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Christi Corpus ohne Hände

Zehn Jahre danach: Rheinische Rentnerband unter Federführung des Mechernicher Maurers und Schulhausmeisters Franz-Josef Schmitz (83) errichtete in den Slums von Kampala (Uganda) eine Franziskuskapelle und stattete sie mit Sakralgegenständen vom Bleiberg und einem Kreuzweg aus dem Kommerner Klösterchen aus – Dank an Hunderte von Menschen, die das Projekt mit Sachspenden und insgesamt 37.000 Euro unterstützten

Mechernich-Strempt – Als die KirchenZeitung für das Bistum Aachen 2007 über den Plan eines Eifeler Rentners berichtete, in Uganda für Straßenkinder und Ordensfrauen eine kleine Kirche bauen zu wollen, da schüttelten viele den Kopf. Manche erklärten Franz-Josef Schmitz (heute 83) aus Strempt für verrückt. Aus dem Projekt würde sicher nichts werden.

Anni Schmitz sorgte sich um ihren Mann Franz-Josef, als der vor mehr als zehn Jahren in Afrika eine Kapelle baute und sie über einen „Rundschau“-Reporter erfuhr, dass ihr Gatte fiebernd und krank in einem Baucontainer liege. Doch die Sorge erwies sich als unbegründet. Als sie ihn auf dem Handy in Kampala anrief, „flossen schon ein paar Tränen der Rührung“, erinnert sich der heute 83jährige gelernte Maurer und Schulhausmeister der Stadt Mechernich. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Nicht so dachten der damals 73-jährige Maurermeister Adolf Birekoven aus Düren-Gürzenich und der Dürener Baustoffhändler Heinrich Hempsch (heute 74): Die beiden krempelten die Ärmel hoch – und boten dem pensionierten Mechernicher Maurer, Degussa-Schichtarbeiter und Schulhausmeister Schmitz ihre Hilfe an. Auch Hartmut Schlepütz wollte zumindest zwei der sechs Wochen geplanten Bauzeit mit nach Afrika fahren.

Unlängst jährte es sich zum zehnten Male, dass die drei rheinischen Rentner den Bau der Kapelle an der Kevina Road von Kampala vollendet haben. „Der geeignete Zeitpunkt, um all denen Danke zu sagen, die uns und den Bau mit ihren Spenden unterstützt haben“, sagte Franz-Josef Schmitz dem Mechernicher „Bürgerbrief“: „Das waren schon einige Hundert Geldgeber mit Einzelbeträgen bis zu 3000 Euro“, so Schmitz.

Missionarisch seit Kindesbeinen

„Ohne ihr Zutun hätte der Kirchenbau niemals vollendet werden können“, so der Strempter Franz-Josef Schmitz, der sich seit Kindesbeinen für Kirche und Mission einsetzt und jahrzehntelang bereits den aus Strempt stammenden Franziskanerpater Marco unterstützt, von dem er auf die Arbeit der „Kleinen Schwestern des heiligen Franziskus“ mit Straßenkindern in Kampala aufmerksam gemacht wurde.

In der Kirche, die Franz-Josef Schmitz, Adolf Birekoven, Heinrich Hempsch und Hartmut Schlepütz an der Kevina Road in Kampala errichteten, wird täglich eine heilige Messe gefeiert, sonntags drei. Schwester Alma schrieb jetzt, es kämen immer mehr Menschen aus den Slums zu den Gebeten und Gottesdiensten. Das Allerheiligste werde täglich nach den Messen bis 18 Uhr zur Anbetung ausgesetzt. Gastfreundschaft in dem Gotteshaus genössen auch kongolesische Flüchtlinge, die dort ihr charismatisches Erneuerungslob beteten. Foto: Mary Alma Nakanwagi/pp/Agentur ProfiPress

Schwester Mary Alma Nakanwagi kam 2006 auf Deutschlandbesuch und visitierte mit ihrer deutschen Gewährsfrau Maria Hoffmann und ihrer Sekretärin Miss Teddy Freunde und Unterstützer in Deutschland, unter anderem eben auch Franz-Josef Schmitz und die Krippenbauer und Krippencafébetreiberinnen von St. Rochus Strempt, die das Straßenkinderprojekt in Uganda schon lange unterstützten.

