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Bunker zu klein für Berndorf-Publikum

Lesung in die Schule am Veybach verlegt – Michael Preute erforschte Regierungsbunker – Buch „Eifel-Krieg“ vorgestellt

Mit seinen Erzählungen und den Ausschnitten aus seinem Buch „Eifel-Krieg“ zog Jacques Berndorf alias Michael Preute die Zuhörer in seinen Bann. Foto: Johannes Mager/pp/Agentur ProfiPress

Mechernich-Satzvey – Rund 160 Zuhörer erlebten nun den Eifelkrimi-Guru Jacques Berndorf in der Aula der „Schule am Veybach“. Eigentlich war es geplant, dass der Autor im ehemaligen Ausweichsitz der Landeszentralbank sein neues Buch „Eifel-Krieg“ vorstellen sollte. Doch die Nachfrage nach Eintrittskarten war so groß, dass das Bunker-Team um Peter Kern, Teamleiter Ordnungswesen bei der Stadt Mechernich,  die Location verlegen musste.

Die geheimnisvolle Atmosphäre des Bunkers als Lesungsort war nicht zufällig gewählt worden. Denn als Berndorf unter seinem richtigen Namen Michael Preute noch kein bekannter Krimiautor, sondern vor allem journalistisch tätig war, beschäftigte er sich lange mit dem sogenannten Regierungsbunker, dem Ausweichsitz der Bundesregierung, zwischen Ahrweiler und Dernau, wie die Zuhörer erfuhren. 1985 veröffentlichte er das Sachbuch „Vom Bunker der Bundesregierung“. Damals bereitete er den Staatsschützern damit Kopfschmerzen. Heute ist das Buch ein Standardwerk für Bunkerforscher. Sogar die Stasi stufte das Buch als wichtig ein. Am Stasi-Exemplar des „Spiegel“-Aufsatzes „Sieben Eide“, einem Auszug aus dem Buch, war handschriftlich vermerkt „Buch beschaffen!“. 1989 schob Preute das Buch „Der Bunker – eine Reise durch die Bonner Unterwelt“ hinterher.

Zu sehen bekamen die Besucher der Lesung in Satzvey auch einen alten WDR-Einspielfilm, in dem ein um viele Jahre jüngerer Preute am Wahrheitsgehalt der offiziellen Aussagen um den Bunker zweifelt. „Ich habe mit dem Mann in dem Film nichts mehr zu tun“, kommentierte Berndorf den Film spitzbübisch, als er nach dieser Einführung die Bühne betrat. Auf seine Bunkerforschung ging er nicht ein, sondern widmete sich viel mehr den Arbeiten zu seinem neuen Buch „Eifel-Krieg“, das sich um Neonazis dreht, die in der Eifel einen abgelegenen Bauernhof bewirtschaften.

„Ich wollte den Krimi zwischendurch nicht mehr machen“, gab er zu. Zu brutal stießen die Recherchen ihn an seine eigene Geschichte und die Frage, was seine Eltern von der Judenermordung während des Nationalsozialismus wussten. Den Bauernhof habe er in seinem Krimi absichtlich an eine Lokalität gesetzt, wo sich in der Wirklichkeit kein solcher befindet. „Ich leide ja ein wenig darunter, dass es Leute gibt, die alle Wege aus meinen Krimis mit dem Auto abfahren“, meinte er augenzwinkernd.

pp/Agentur ProfiPress

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