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Bordstein ist der schlimmste Feind

Im und ums Mechernicher Johanneshaus an der katholischen Pfarrkirche: Senioren der Parkinson-Selbsthilfegruppe trainierten die sichere Handhabung des Rollators

Mechernich – „Das Bild erinnert ein wenig an den Verkehrsübungsplatz des ADAC in Weilerswist. Es geht nur alles zu Fuß und viel langsamer“, schreibt der Journalist Stephan Everling über ein Rollatorentraining im und rund ums Mechernicher Johanneshaus an der Kirche, das die Parkinson-Selbsthilfegruppe organisiert hatte.

Vor der Pfarrkirche St. Johannes Baptist war mit Pylonen ein Slalomkurs abgesteckt worden. Die Teilnehmerinnen – es sind größtenteils Frauen – schieben die Rollatoren vor sich her und versuchen, die kleinen Tipps, die ihnen Übungsleiterin Cornelia Brodeßer gibt, zu beherzigen.

Christa Miehl (m.), die ehemalige Vorsitzende der Parkinson-Gruppe Mechernich, trainiert eifrig mit, obwohl sie selbst nicht von Parkinson betroffen ist: „Doch wer weiß, vielleicht kann mir ein Rollator eines Tages auch einmal gute Dienste erweisen.“ Foto: Stephan Everling/KStA/KR/pp/Agentur ProfiPress

„Ein Rollator ist mehr als nur ein Stützrahmen mit Rädern – das wird bei dem Kurs im Mechernicher St. Johanneshaus deutlich“, schreiben die in der Stadt Mechernich erscheinenden Kölner Tageszeitungen, für die Stephan Everling diese Reportage gemacht hat.

Die Leiterin Cornelia Brodeßer ist Verkehrssicherheitstrainerin der Verkehrswacht. Ein ortsansässiges Sanitätshaus hat für das Training eine ganze Flotte Rollatoren bereitgestellt. Richtig angewendet, können  Menschen mit einem Rollator länger mobil bleiben. Mit Sitz und einer Tasche, in die auch Einkäufe gepackt werden können, ist der mobile Helfer bisweilen sogar ein echter Komfortgewinn.

Bremse links, Bremse rechts

„Kölnische Rundschau“ und „Kölner Stadt-Anzeiger“ schreiben: „Zuerst werden die Rollatoren auf die richtige Höhe eingestellt. Auch Hilfsmittel wie ein großer Poncho für den Fall, dass es regnet, und Fahrradhandschuhe zum Schutz der Hände stellt die Expertin dem Kurs vor. Dann geht es los: Links herum, Bremse links, rechts herum, Bremse rechts, so sind kleine Wendungen mit der rollenden Gehhilfe unkompliziert möglich – ein kleiner, aber ungemein effektiver Trick, der auch eine Kehre in einem Fahrstuhl ermöglicht, ohne den Rollator anheben zu müssen . . .“

Die Handhabung eines Rollators birgt viele Chancen, aber auch einige Gefahren, die nicht unterschätzt werden sollten. „Das Gestänge des Rollators ist in der Regel aus Metall, was bei Stürzen Verletzungen verursachen kann“, warnt Cornelia Brodeßer.

Das sei besonders für den Bauchbereich gefährlich, der auf das Gestänge prallen könnte, falls der Nutzer mit der Gehhilfe das Gleichgewicht verliert. Vor allem, wenn die Tasche voll beladen mit Einkäufen sei oder die Sitzfläche zum Ausruhen benutzt werde, könne das Gerät auf einer abschüssigen Fläche zur Unfallgefahr werden.

Verkehrswacht-Expertin Cornelio Brodeßer trainierte Senior/inn/en in Mechernich: „Es ist fatal, wenn der Rollator überraschend kommt.“ Foto: Stephan Everling/pp/Agentur ProfiPress

Im Jahr 2011 hat sich Brodeßer, die als Verkehrssicherheitsexpertin Kurse für die Verkehrswacht gibt, in die Thematik eingearbeitet. „Fast ein Jahr habe ich recherchiert“, erzählt sie. Gute Informationen gebe es in den Niederlanden. „Wir in Deutschland haben die guten Produkte und die guten Ideen.“

Doch zu den guten Produkten gehöre erst einmal eine gute Beratung. „Ein großes Problem ist es, dass der Rollator meist von Fremden beschafft wird und der Mensch, der ihn nutzen soll, nicht eingebunden wird“, hat Brodeßer festgestellt. Daher werde das Gerät oft nicht auf die richtige Größe eingestellt oder die Handhabung nicht erklärt. So sei vielen Menschen nicht klar, dass die Bremse das wichtigste Teil am Rollator sei.

