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Bewegung fürs Leben

In der St.-Nikolaus-Schule in Kall fand eine Ausbildung zum Move-Practitioner stand – Trainerinnen kamen extra aus Österreich – Schüler halfen beim Kursus

Kall – Emsiges Treiben herrschte in der Turnhalle der Sankt-Nikolaus-Schule in Kall: An vier aufeinanderfolgenden Tagen fand dort die Ausbildung zum Move-Practitioner statt. Zwölf Lehrkräfte und Schulbegleiter der Sankt- Nikolaus-Schule sowie vier Lehrkräfte und Schulbegleiter der Hans-Verbeek-Schule (beides Förderschulen mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung) nahmen an der Fortbildung teil. An beiden Schulen wird schon seit ein paar Jahren das Move-Konzept praktiziert.

Move, die Abkürzung steht für Mobility Opportunities Via Education, ist ein Bewegungstraining mit dem Ziel, körperbehinderten Menschen, die nicht selbstständig sitzen, stehen oder gehen können, zu größtmöglicher Mobilität zu verhelfen. Mit einem strukturierten Training werden funktionelle Bewegungen unterrichtet, die der behinderte Mensch sofort umsetzen kann. Die Move-Trainerinnen Claudia Penn und Elisabeth Ringer-Neumann reisten extra aus Österreich an, um den Move-Kursus in Kall zu leiten. Kompetent vermittelten sie allen Teilnehmern der Fortbildung die „sechs Schritte“, die das Move- Programm umfasst.

Um die Inhalte des Programms praktisch umzusetzen, nahmen zeitweise auch Schüler und Eltern teil. Zunächst ermittelten die Teilnehmer anhand des Motor-Milestone-Assessments die vorhandenen motorischen Fertigkeiten der einzelnen Schüler. In einem nächsten Schritt ging es darum, gemeinsam mit dem Schüler und den Eltern Ziele zu entwickeln, die sich an den Bedürfnissen der Familien orientieren.

In der Turnhalle der Sankt-Nikolaus-Schule herrschte bei der Ausbildung zum Move-Practitioner emsiges Treiben. Foto: Sankt-Nikolaus-Schule/pp/Agentur ProfiPress

Welche motorischen Fertigkeiten nötig sind, war das nächste Thema. Die Teams überlegten, welche Fertigkeiten bedeutend sind, zum Beispiel das Aufstehen, Gehen mit Gehhilfe oder Treppensteigen und welche Hilfsmittel dafür benötigt werden. Außerdem wurde geplant, wie die benötigten Fertigkeiten im Unterrichtsalltag geübt werden können. Laut der beiden Move-Trainerinnen aus Österreich kann es oft Monate oder sogar Jahre dauern, bis das jeweilige Ziel erreicht wird.

Großes Ziel des Bewegungsprogramms ist die Erleichterung des Alltags. Dabei spielen auch einfache alltägliche Hilfsmittel eine große Rolle. Die Trainerinnen zeigten, wie man einfache Bretter, rutschfeste Folien, einfache Drehstühle mit Rollen, kleine Erhöhungen aus Brettern oder Keilen und Ähnliches zu effektiven Hilfen umfunktionieren kann. Anstatt mit zwei Leuten eine Person vom Rollstuhl ins Bett zu heben, zeigten die Trainerinnen, wie es mit Hilfe eines einfachen Brettes möglich ist, den Betroffenen im Sitzen vom Rollstuhl ins Bett zu transportieren.

Am Ende des Kurses erhielten alle Teilnehmer ein Zertifikat, welches ihnen ermöglicht, Move zu unterrichten. Damit bekommen nun die Mitarbeiter, die derzeit schon Move an der Sankt-Nikolaus-Schule und der Hans-Verbeek-Schule unterrichten, tatkräftige Unterstützung.

www.move-austria.com

pp/Agentur ProfiPress

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