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Beifall für Lebensretterin

Rotkreuzlerin Simone Heiliger aus Zülpich spendete Knochenmark für einen Patienten in England – Gast beim Monatstreffen der Hilfsgruppe Eifel in Roggendorf – Willi Greuel: „Trotz Spendenrückgang können wir alle Verpflichtungen erfüllen“ – 1000 Euro vom Eiscafé Cortina

Mechernich-Roggendorf/Kall – Es ist bereits 18 Jahre her, dass die Hilfsgruppe Eifel im Jahr 2002 in Mechernich eine große Typisierungsaktion für zwei an Leukämie erkrankte Menschen aus dem Zülpicher Stadtgebiet veranstaltet hat. 1100 Männer und Frauen unterzogen sich an diesem Tag in der Aula der Hauptschule im Sande einen Bluttest.

Die Zülpicher Rotkreuzlerin Simone Heiliger, hier im Gespräch mit Willi Greuel, wurde 18 Jahre nach ihrer Teilnahme an einer Typisierungsaktion der Hilfsgruppe Eifel, als Stammzellenspenderin für einen Patienten in England herangezogen. Foto: Reiner Züll pp/Agentur ProfiPress

Darunter war auch Simone Heiliger, eine junge Frau aus Zülpich, die sich jetzt aufgrund ihrer damaligen Typisierung als Lebensretterin bewähren konnte und für einen Patienten aus England Stammzellen gespendet hat.

Beim jüngsten Monatstreffen der Hilfsgruppe Eifel für tumor- und leukämiekranke Kinder in Roggendorf war das Ehepaar Heiliger, das seit Jahren zu den treuen Unterstützern der Hilfsgruppe zählt, zu Gast. Simone Heiliger berichtete über die lange Zeit zwischen der Typisierung vor 18 Jahren und der jetzt erfolgten Knochenmarkspende.

18 Jahre vergingen

1080 Milliliter Knochenmark seien ihr in der Klinik im Kölner Mediapark aus dem Beckenkamm entnommen und sofort nach England gebracht worden, erzählte die Römerstädterin, die beim Roten Kreuz im Kreis Euskirchen beschäftigt ist. Sie würde es jederzeit wieder machen, so Simone Heiliger.

Kathi Greuel und Kerstin Tampier von der Hilfsgruppe Eifel nahmen 1000 Euro von Danilo De Cesero entgegen. Er und seine Frau Petra betreiben in Kall das Eiscafé Cortina, das in diesem Jahr sein 50-jähriges Geschäftsjubiläum hätte feiern können, wenn die Corona-Pandemie nicht gewesen wäre… Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Den Empfänger würde sie gerne persönlich kennenlernen, wenn die mehrjährige Sperrfrist vorbei ist und er überlebt, worauf die Zülpicherin inständig hofft. Die Mitglieder der Hilfsgruppe applaudierten.

Der Lückerather Hilfsgruppensprecher Willi Greuel berichtete, dass die Hilfsgruppe Eifel seit 1992 mit der Deutschen Knochenmarkspender-Datei (DKMS) elf Typisierungsaktionen durchgeführt und finanziert hat. Über 24.000 Eifeler seien dabei typisiert und in die weltweite Spenderdatei aufgenommen worden.

355 von 24.000 spendeten

Von ihnen hätten bislang bereits über 350 Stammzellen Stammzellen gespendet – und zwar für Patienten in der ganzen Welt. Simone Heiliger sei die 355. Echtspenderin aus den Eifeler Hilfsgruppen-Aktionen. Greuel: „Eine Zahl, die uns stolz macht“. Viele Freundschaften zwischen Spendern und Empfängern seien entstanden.

Wenn auch das Spendenaufkommen in den vergangenen Monaten durch die Corona-Pandemie stark zurückgegangen sei, so verfüge die Hilfsgruppe doch über eine Rücklage für den Fall, dass eine weitere Typisierungsaktion für einen Leukämiekranken aus der Eifel akut erforderlich werden sollte, so Willi Greuel.

