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Bahnhofsvorplatz als zentraler Platz

Informationsveranstaltung des Quartiersmanagements der Gemeinde zum Integrierten Handlungskonzept – Projekte erstrecken sich über mehrere Jahre

Kall – Der aktuelle Zustand des Bahnhofsvorplatzes, der sich mitten im Umbau befindet, war zuletzt auch Thema in einem sozialen Netzwerk. Von einer „protzigen Treppe“ oder einer „Asphaltwüste“ war dort zu lesen. Auch wurde diskutiert, ob die Politik am Bürgerwillen vorbei entschieden habe – trotz zweier 2016 durchgeführten Bürgerwerkstätten, bei der die Kaller ihre Wünsche äußern durften.

Die Gemeinde Kall und ihr Quartiersmanagement nahmen dies zum Anlass, noch einmal über das Integrierte Handlungskonzept zu informieren. Der Umbau des Bahnhofsumfeldes ist ein Maßnahmenbaustein dieses Gesamtkonzeptes. Lediglich knapp 40 Interessierte, darunter auch Vertreter aus Verwaltung, Politik und Medien, fanden sich im Haus der Begegnung ein. Bürgermeister Hermann-Josef Esser gab unumwunden zu, dass er angesichts der Intensität der vorausgegangenen Internet-Diskussion mit einer wesentlich höheren Beteiligung gerechnet hatte.

Knapp 40 Bürger, Politiker, Medienvertreter und Verwaltungsmitarbeiter waren zur Informationsveranstaltung im Haus der Begegnung erschienen. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Tobias Feld, bei der Gemeinde für den Bereich Städtebau zuständig, machte direkt zu Beginn deutlich: Das Integrierte Handlungskonzept, kurz InHK, mit seinen Themenfeldern „Funktionsstärkung der Mitte“, „Gestaltung öffentlicher Räume“, „Neues Bauen“ und „Freizeit und Erholung“ erstrecke sich in Gänze über einen Zeitraum von mehreren Jahren. Zudem erläuterte er kurz die Inhalte der einzelnen Themenfelder. Maike Polzenberg vom Büro Raumplan aus Aachen stellte die Planungen zur Neuanlage des Urftauenparks im Bereich des Hallenbades vor, den die Planer als „grüne Lunge von Kall“ bezeichneten. Für die Umsetzung wurde eigens ein Wettbewerb ausgelobt. 13 Büros aus dem gesamten Bundesgebiet haben an diesem Wettbewerb teilgenommen und zählbare Ergebnisse aufgezeigt. Sieger des Wettbewerbs war das Büro Weidinger aus Berlin, das aktuell mit der Planung der Neugestaltung beschäftigt ist. Im kommenden Jahr wird der Urftauenpark in seine Umsetzung gelangen, sodass die Kaller Bürgerinnen und Bürger schon sehr bald in diesem Bereich die Natur und vor allem die durchfließende Urft erleben können.

Rathausplatz als „Kalls neues Wohnzimmer“

Raumplan-Chef Uli Wildschütz widmete sich hingegen dem Konzept für den Ortskern. „Die Bahnhofstraße sollte ursprünglich eine Allee werden mit Parkmöglichkeiten auf beiden Seiten, erleichterten Fußgängerquerungen und wenn möglich mit Tempo 30.“ Dort, wo vor den Häusern ausreichend Platz vorhanden ist, sollen Grünstreifen entstehen. Der neu gestaltete Rathausvorplatz solle „Kalls neues Wohnzimmer“ mit Baumkarree, Brunnen und Bänken werden.

Uli Wildschütz vom Aachener Büro Raumplan stellte die Pläne für die Kaller Ortsmitte ausführlich vor. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Ganz anders der Bahnhofsvorplatz. Gewünscht war von den Bürgern ein „zentraler Platz im Ortszentrum von Kall“, so Wildschütz, „der eine multifunktionale Nutzung ermöglicht. Nach Fertigstellung soll der Platz für Marktgeschehen, Konzerte und Festivitäten aller Art genutzt werden.“ Damit der Platz angemessen groß wird, müsse die Treppe nah vor dem drei Meter höher gelegenen Bahnhofsgebäude errichtet werden. Allerdings muss sie noch weit genug vom Bahnhof entfernt sein, damit die Feuerwehr mit ihren Fahrzeugen bis unmittelbar vor das Gebäude fahren kann. Zudem ist der Planer überzeugt, dass die Treppenanlage nicht nur von „wartenden jungen Leuten genutzt wird, sondern darüber hinaus auch zur Belebung des Platzes beitragen wird“.

