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Bürger gestalten Kalls Zukunft

Ideenwerkstatt zur Entwicklung des Ortskerns – Rund 100 Bürgerinnen und Bürger diskutierten über Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes, Öffnung der Urft, Verkehrsberuhigung in der Bahnhofstraße, Barrierefreiheit für junge Menschen und Familien – Bausteine für integriertes Handlungskonzept

Kall – Rund 100 Bürgerinnen und Bürger aus Kall haben sich an der Bürgerwerkstatt beteiligt, zu der die Gemeinde Kall eingeladen hatte. Unter der Fragestellung „Wie soll sich Kall in den nächsten Jahren entwickeln“ kamen die Teilnehmer in vier Gruppen zusammen, um gemeinsam Ideen zu sammeln und zu diskutieren. Zum Ende der dreistündigen Werkstatt hatten sich vor allem zwei Ansätze herauskristallisiert: Der Bahnhofsvorplatz könnte ein „Willkommens-Tor“ und die Urftaue zur „Perle von Kall“ werden.

Moderiert wurde die Veranstaltung von Vertretern der Technischen Hochschule und des Planungsbüros „Raumplan“, beide aus Aachen. Im Auftrag der Gemeinde hatten sie sich bereits im Vorfeld einen Eindruck vom Ort gemacht und erste Bausteine für ein integriertes Handlungskonzept entwickelt, das Voraussetzung für eine städtebauliche Förderung ist.

Rolf Westerheide von der Technischen Hochschule Aachen (links) leitete eine der Arbeitsgruppen, hier mit dem Kaller Apotheker Jürgen Lutsch. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress

Rolf Westerheide von der Technischen Hochschule Aachen (links) leitete eine der Arbeitsgruppen, hier mit dem Kaller Apotheker Jürgen Lutsch. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress

„Bürgermeister Herbert Radermacher hat uns ermutigt, über den Tellerrand zu schauen. So haben unsere Studenten zum Teil visionäre, aber auch realistische Konzepte entwickelt“, erzählte Rolf Westerheide vom Lehrstuhl und Institut für Städtebau und Landesplanung an der Technischen Hochschule Aachen.

Viel Potenzial in Bahnhofsvorplatz und Urftaue

Die Kernthesen der Experten deckten sich weitgehend mit der Sicht der Kaller Bürger: Die Aufenthaltsqualität am Bahnhofsvorplatz müsste verbessert werden. Es fehlt an Gastronomie in Kall. Als Tor zur Eifel könne die Gemeinde sich zum touristischen Anlaufpunkt entwickeln. Und: „In der Urftaue, die sich mit viel Grün durch den Ort zieht, steckt viel Potenzial“, so Stadtplaner Uli Wildschütz vom Planungsbüro „Raumplan“.

Eine Bitte an den Bürgermeister: Mit diesem Brief schlugen zwei junge Mädchen den Bau eines Spielplatzes vor. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress

Eine Bitte an den Bürgermeister: Mit diesem Brief schlugen zwei junge Mädchen den Bau eines Spielplatzes vor. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress

Unter dem Motto „Kalls Zukunft mitgestalten“ ging es für die Bürgerinnen und Bürger schließlich in die Gruppen zu den Themenfeldern „Funktionsstärkung der Mitte“, „Gestaltung der öffentlichen Räume“, „Neues Bauen“ und „Freizeit und Erholung“. Die Diskussionen waren sowohl angeregt konstruktiv als auch kritisch kontrovers. Obwohl die Teilnehmer aus allen Altersgruppen und unterschiedlichen Berufsfeldern kamen, kristallisierten sich schnell einige Kernthemen heraus, die auch gruppenübergreifend als Chancen für die Entwicklung des Ortskerns wahrgenommen wurden. Das zeigte sich schließlich auch in der Endabstimmung, in der jeder Teilnehmer je einen Punkt für die aus seiner Sicht sechs wichtigsten Maßnahmen vergeben konnte.