„Oft habe ich Leute in meinen Kursen, die sagen, so eine Bremse hätten sie gar nicht an ihrem Rollator“, berichtet die Expertin. Dabei sei die richtige Handhabung der Bremse das A und O eines sicheren Umgangs  mit dem Gefährt.

Vom Kippen und Schieben

Die schwierigste Hürde für Rollatorbenutzer hat Brodeßer beim Training im und am Mechernicher Johanneshaus mit Balken und Podesten simuliert: die Bordsteinkante. Mit einem raffinierten Spiel aus Bremsen, Kippen, Schieben, Stehen und Laufen sorgt das System, das die Trainerin lehrt, für Sicherheit.

Beim Heruntersteigen gilt es dann wieder: Bremse ziehen. „Wenn Sie Übergewicht bekommen, rollt der Rollator los, vor allem, wenn Sie ihn mit jeder Menge Einkäufen beladen haben“, erklärt Brodeßer. den Teilnehmern. Ein Rollator sei ja schließlich kein Packesel.

Viele Tricks im Umgang mit Rollatoren lernten Teilnehmer der Parkinson-Selbsthilfegruppe beim Rollator-Führerschein in Mechernich. So etwa, wie man sicher eine Bordsteinkante meistert oder auf engem Raum wendet. Viele Senioren schätzen das Gefährt, das selbst Platz für Einkäufe und einen Regenschirm hat. Foto: Stephan Everling/pp/Agentur ProfiPress

Soweit die Theorie. Nun steht der Praxistest vor der Haustür des St. Johanneshaus an. „Ein geniales Übungsgelände“, zeigt sich Brodeßer begeistert. Denn nun ist nicht mehr der Bordstein das Problem. Vielmehr verkeilen sich die Räder allzu gerne in der kleinen Regenrinne, die dort zu finden ist.

Leihrollatoren vom Sanitätshaus

„Diese Stelle ist am gefährlichsten“, warnt die Verkehrsexpertin. Doch mit Bremse und Ankippen sei auch diese Klippe zu bewältigen. Etwas enttäuscht ist die Vorsitzende der Parkinsongruppe, Cornelia Ahrens, über die geringe Beteiligung. Knapp 20 Mitglieder sind zu der Veranstaltung gekommen. „Ich bin Physiotherapeutin und habe festgestellt, dass viele den Rollator falsch anwenden“, erklärt sie. Doch zu der Veranstaltung seien überwiegend diejenigen gekommen, die die Gehhilfe noch nicht benötigen.

Die Handhabung eines Rollators birgt viele Chancen, aber auch einige Gefahren, die nicht unterschätzt werden sollten. „Das Gestänge des Rollators ist in der Regel aus Metall, was bei Stürzen Verletzungen verursachen kann“, warnt Cornelia Brodeßer. Foto: Stephan Everling/pp/Agentur ProfiPress

Zu ihnen gehört Christa Miehl, die ehemalige Vorsitzende der Gruppe. Ihr verstorbener Mann habe Parkinson gehabt, sie selbst sei nicht betroffen, erzählt sie. Doch wer weiß, vielleicht könnte ihr ein Rollator eines Tages auch einmal gute Dienste erweisen. Daher beteiligt sie sich fleißig an den praktischen Übungen mit den Leihrollatoren. Brodeßer lobt diese Einstellung: „Es ist fatal, wenn der Rollator überraschend kommt.“ Ein großes Problem sei, dass der Rollator meist von Fremden beschafft wird und der Mensch, der ihn nutzen soll, nicht eingebunden wird.

pp/Agentur ProfiPress

 

 

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