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2.000 Teilnehmer folgten Sankt Martin durch das LVR-Freilichtmuseum Kommern

Mechernich-Kommern – Sie kamen aus Aachen und Bonn, aus Köln und aus Borken: Rund zweitausend Teilnehmer folgten am vergangenen Sonntag Sankt Martin auf dem mit unzähligen Stall-Laternen beleuchteten Weg durch den Museumswald und die vier Baugruppen des LVR-Freilichtmuseums Kommern. Traditionell bildet der museale Martinszug den Auftakt der Martinsumzüge im Kreis Euskirchen. Und was die Teilnehmer betrifft, dürfte er der Martinszug mit dem größten Einzugsgebiet sein.

Der Bettler war in Kommern eine Bettlerin: Museumslandwirtin Antonia Zimmermann kauerte in Lumpen neben dem wärmenden Feuer. Foto: Hans-Theo Gerhards/LVR/pp/Agentur ProfiPress

Der Bettler war in Kommern eine Bettlerin: Museumslandwirtin Antonia Zimmermann kauerte in Lumpen neben dem wärmenden Feuer. Foto: Hans-Theo Gerhards/LVR/pp/Agentur ProfiPress

Hoch zu Ross begrüßte Museumslandwirt Karl-Heinz Hucklenbroich als heiliger Martin im Gewand eines römischen Offiziers, begleitet von seinen beiden Töchtern, die Kinder und ihre Eltern vor dem festlich beleuchteten historischen Tanzsaal aus Pingsdorf. In der Baugruppe Westerwald setzte sich dann der Zug in Bewegung. Liesel Retetzki, die sonst im Freilichtmuseum als Akteurin des Museumsprogramms „Gespielte Geschichte“ die Ordensschwester Clara Fey verkörpert, hatte zuvor in einer alten Scheune Hunderten gespannt Zuhörenden die Legende erzählt, die sich um den Heiligen Martin rankt.

Zum ersten Mal wirkten ehrenamtliche Helfer des Museumsfördervereins mit. Sie halfen bei der Aufstellung des Umzugs und teilten Liederhefte aus. Intoniert wurde das Liedgut von vier Musikkapellen: Sie kamen aus Eschweiler über Feld, Kall-Keldenich, Kall-Urft und Mechernich. Die Bergkapelle Mechernich begleitete den Zug in der traditionellen Tracht, die die Kumpel des früheren Mechernicher Bleibergwerks an Festtagen trugen. Für Licht und Sicherheit sorgten die historischen Löschgruppen aus Schleiden-Pronsfeld, Mechernich-Obergartzem und erstmals die Löschgruppe aus Bad Münstereifel-Arloff. Mit Pechfackeln begleiteten sie den mehr als einen Kilometer langen Umzug.

Hoch zu Ross begrüßte Museumslandwirt Karl-Heinz Hucklenbroich als heiliger Martin, begleitet von seinen beiden Töchtern, die Kinder und ihre Eltern zum Museums-Martinszug. Foto: Hans-Theo Gerhards/LVR/pp/Agentur ProfiPress

Hoch zu Ross begrüßte Museumslandwirt Karl-Heinz Hucklenbroich als heiliger Martin, begleitet von seinen beiden Töchtern, die Kinder und ihre Eltern zum Museums-Martinszug. Foto: Hans-Theo Gerhards/LVR/pp/Agentur ProfiPress

Mittendrin steuerte Martin Reinartz, ehemaliger Museumsmitarbeiter, einen alten Deutz-Trecker mit Leiterwagen, auf dem Gänseliesel der katholischen Grundschule Arloff die aus ihrem Holzkäfig etwas verwundert dreinschauenden Martinsgänse begleiteten.

Modern allerdings war das Tanklöschfahrzeug, mit dem die Obergartzemer das Martinsfeuer auf der großen Windmühlenwiese bewachten. Hier konnten die Teilnehmer erleben, wie St. Martin getreu seiner Legende seinen Offiziersmantel mit einem frierenden Bettler teilte. Genau genommen war es in Kommern jedoch eine Bettlerin: Museumslandwirtin Antonia Zimmermann kauerte in Lumpen neben dem wärmenden Feuer.

Mit Kinderpunsch, Kakao, Glühwein und deftiger Kartoffelsuppe im historischen Tanzsaal fand der seit 14 Jahren stattfindende Martinszug seinen Abschluss. Hier gaben Sankt Martin und Mit-Organisatorin Renate Waeser auch die Martinswecken aus der Museumsbäckerei aus.

pp/Agentur ProfiPress

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