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Biogasanlage Bütgenbach Opfer der Finanzmarktkrise?

Banken fordern höheren Eigenkapitalanteil – Betreiber hoffen trotzdem auf Baubeginn im Frühjahr

Bütgenbach – Die weltweite Finanzkrise bremst nicht nur ganze Staaten aus, sondern auch ehrgeizige Vorhaben vor der eigenen Haustür: Diese leidvolle Erfahrung haben die Betreiber einer geplanten Biogasanlage im ostbelgischen Bütgenbach gemacht. Bereits im Frühjahr 2011 hätte mit den Bauarbeiten begonnen werden sollen, der Finanzplan stand – doch: „Die Banken haben uns einen Strich durch die Rechnung gemacht“, sagte René Gauder gegenüber dem Redakteur Arno Colaris des ostbelgischen „Grenz-Echo“. Gauder ist neben Wilfried Heck, Armin Schell, Roger Gauder und Hermann-Josef Pauels einer der fünf Gründer der Lern-Apprend-Genossenschaft, die das Vorhaben auf die Wege gebracht hat.

Der Hintergrund ist, dass die Landwirte aufgrund einer neuen Nitrat-Richtlinie der Wallonischen Regierung über eine Gülle-Lagermöglichkeit von sechs Monaten verfügen müssen. Zum Schutz der Gewässer und um die Böden vor Überdüngung zu bewahren, so die Regierung. Auf der Biogasanlage würden Gülle, aber auch Mist und Gras zu Biogas und  Dünger in Form von Pellets verarbeitet. Mit dem Betrieb der Anlage würden zudem einem Großteil der Landwirte kostspielige Investitionen erspart bleiben. Etwa 70 Landwirte aus der Region gehen fest davon aus, ihre Gülle der neuen Anlage zuzuführen.

Doch das Projekt, das auf einem 5,1 Hektar großen Gelände der Gemeinde Bütgenbach entstehen soll, liegt jetzt erst einmal auf Eis. Der Grund: War bei den  Verhandlungen mit den Geldinstituten zunächst von einer Eigenkapitalquote von 10 bis 15 Prozent die Rede, wurde dieser Anteil kontinuierlich auf bis zu 50 Prozent hochgeschraubt, so das „Grenz-Echo“ in seinem Bericht. „Die Gesamtinvestition beläuft sich auf rund elf Millionen Euro. Etwa 25 bis 30 Prozent der Summe haben wir zusammen. Doch das reicht den Banken offenbar nicht aus“, stellt René Gauder fest. Zudem forderten die Finanzinstitute umfangreichere Garantien, um das geschäftliche Risiko einzugrenzen. Diesen Vertrauensverlust kann Gauder nicht nachvollziehen: „Wir können Beweise und Testergebnisse vorlegen, dass unser Konzept stichhaltig, zukunftsorientiert und rentabel ist.“ Pro Jahr sollen die vier Generatoren der Anlage 16 Millionen Kilowattstunden Strom produzieren. Der grüne Strom wird für den Eigenbedarf genutzt, kann aber auch zum Teil ins öffentliche Netz eingespeist werden. Zu den weiteren Besonderheiten gehören ein Wasserkreislauf und ein Filter- und Entsorgungsverfahren, das umweltschonend ist. Die Dünge-Pellets werden vergleichsweise geruchsarm hergestellt, die bei der Pellets-Pressung anfallende Flüssigkeit kann als sauberes Oberflächenwasser abgeleitet werden.

Die Betreibergesellschaft will auf keinen Fall aufgeben. Denn sie hat ihre Hausaufgaben gemacht: Seit 2005 wurden ungezählte Stunden in das Projekt investiert, das Grundstück steht zur Verfügung, alle Genehmigungen für die Einspeisung des zu produzierenden Strom ins Netz wurden eingeholt. Zudem wird das Bütgenbacher Projekt von der Wallonischen Region bezuschusst. Eine entsprechende Zusage liegt bereits vor.

Mittlerweile laufen die Verhandlungen zweigleisig: Zwar stehen die Bauherren noch mit den Banken in Verhandlungen, aber sie fassen auch ins Auge, externe Investoren mit ins Boot zu nehmen. Im Frühjahr dieses Jahres soll Baubeginn sein. René Gauder ist sich sicher: „Wir mussten in den  vergangenen Jahren einige hohe Hürden nehmen und werden auch die letzte meistern.“

pp/Agentur ProfiPress

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