Immer wieder wurde während der Veranstaltung deutlich: Das Aussehen des Bahnhofsvorplatzes soll erst nach der Fertigstellung bewertet werden. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Wildschütz gibt aber zu bedenken: Aktuell fehle noch der Platzcharakter, da zum einen die Arbeiten noch nicht abgeschlossen sind und zum anderen die flankierende Bebauung der beiden geplanten Geschäftshäuser noch ausstehe. In den nächsten Wochen werden die beiden Technikräume angrenzend an die Treppenanlage errichtet, die Bäume (Hainbuchen) auf dem Platz gepflanzt und eine Bushaltestelle installiert. Damit die beiden Ebenen zwischen Bahnhofsumfeld und dem neuen Bahnhofsplatz barrierefrei erreicht werden können, wird zudem ein Hublift an einem der beiden Technikräume angebracht. Die Fertigstellung des Platzes wird bis zum Jahresende 2020 erfolgen, so dass der Platz im kommenden Jahr seine Nutzung aufnehmen kann.

Bürgermeister Hermann-Josef Esser betonte, dass die Verwaltung derzeit mit Investoren im Gespräch sei, die eine zeitnahe Bebauung der beiden an den Bahnhofsplatz angrenzenden Flächen in Aussicht stellten. „Wir sind guter Dinge, dass die Investoren Wort halten und zeitnah ihr Vorhaben im Ortszentrum von Kall umsetzen“, so Bürgermeister Esser.

Bäume werden bis zu 15 Meter hoch

Das Quartiersmanagement, das von Gemeindeseite aus von Tobias Feld betreut wird, hatte zur Informationsveranstaltung eingeladen. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Die noch zu pflanzenden Hainbuchen auf dem neuen Bahnhofsplatz sollen, wenn sie ausgewachsen sind, eine Höhe von 10 bis 15 Metern erreichen und eine Krone von 12 Metern aufweisen. Pro Baum wurden unter der Platzoberfläche zwölf Kubikmeter Substrat eingebracht sowie ein Bewässerungssystem installiert, damit ein Anwachsen der Bäume gewährleistet werden kann. „Bei großer Trockenheit müssen die Bäume dennoch durch den Bauhof gewässert werden“, so Wildschütz. Um weitere Begrünungsmöglichkeiten auszuschöpfen, beabsichtigt die Verwaltung zudem mobile Pflanzkübel auf dem Bahnhofsplatz aufzustellen, die darüber hinaus bei Veranstaltungen als mögliche Absperrvariante entlang der Platzkante zur Bahnhofsstraße genutzt werden könnten.

Auch die Deutsche Bahn, mit der die Gemeinde in Verhandlungen stehe, greife den Impuls des Integrierten Handlungskonzepts auf. So soll der Zugang zum Busbahnhof auf der anderen Seite deutlich großzügiger werden, damit der zurzeit noch vorhandene Angstraum verschwindet. „Das geht dann nicht mehr um drei Ecken, sondern die andere Seite der Unterführung ist erkennbar“, so Wildschütz. Denkbar seien auch durchgehende Lichtwände auf beiden Seiten der Unterführung.

Raumplan-Mitarbeiterin Maike Polzenberg widmete sich der Gestaltung des Urftauenparks. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Die Bahn wolle außerdem die Elektrifizierung zwischen Kalscheuren und Kall vorantreiben, erklärte Esser. Mit einer Fertigstellung sei nach derzeitigem Stand aber nicht vor 2033 zu rechnen. Dann erhalte Kall aber einen S-Bahn-Zugang nach Köln, was den Ort deutlich attraktiver für Pendler mache. Mit den Worten: „Wir machen uns schon Gedanken, wie wir den Ort gestalten und attraktiv halten, denn auch wir wollen es schön haben in Kall“, schloss er die rund zweistündige Informationsveranstaltung.

pp/Agentur ProfiPress

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