Mittlerweile 800 Straßenkinder, darunter viele Aids-Waisen, werden im „Streetchildren and Orphans Rehabilitation Centre“ der „Little Sisters of Francis“ medizinisch versorgt, bekommen Schulunterricht und eine handwerkliche Berufsausbildung. Mit Hilfe des Krippen-Cafés und anderer Maßnahmen brachten die Strempter bis 2006 schon über 20 000 Euro zusammen. Für das Kapellenbauprojekt wurden zusätzliche Mittel gebraucht.

„Allerheiligstes im Baucontainer“

Bei Schwester Almas Besuch machte man unter anderem Stippvisiten in den Klöstern Mariawald und Steinfeld sowie im Marienwallfahrtsort Heimbach. In der barocken Pracht der Steinfelder Eifelbasilika klagte Schwester Alma ihren deutschen Gastgebern ihr Leid: Man sei im Kloster im Straßenkinder-Rehabilitationszentrum an der Kevina Road von Kampala gänzlich ohne Kirchenbau.

Handlanger aus dem Umfeld der „Kleinen Schwestern“, die beim Bau halfen, bekamen von Franz-Josef Schmitz zwei Euro am Tag. Kinder, die sich als Handlanger verdingten, ein paar neue Schuhe. Foto: Mary Alma Nakanwagi/pp/Agentur ProfiPress

Als sie erzählte, dass in ihrem Kloster in den Slums von Kampala das Allerheiligste in einem ausrangierten Baucontainer zur Anbetung ausgesetzt werde, entfuhr Franz-Josef Schmitz das spontane Versprechen, für Abhilfe zu sorgen. Franz-Josef Schmitz zum „Bürgerbrief“: „Ich dachte an den Corpus Christi in der Mechernicher Pfarrkirche St. Johannes Baptist. Der hat vom Bombardement der alten Pfarrkirche im Krieg her keine Arme mehr. Also müssen wir Christen für Jesus mit unseren Händen anpacken!“

Er wolle den Schwestern und ihren Schutzbefohlenen zu einem eigenen Gotteshaus verhelfen, so Schmitz. Der gelernte Maurer aus Strempt schmiedete Pläne, für einige Monate nach Kampala zu gehen und dort eine Kapelle zu bauen. Was er brauchte, das waren Baumaterial sowie Geld um Steine, Sand, Zement, Stürze, Fenster, Dachstuhlbalken und Dachziegel zu kaufen. Außerdem benötigte der Bauhandwerker sachkundige Mitstreiter, die wie er genügend Zeit hätten, also Rentner sind.

Franz-Josef Schmitz mit einer Dankurkunde der St.-Denis-Pfarrei Kampala, zu der die von ihm miterrichtete Franziskuskapelle kirchenrechtlich gehört. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Als Adolf Birekoven und Heinrich Hempsch einen entsprechenden Artikel der Mechernicher Agentur ProfiPress in der Aachener KirchenZeitung lasen, setzten sie sich sofort mit Franz-Josef Schmitz in Verbindung: „Wir kommen mit!“ Birekoven, Maurermeister aus Gürzenich, fing sogleich an, Baupläne zu zeichnen. Diese wurden mit dem Orden abgestimmt. Und siehe da, Schwester Alma zog einen eigenen Plan aus der Tasche, der allerdings mehr in Richtung Kirche (17 mal 9 Meter) tendierte.

„Es dauerte eine Weile, bis wir einen Kompromiss fanden aus der ursprünglich geplanten Kapelle und dem Kirchenplan der Nonnen“, berichtet der dritte Mann im Bunde, der frühere Dürener Baustoffhändler Heinrich Hempsch im Interview. Der Englisch sprechende Hempsch hatte sich vorher mit seiner Frau Margret bereits in Nairobi engagiert, um dort ein Waisenhaus zu bauen. Er avancierte zum Sprecher des Kapellen-Trios.

Ehefrau Anni in größter Sorge

Das Geld für Flug, Unterkunft und Verpflegung zahlte jeder aus eigener Tasche. Geschlafen wurde in Containern. „Als Franz-Josef mal krank war und mich die Nachricht über den »Rundschau«-Redakteur Bernd Zimmermann erreichte, hatte ich die größten Sorgen, ihn fiebernd in einem verstaubten Baucontainer zu wissen“, erzählte Ehefrau Anni Schmitz.

„Als sie auf dem Handy anrief, da gab es allerdings mehr Tränen als mahnende Worte“, erinnert sich Franz-Josef Schmitz, der gottseidank rasch wieder gesund wurde. Zur Einweihung der Kapelle kam Erzbischof Cyprien Wanga, der nicht von der Seite des Eifelers wich.

