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Alles „echt“ in Könens neuem Buch

Der Mechernicher Heimatforscher Anton Könen sammelte 100 Zeitungsartikel über spektakuläre und grausige Kriminalfälle in der Nordeifel – Keine Krimiliteratur, sondern eine spannende Zeitreise

 

Mit Ehefrau Veronika, mit der er seit 63 Jahren verheiratet ist, kam Heimatforscher Anton Könen zur Vorstellung seines neuen Buches „Historische Kriminalfälle in der Nordeifel“ ins Mechernicher Rathaus. Foto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress

Mechernich – Dass es in der Eifel keineswegs friedlicher zugeht als anderswo, belegen nicht nur die beiden Todesfälle in Mechernich und in Euskirchen in den vergangenen Tagen. Sprengstoffanschläge, Schüsse auf Züge, Falschgeld und weitaus Schlimmeres sind der Stoff, aus dem das neue Buch des Mechernicher Heimatforschers Anton Könen ist. „Historische Kriminalfälle in der Nordeifel“ lautet der Titel der 96 Seiten umfassenden Broschüre, die im auf Lokal- und Regionalgeschichte spezialisierten Sutton-Verlag zum Preis von 16,95 Euro erschienen ist. Zur Präsentation waren im Ratssaal des Mechernicher Rathauses Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick, Ortsvorsteher Günther Schulz, Verlagsmitarbeiter Markus Holzhauer, der Autor sowie Freunde und Familienangehörige zusammengekommen.

Nun sind Mord und Totschlag in der prosperierenden Eifelkrimi-Literatur nichts Ungewöhnliches. „Aber das ist ja alles nicht echt“, verwies Anton Könen während der Buchvorstellung im Rathaus auf den ganz entscheidenden Unterschied zu seinem jüngsten Werk. Darin präsentiert der passionierte Hobbyhistoriker rund 100 Zeitungsartikel über aufsehenerregende Straftaten, die sich zwischen 1800 und den 1970er Jahren in den Altkreisen Schleiden und Euskirchen ereigneten. An den jüngsten Fall wird sich manch einer noch erinnern können: Am Abend des Mittwoch, 1. Februar 1978 kam es im Pfarrbüro Mechernich zum versuchten Raubmord an Kaplan Hermann Walch, bei dem der heutige Spiritual der Communio in Christo durch einen Pistolenschuss in den Hals lebensgefährlich verletzt wurde.

Einen anderen Fall, der auch heute noch in Mechernich Gesprächsstoff liefert, kennt auch Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick „vom Hörensagen“: den bis heute ungelösten Überfall auf den Lohnkurier im Bergwerk am 17. August 1929, bei dem der Sicherheitsbeamte Bolz und Förster Thelen zu Tode kamen. „Ein Verbrechen, wie es die Geschichte von Mechernich bisher noch niemals erlebt hat, hat gestern die Gedanken der Bürger von Mechernich und des ganzen Kreises Schleiden mit einer ungeheuren Erregung erfüllt“, leitete die Lokalzeitung seinerzeit die Berichterstattung über das Verbrechen ein.

Zu den Fällen, die Anton Könen selbst besonders berührt haben, gehören die Säuglingsmorde im 19. Jahrhundert, als Dienstmägde den Nachstellungen des Hausherrn hilflos ausgeliefert waren. In ihrer Not wussten die armen Mädchen sich nicht anders zu helfen, als sich ihrer ungewollt geborenen Babys zu entledigen, indem sie sie umbrachten. Die Lohnherren selbst wurden in der Regel nicht zur Rechenschaft gezogen. „Außer in einem Fall“, so Könen, „drei tote Säuglinge waren zu viel.“ Auch der grausame Mord an einer Dienstmagd in Kommern im Jahr 1910 ist nichts für zartbesaitete Leser.

Für seine spannende Zeitreise durch die Nordeifeler Kriminalgeschichte wurde Könen anderthalb Jahre lang zum Dauergast im Kreisarchiv und in mehreren Stadtarchiven. „Jeden Montag“, so der Autor, habe er dort recherchiert und dabei an die 25.000 Zeitungsartikel kopiert. Mitunter wandten sich Informanten auch an ihn und belieferten ihn mit Material, „in Tüten, die an die Haustür gehängt werden“, erzählte er.

Als „wichtige Aufgabe“ in Zeiten, in denen an den Schulen keine Heimatgeschichte mehr unterrichtet werde, bezeichnete Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick Könens  Arbeit, den Tag der Buchvorstellung als „besonderen Tag auch für die Heimatgeschichte der Stadt Mechernich“. Heimatgeschichte werde in erster Linie für die jüngere Generation oder für zugezogene Neubürger aufgeschrieben. „Sie zeigt ihnen Facetten ihrer Stadt oder der neuen Heimat auf“, so Schick.

Ein großes Interesse an Themen der regionalen und lokalen Geschichte beobachte der darauf spezialisierte Sutton-Verlag, berichtete Verlagsmitarbeiter Markus Holzhauer. „Die Leute zieht es in den Bann, was vor ihrer Haustüre passiert ist“, erklärt er. In Zusammenarbeit mit Anton Könen sind bereits die beiden historischen Bildbände „Mechernich. Alte Bilder erzählen“ und „Mechernich in alten Ansichten“ entstanden.

Wie Bürgermeister Dr. Schick verriet, treten auch die vier Kinder des 1929 in Köln geborenen und mit 13 Jahren nach Mechernich gezogenen Autors in dessen Fußstapfen und betreiben eifrig Heimatforschung. Könen dankte im Rahmen der Buchvorstellung auch seiner Ehefrau Veronika, mit der er seit 63 Jahren verheiratet ist. „Wenn eine Frau da nicht mitmacht, können Sie einpacken“, sagte er nicht nur in Bezug auf sein zeitliches Engagement, sondern auch darauf, dass ihm gleich mehrere Zimmer und der Dachboden als privates Archiv dienen. Andererseits, so Könen schmunzelnd: „kann sich meine Frau über meine Pensionärszeit nicht beklagen: Ich rede ihr nicht in die Küche und nicht ins Fernsehprogramm hinein.“

pp/Agentur ProfiPress

 

 

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