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Außergewöhnliche Frauen im Porträt

Sie waren ihrer Zeit weit voraus und haben heute noch Vorbildcharakter – Kreis-Geschichtsverein stellte im Mechernicher Rathaus erstmals das Buch „Frauen – Auf dem Weg zur Gleichberechtigung“ der Öffentlichkeit vor – „Kinder und Küche“ war in ländlichen Regionen der oft vorgezeichnete Weg

Mechernich – Das Licht war im Ratssaal eigens etwas gedimmt worden, denn historische Fotos in leicht unscharfer schwarz-weiß-Optik zierten die Leinwand. Mal zeigten sie acht Geschwister wie Orgelpfeifen nebeneinander aufgestellt, dann eine Frau in Nonnenkleidung, später eine Obst- und Gemüsehändlerin mit ihrem Handwagen. Geschichtsträchtige Frauen, die unterschiedlicher nicht hätten sein können, waren im Fokus der Buchvorstellung.

Elf der insgesamt dreizehn Autoren, die an dem Band „Frauen – Auf dem Weg zur Gleichberechtigung“ mitgewirkt haben. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

Der Geschichtsverein des Kreises Euskirchen stellte an diesem Abend den zweiten von zwei Bänden vor, deren dreizehn Autoren sich mit 40 außergewöhnlichen Frauen aus der Region und ihrem Lebensweg beschäftigten. Die Frauen haben Karriere gemacht, sind ungewöhnliche Wege gegangen oder haben sich für andere tausendfach eingesetzt und nicht zuletzt sich auch gegen die in dieser Zeit herrschende Männerdomäne zu behaupten gewusst – obwohl das sicher nicht immer einer der leichtesten Wege gewesen war.

„Frauen“ ist ein Projekt, das im Jahr 2014 mit einer Ausstellung im Euskirchener Rathaus begann, berichtete Dr. Gabriele Rünger, Vorsitzende des Kreis-Geschichtsvereins. Der erste Band wurde in Blankenheim, der zweite jetzt in Mechernich im Rathaus der Öffentlichkeit vorgestellt. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur Profipress

Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick würdigte das Wirken der Frauen: „Sie sind Vorbilder auch für heutige Mädchen und Frauen. Denn die Damen waren Ihrer Zeit weit voraus. Sie überwanden die vorgegebenen Grenzen des jeweils zeitbedingten Frauenbildes – jede auf ihre Weise.“ Sicher habe man bis heute schon einiges erreicht in Sachen Gleichberechtigung, doch man sei noch längst nicht am Ziel angekommen. Allerdings, so betonte er, die Gleichberechtigung baue nicht auf Gleichheit, sondern vielmehr auf Gleichwertigkeit auf.

„Kinder und Küche“

Kinder und Küche – so sah früher für die meisten Frauen auf dem Lande der vorgezeichnete Weg aus. Wer dem entfliehen wollte, für den war die Kirche, der Orden im ländlich katholisch geprägten Raum ein durchaus gangbarer Weg. Andere behaupteten sich auf andere Art und Weise, wie die Porträts des Abends deutlich machten.

Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick freute sich, dass die Buchvorstellung in Mechernich stattfand. Sieben Persönlichkeiten aus dem Stadtgebiet werden in dem jetzt veröffentlichen Werk porträtiert. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

Dr. Petra Holz, Dr. Gabriele Rünger, Gabrielle Thumann-Langva, Hans-Gerd Dick und nicht zuletzt Hans-Helmut Wiskirchen stellten ihre Ausarbeitungen zu der Vita der Frauen vor. Darin arbeiteten sie Neues, Wissenswertes, Anekdoten und Charakteristika heraus, beleuchteten genauso aber auch die Zeit, in der die Frauen und ihr Leben eingebettet waren. Da die Präsentation in Mechernich stattfand, wurden sieben Mechernicher Originale und Persönlichkeiten besonders hervorgehoben. 

Sieben Mechernicherinnen

Wie „Feuse Griet“ (Anna Margareta Feuser), die rührige Straßenhändlerin, eins der bekanntesten Gesichter in der Stadt, die alle Mühen auf sich nahm, um ein selbstbestimmtes Leben führen zu können. Oder Dr. Fanny Imle, eine eindrucksvolle und ungewöhnliche Frau, die es wagte eine wissenschaftliche Studie über den Bergbau, eine klassische Männerdomäne zu schreiben und die herrschenden, unsozialen, fast schon mittelalterlichen Zustände dort anzuprangern.

Die Zuschauer lauschten konzentriert den Ausführungen der Autoren im Mechernicher Ratssaal. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

Schwester Anna Huberta (Roggendorf) verschaffte der Eintritt in den Orden Zugang in die weite Welt. In Indien kümmerte sie sich aufopferungsvoll um Waisenkinder und ging daher als „Engel der Findelkinder“ in die Geschichte ein. Für Helene Kreuser wurde der Mechernicher „Kreuserstift“, ein Waisenhaus, aber auch für altersschwache kränkliche Berg-Invaliden errichtet, zum Lebenswerk.

Dr. Paula Zander war eine engagierte Landärztin „mit prachtvoller Entschlusskraft“, die trotz räumlich großer Distanzen mit dem Motorrad von Satzvey aus ihren Weg zu ihren Patienten fand und als erste Mechernicherin mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt wurde. Schwester Maria Engratia (Eick), die sich als Franziskanerin sozial stark engagierte, so in Metz, in den USA und in Salzkotten. Tony Eick-Eschelbach gilt als „Mechernicher Wunderkind“, sie war ein Multitalent und gefeierte Künstlerin, sie war Schriftstellerin, Musikerin und Malerin, vor allem verhalf sie dem deutschen Volkslied zur Wiedergeburt. 

Historiker Hans-Gerd Dick hatte sogar das Originalwerk von Dr. Fanny Imle, das sich kritisch mit den Arbeitsbedingungen im Mechernicher Bergwerk auseinandersetzt, im Gepäck für die Gäste der Buchpräsentation. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

„Frauen“ ist ein Projekt, das im Jahr 2014 mit einer Ausstellung im Euskirchener Rathaus begonnen hatte, so Rünger. Daraus habe sich dann die Idee entwickelt, die Geschichte der Frauen im Kreis Euskirchen in zwei Bänden aufzuarbeiten. 2019 wurde der erste Band in Blankenheim vorgestellt: „Frauen – zwischen Fremd- und Selbstbestimmung“. Das zweite Buch „Frauen – Auf dem Weg zur Gleichberechtigung“ ist unter der ISBN 978-948682-00-2 im Ralf Liebe Verlag erhältlich.

pp/Agentur ProfiPress

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