Zur Einweihung der Kapelle kam Erzbischof Cyprien Wanga (r.), der nicht von der Seite von „Mister Smith“ m.) wich, links Mater Mary Alma Nakanwagi. Foto: Privat/pp/Agentur ProfiPress

Der Reporter Bernd Zimmermann habe über seine Tochter in der deutschen Botschaft von Kampala damals übrigens hervorragende Verbindungen hergestellt, was auch die finanzielle Abwicklung des Projektes mit der deutschen Vertrauensbank erleichtert habe, so Franz-Josef Schmitz.

Vor Ort engagierten Franz-Josef Schmitz und seine Mitarbeiter Männer aus dem Umfeld der „Kleinen Schwestern“, die als Handlager mit anpackten. Schmitz: „Wir gaben ihnen zwei Euro am Tag – und alle waren zufrieden.“ Auch wurden Schuhe für Straßenkinder gekauft, die sich ebenfalls am Bau nützlich machen wollten.

Als die KirchenZeitung für das Bistum Aachen 2007 über den Plan eines Eifeler Rentners berichtete, in Uganda für Straßenkinder und Ordensfrauen eine kleine Kirche bauen zu wollen, da schüttelten viele den Kopf. Manche erklärten Franz-Josef Schmitz (heute 83) aus Strempt für verrückt. Hier ist er auf dem Gerüst in Kampala zu sehen. Foto: Heinrich Hempsch/pp/Agentur ProfiPress

Die Verbundenheit der Diözese Kampala mit der Eifel ist über den Tag der Kirchenfertigstellung hinaus geblieben, wie der aktuelle Schriftverkehr zwischen Franz-Josef Schmitz und Schwester Mary Alma Nakanwagi belegt, der von Stefan Schmitz regelmäßig übersetzt wird.

Schwester Alma dankt den deutschen Bau-Rentnern und auch den Spendern immer wieder für ihre menschenfreundliche und gottesfürchtige Hilfe und Unterstützung. Franz-Josef Schmitz sei jederzeit herzlich willkommen – aber „nicht zum arbeiten, sondern um das Land zu bereisen und kennenzulernen“.

Täglich Messe, sonntags drei

„Wir haben täglich eine heilige Messe, sonntags drei“, schreibt Schwester Alma. Es kämen immer mehr Menschen aus den Slums zu den Gebeten und Gottesdiensten an der Kevina Road. Das Allerheiligste werde täglich nach den Messen bis 18 Uhr zur Anbetung ausgesetzt. Gastfreundschaft in dem von Franz-Josef Schmitz, Heinrich Hempsch, Adolf Birekoven und  Hartmut Schlepütz gebauten Gotteshaus genössen auch kongolesische Flüchtlinge, die dort ihr charismatisches Erneuerungslob beteten.

Dass das Allerheiligste einen würdigen Platz bekommen sollte, war die Haupttriebfeder des aus katholischem Haus stammenden Franz-Josef Schmitz: „Die Vorstellung, dass der Leib des Herrn ohne Monstranz in einem Container ausgestellt wird, hat mich motiviert.“ Der Maurer hat den Tabernakel und die ihn tragenden Altarsäule mit besonderer Sorgfalt und Augenmerk errichtet.

Immer mehr Menschen aus den Slums drängen sich zu den Gottesdienst- und Gebetszeiten an die von Franz-Josef Schmitz, Adolf Birekoven, Heinrich Hempsch und Hartmut Schlepütz errichtete Kapelle an der Kevina Road in Kampala. Foto: Mary Alma Nakanwagi/pp/Agentur ProfiPress

In Mechernich und Umgebung „köttete“ er hier vor Ort nicht mehr benötigte Sakralgegenstände für Kampala. Unter anderem fanden Kelche, Ziborien und eine Monstranz den Weg nach Afrika. Auch der frühere Kreuzweg aus dem Kommerner „Klösterchen“ hängt inzwischen an den Kapellenwänden der Kapelle in den Slums von Kampala.

2009 war Denis Mpanga, ein Priester aus der Kapellenumgebung auf Einladung von Heinrich Hempsch in Düren zu Gast. Er zelebrierte dort einen Monat lang und machte Urlaubsvertretung für Pastor Josef Wolf in den Pfarrgemeinden St. Antonius und St. Bonifatius.

pp/Agentur ProfiPress

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