupperkursen den Leuten die Schönheit des Golfsports nahebringen: „Wenn Dir die Decke auf den Kopf fällt, ruf uns an, komm vorbei, ich zeig dir wie geil Golf ist.“ Bei Interesse kann man sich im Sekretariat unter Tel. (0 22 56) 16 51 melden. Knappertz: „Dort kann man dann einen kostenlosen Termin vereinbaren.“

pp/Agentur ProfiPress

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