Pia Benz (links), die Ortsvorsteherin von Katzvey, hatte Corona-Schutzmasken zugunsten der Hilfsgruppe Eifel genäht. Jetzt übergab sie beim Roggendorfer Stammtisch 550 Euro an Kathi Greuel. Pia Benz ist selbst engagiertes Mitglied der Kaller Kinderkrebshilfe. Foto: Reiner Züll pp/Agentur ProfiPress

In Kall sei aktuell ein Kind an Leukämie erkrankt. Sollte in absehbarer Zeit ein Stammzellenspender gesucht werden müssen, stehe die Hilfsgruppe bereit, um eine weitere Typisierungsaktion zu organisieren. Greuel: „Am Geld darf so etwas nicht scheitern“.

100.000 Euro weniger Spenden

Allein durch ausgefalle Großveranstaltungen wie zum Beispiel die Oldienacht, das Familienfest und das Lorbacher Oktoberfest sowie zahlreiche Konzerte von Vereinen zugunsten der Hilfsgruppe summiere sich der Ausfall an Spenden bislang auf mehr als 100.000 Euro. Dennoch könne die Hilfsgruppe ihren festen Verpflichtungen gegenüber drei Förderschulen in Kall, Schleiden und Euskirchen, sowie zwei integrativen Kindergärten in Kall und Mechernich nachkommen.

Leider habe die seit vielen Jahren von der Hilfsgruppe finanzierte Ferienfreizeit der Kaller St. Nikolausschule an der Nordsee wegen der Corona-Krise 2020 gar nicht stattfinden können.

1100 Menschen ließen sich im Jahr 2002 in Mechernich typisieren, darunter auch die jetzt beim Stammtisch der Hilfsgruppe Eifel gefeierte Simone Heiliger, die Stammzellen für einen Engländer spendete. Mechernichs Bürgermeister Dr. Hans Peter Schick (r.) hatte die Hilfsgruppe Eifel für tumor- und leukämiekranke Kinder damals bei der Typisierungsaktion als Schreibkraft unterstützt. Foto: Reiner Züll pp/Agentur ProfiPress

Dank einer großen Spende der Tischlerinnungen Euskirchen und Düren-Jülich sei das Spendenaufkommen im September mit insgesamt 24.700 Euro gegenüber den Vormontagen relativ hoch gewesen. Das bisherige Gesamt-Spendenaufkommen im Jahr 2020 bezifferte Greuel auf insgesamt 134.000 Euro. Seit der Gründung im Jahr 1992 habe die Eifeler Bevölkerung der Hilfsgruppe Spendengelder von insgesamt 7,3 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

Statt Fest 1000 Euro für die Hilfsgruppe

Beim Monatsstammtisch in Roggendorf werden Spendengelder traditionsgemäß persönlich übergeben, so auch diesmal. Das Ehepaar Danilo und Petra De Cesero aus Kall überreichte einen Umschlag mit 1000 Euro. Das Ehepaar betreibt in Kall das Eiscafé Cortina, das in diesem Jahr sein 50-jähriges Geschäftsjubiläum hätte feiern können.

Auch Kaller Feuerwehrleute (r.) ließen sich 2002 bei der Aktion der Hilfsgruppe in Mechernich typisieren. Bislang bringt es die von Willi Greuel und Helmut Lanio geleitete Hilfsgruppe für tumor- und leukämiekranke Kinder auf 24.000 Typisierte und 355 Spender. Foto: Reiner Züll pp/Agentur ProfiPress

Das Fest fiel wegen Corona ins Wasser, weshalb sich Danilo De Cesero für die 1000-Euro-Spende an die Hilfsgruppe entschied.

Einen Betrag von 550 Euro übergab die Katzveyer Ortsvorsteherin Pia Benz an Kathi Greuel. Benz, die selbst aktives Mitglied der Hilfsgruppe Eifel ist, hatte Corona-Schutzmasken genäht, und diese zugunsten der Hilfsgruppe Eifel für tumor- und leukämiekranke Kinder verkauft.

pp/Agentur ProfiPress

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