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Beschluss für Anfang März erwartet

Stadt Mechernich und Kreis Euskirchen informierten im Rat der Stadt über den aktuellen Sachstand der Spielplatzsanierung –Stadt will auch Bodenproben auf Bolz- und Sportplätzen nehmen – Grundstückseigentümern im Bereich Vierwege/Feyermühle liegen Ergebnisse vor

Mechernich – Die Sanierung der Kinderspielplätze im Stadtgebiet Mechernich wegen zu hoher Bleigehalte hatte die Stadtverwaltung nicht auf die lange Bank geschoben, sondern selbst in Angriff genommen. Auch stellte die Stadtverwaltung einen Förderantrag an den Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung (AAV) mit Sitz in Hattingen, um Unterstützung zu erhalten.

Aktuell wird der Spielplatz am Wacholder in Kommern saniert. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

Der dafür notwendige AAV-Vorstandsbeschluss wird für Anfang März erwartet. „Eigentlich sollte die Sitzung bereits im Dezember stattfinden, wurde aber wegen Corona verschoben“, berichtete Peter Kern im Stadtrat am Dienstag. Der ehemalige Ordnungsamt-Chef, der sich eigentlich seit 31. Dezember im Ruhestand befindet, begleitet das Projekt der Sanierung, das später vom Verband europaweit ausgeschrieben wird.

„Die Mitarbeiterin des AAV ist auch schon im Stadtgebiet unterwegs, hat sich kundig gemacht und bereitet – neben dem Vertrag – auch schon inhaltliche Maßnahmen vor“, so Achim Blindert, designierter Allgemeiner Vertreter des Landrats im Kreis Euskirchen. Der AAV gebe keinen Zuschuss zur Maßnahme, sondern trete selber in die Arbeiten ein und übernehme das Projekt. Nach Vertragsschluss erfolge die europaweite Ausschreibung der Sanierung durch den Verband.

Noch Kosten von 3,3 Millionen Euro

„Die derzeit geschätzte Sanierungssumme der restlichen Spielplätze, die noch saniert werden soll, liegt bei etwa 3,3 Millionen“, so Kern. Den überwiegenden Teil davon, nämlich geschätzte 80 Prozent trage der AAV, den Rest die Kommune, genauso wie die angefallenen Kosten für die bisherigen Arbeiten auf fünf Spielplätzen.

Hans-Peter Kern, früherer Ordnungsamts-Chef und aktuell zuständig für die Blei-Sanierung der Spielplätze berichtete im Rat der Stadt über den aktuellen Sachstand. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

„Das war uns von Anfang an klar“, betonte Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick. Untätig abzuwarten, sei zu keinem Zeitpunkt eine Option gewesen. Rund 290.000 Euro sind daher von städtischer Seite bereits in die Sanierung diverser Mechernicher Spielplätze geflossen – darunter Obergartzem, Lückerath, Vollem, am Alten Casino Mechernich, Wacholder und Pützgasse Kommern. In Lückerath waren zuvor bei Bodenproben Spuren von Arsen gefunden worden. Spenden unterstützten das Projekt in Vollem und am Wachholder Kommern.  

Bolz- und Sportplätze

Bolz- und Sportplätze im Stadtgebiet sind bislang außen vor. Laut Kern setzt das NRW-Umweltministerium dort eine Marke von 5.000 Milligramm pro Kilogramm Blei, weil „nicht gebuddelt, sondern nur gelaufen“ wird. Gutachten hatten ausgearbeitet, dass Staubaufwirbelungen mit einem Gehalt von bis zu 20.000 Milligramm ungefährlich sind. Dennoch will die Stadt Mechernich ein Auge darauf haben und Werte kontrollieren: „Wir werden also im Laufe des Jahres auch alle Sport- und Bolzplätze beproben lassen“, so der ehemalige Ordnungsamts-Chef. Bisherige Gutachten und Werte der Kinder-Spielflächen seien im Internet abrufbar. Dort könne man auch nachlesen, wann, welcher Platz gemacht werden soll.

Die Zuständigkeit des „AAV“ beim Projekt der Spielplatz-Sanierung erläuterte Achim Blindert vom Kreis Euskirchen. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

Blindert berichtete, dass inzwischen auch eine ständige Arbeitsgruppe eingerichtet worden ist. Regelmäßig sitzen demnach NRW-Umweltministerium (LANUV), Bezirksregierung Köln, Stadt Mechernich, Gemeinde Kall und Kreis Euskirchen zusammen: „In dem Kreis werden wir die Themen zukünftig sehr intensiv diskutieren und auch Maßnahmen daraus einzeln ableiten, so dass wir die übergeordneten Behörden direkt mit am Tisch haben.“

Merkblatt an Haushalte verteilt

Die Kreisverwaltung hatte erst vor wenigen Monaten mit einer Auflage von 18.230 Stück das Merkblatt zur Mechernich-Kaller-Bleibelastungszone an alle Haushalte in der betroffenen Region verteilt, informierte Iris Hanke von der Kreisverwaltung: „In 2020 verzeichnete die untere Bodenschutzbehörde beim Kreis 243 Anfragen, wobei man speziell einen Anstieg nach Veröffentlichung und Verteilung des Merkblattes feststellen konnte.“

Bei Baugenehmigungsverfahren seien jetzt gleichzeitig Bodenproben erforderlich, sagte Hanke und weiter: „Dazu bedarf es einer entsprechenden Beratung der Bauherrinnen und Bauherren.“ Dabei sind beispielsweise Gestaltung und Nutzung der Freiflächen auf dem jeweiligen Grundstück ein Thema. Auch in der Baugenehmigung werde auf die Vorgaben zusätzlich nochmals hingewiesen.

Kreis-Mitarbeiterin Iris Hanke informierte im Rat der Stadt, dass jetzt die Ergebnisse der Bodenproben im Mechernicher Baugebiet „Vierwege/Feyermühle“ den Eigentümern vorliegen. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

Mittlerweile lägen auch die Ergebnisse der Bodenproben der Grundstücke vor, die der Kreis Euskirchen zusammen mit der Stadt Mechernich im Gebiet „Vierwege/Feyermühle“, mit Einverständnis der Eigentümer, hat vornehmen lassen. „Sie sehen, die ermittelten Bleigehalte auf den insgesamt 78 Grundstücken schwanken zwischen unter 70 und 5.000. Das ist enorm, aber wiederum positiv zu sehen ist, dass, bezogen auf die oberste Schicht nur zehn Grundstücke oberhalb von 1.500 Milligramm liegen“, sagte Hanke. Aus den Untersuchungen abgeleitete Empfehlungen würden im Einzelnen mit den betroffenen Anwohnern besprochen werden.

pp/Agentur ProfiPress

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