So sah es die Mehrheit als sinnvoll an, mit der Gestaltung des Bahnhofsvorplatzes den Anfang zu machen. „Dieser Platz kann ein Impuls werden“, sagte einer der Bürger, denn die Veranstalter hatten schon zu Beginn klargemacht, dass die Umsetzung des integrierten Handlungskonzeptes auch ein großes Maß an privatem Engagement erfordern würde. „Bei der Städtebauförderung geht es nicht nur um schöne Häuser, da muss auch sozial etwas passieren“, erklärte Rolf Westerheide.

Rund 100 Bürgerinnen und Bürger aus Kall waren zur Ideenwerkstatt in die Aula der Hauptschule gekommen. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress

Rund 100 Bürgerinnen und Bürger aus Kall waren zur Ideenwerkstatt in die Aula der Hauptschule gekommen. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress

Am Bahnhofsvorplatz könnte zum Beispiel neue Gastronomie angeboten werden. Denn in Kall gebe es kein ebenerdiges Café, in dem Senioren, die auf Gehhilfen angewiesen sind, ein Stück Kuchen essen könnten, bemängelte ein Bürger. Barrierefreiheit war auch in anderen Bereichen ein beachtetes Thema. Gleichzeitig war man sich aber auch einig, dass man Anreize für den Zuzug junger Menschen und Familien schaffen müsse. Angedacht wurde in diesem Sinne unter anderem die Tourismusschule als Studienstandort.

Kinder sollen sich in Kall wohlfühlen

Bürgermeister Herbert Radermacher, der ebenso wie sein allgemeiner Vertreter Michael Heller und einige Mitarbeiter der Kaller Verwaltung an den Diskussionen in den Arbeitsgruppen teilnahm, hatte der Bürgerwerkstatt einen Leitspruch vorausgeschickt: „Kinder müssen sich hier wohlfühlen.“ Tatsächlich hatten zwei junge Mädchen ihm zum Auftakt der Veranstaltung einen Brief mit einer Bitte überreicht: „Wir wünschen uns einen neuen Spielplatz. Wir wären sehr glücklich, wenn Sie ihn bauen könnten.“

Die Idee für einen Spielplatz wurde in ganz spezieller Weise wieder aufgenommen, nämlich in Zusammenhang mit der vielfach geforderten „Öffnung“ der Urft, die mit dem Tor zum Nationalpark Eifel zum Alleinstellungsmerkmal für die Gemeinde werden könnte. So wurde in einer Gruppe angeregt, ähnlich wie in früheren Zeiten ein Schwimmbad in die Urft zu integrieren. „Die Urft könnte ein riesengroßer Spielplatz werden“, sagte Mathias Schäfer, als er die Ergebnisse seiner Arbeitsgruppe vorstellte.

Rolf Westerheide führte mit einigen Vorüberlegungen in die Thematik des Abends ein. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress

Rolf Westerheide führte mit einigen Vorüberlegungen in die Thematik des Abends ein. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress

Weitere Ergebnisse aus der Ideenwerkstatt waren die Erhaltung des historischen Ortskerns und die Verkehrsberuhigung vor allem in der Bahnhofstraße. Insgesamt, so Rolf Westerheide, sei Kall ein Ort der kurzen Wege. „Wir können die Ausstrahlung der Gemeinde Kall mit dem, was da ist, aufwerten“, erklärte er und meinte die gute Ausstattung mit Infrastruktur wie Schulen, Rathaus, Ärztehaus, Post, Bank, Supermarkt und Wohngebieten – alles fußläufig im Bereich des Ortskerns. „Das ist nicht selbstverständlich“, betonte er.

Geplant ist nun ein weiteres Treffen mit Kalls Bürgerinnen und Bürgern im Spätsommer, bei dem die Ergebnisse der ersten Bürgerwerkstatt konkretisiert werden sollen. Bis zum Ende des Jahres wollen die Verantwortlichen ein Gesamtpaket mit den Maßnahmen für ein integriertes Handlungskonzept schnüren, um die entsprechenden Fördermittel beantragen zu können. Die Umsetzung sollte dann voraussichtlich innerhalb der folgenden fünf bis acht Jahre erfolgen.

Die Ideen der Teilnehmer wurden während der Diskussion in den Arbeitsgruppen gesammelt. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress

Die Ideen der Teilnehmer wurden während der Diskussion in den Arbeitsgruppen gesammelt. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress

pp/Agentur ProfiPress

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