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60 Jahre „FMK“

Runder Geburtstag wird beim karnevalistischen Frühschoppen gefeiert: am Sonntag, 9. Februar, ab 11.11 Uhr – Repräsentative Vereinsräume in der alten Volksschule – Jecke Promis und jecke Wetten

Mechernich – Prunkvolle Karnevalswagen, legendäre Sitzungen, handgearbeitete Bühnenbilder sowie viele jecke und engagierte Karnevalisten – das alles gehört, wenn man die Historie des Festausschuss Mechernicher Karneval (FMK) betrachtet, definitiv dazu.

Seit 60 Jahren besteht der FMK, einer von heute drei Karnevalsvereinen im Kernort. Mit seinem Bericht in der Kölnischen Rundschau/dem Kölner Stadtanzeiger würdigt Journalist Stefan Lieser den runden Geburtstag des Mechernicher Karnevalsvereins. Gefeiert wird das 60-jährige Bestehen beim karnevalistischen Frühschoppen am Sonntag, 9. Februar, ab 11.11 Uhr in der Barbara-Schule.

Alfred Meyer (FMK-Präsident, r.) und Marcel Hembach (FMK-Vize-Präsident) in denen neuen Vereinsräumen im zweiten Obergeschoss der alten Volksschule. Foto: Stefan Lieser/KR, KSta/pp/Agentur ProfiPress

Gegründet wurde der FMK einst vom Hals-, Nasen- und Ohrenarzt Dr. Egon Wegmann, wie Lieser berichtet: „Es war eine karnevalistische Wiederbelebung durch den Arzt, der schon während seiner Uni-Zeit in Bonn im organisierten Karneval mitgewirkt hatte und in Mechernich 41 Jahre FMK-Vorsitzender blieb.“

Doch Karneval wurde in Mechernich schon lange vorher gefeiert.  Seit den 1860er-Jahren, so habe es Chronist Anton Könen nachgewiesen, gab es jeckes Treiben in den Kneipen. Der Journalist schreibt: „Vermutlich war in den 1910er-Jahren aus dem ersten Karnevalsverein der Stadt, dem „Humoristen Club Edelweiß“, die Große Mechernicher Karnevalsgesellschaft hervorgegangen. Und die hatte 1954 ihre Aktivitäten eingestellt. Auch wenn die Jecken trotzdem feierten: Der organisierte Karneval in der Stadt war Ende der 1950er-Jahre nicht mehr existent.“

Nichtangriffspakt beschlossen

Damit 1960 der Neuanfang überhaupt gelingen konnte, sei von den bei der Gründungsversammlung anwesenden Vereinsvertretern sogleich eine Art Nichtangriffspakt geschlossen worden: Zwischen dem Elften im Elften und Aschermittwoch sollten außerhalb des Festausschusses keine anderen organisierten karnevalistischen Aktivitäten im Kernort stattfinden. „Der Pakt hat bis 1972 gehalten, als sich die Prinzengarde gründete“, so Lieser. 1992 folgte demnach der KC Bleifööss.

In der alten Volksschule habe der FMK nun neue repräsentative Vereinsräume. 2013 war das Erdgeschoss des Gebäudes von der Stadt angemietet. Im vergangenen Jahr zog man, weil die „Kleine Offene Tür“ Platzbedarf anmeldete, hoch ins Obergeschoss auf 120 Quadratmeter, beschreibt Lieser: „Hier stehen ein schöner Tagungsraum, ein mit Holzschwingboden ausgelegter Probenraum für die Garden, Lager und eine kleine Vereinskneipe zur Verfügung.“

Erster Prinz – erstes Dreigestirn

An den Wänden entdeckt der Autor die Prinzengalerie: Vertreten sind die erste Tollität Manfred I. (Ohles), das erste Dreigestirn in der Session 1986/87 mit Prinz Jakob I. (Meyer), Bauer Karl I. (Macherey) und Jungfrau Henny (Hohscheid). Als in der Session 1990/91 Prinzessin Hulda I. (Fröhlich) inthronisiert wurde, war sie mit 82 Jahren wohl eine der ältesten Narrenregentinnen in Deutschland. Sogar schon einen Pfarrer habe man zum Prinzen proklamiert: Erik I. (Pühringer) war Tollität in der Session 2003/04 und hat seitdem häufig die FMK-Sitzung als Präsident geleitet. Seit 2004 ist Albert Meyer der Vorsitzende des FMK. 

Im FMK-Archiv finde man viele lesenswerte Geschichten und Anekdoten, so Lieser weiter. Dazu gehöre etwa, dass zur ersten Sitzung, die nur einen Monat nach der Vereinsgründung am 27. Februar 1960 stattfand, ein bewusst niedriger Eintrittspreis von 2,50 Mark erhoben wurde, erinnert Lieser an das Ereignis. Der Saal war schnell ausverkauft. Im Nebenraum wurde die Sitzung für die Jecken ohne Karte deshalb sogar per Lautsprecher übertragen. „Damals traten viele in den Verein ein, um an Karten für die Sitzungen – es waren immer zwei – zu kommen“, zitiert er FMK-Präsident Albert Meyer.

Wie viele Karnevalsvereine in der Region muss sich auch der FMK behaupten, schreibt der Journalist weiter: „Dass eine Sitzung gut besucht ist, sei nicht mehr so selbstverständlich, wie es noch vor 20 oder 30 Jahren war. Einige Jahre lang fehlte es beim FMK zudem an Nachwuchs für eigene Garden.“ Das Problem scheine jedoch gelöst, der Verein habe aktuell 25 Kinder und Jugendliche in zwei Garden, die von drei jungen Trainerinnen und einer ebenfalls jungen Jugendabteilungsleiterin betreut werden.

Garden mit eigenem Wagen

Die Garden habe sogar einen eigenen Wagen im Zoch. Dafür brauche es natürlich auch Mittel aus der Vereinskasse. Lieser: „Die kommen aus dem Getränkeverkauf am FMK-Bierstand auf den Mechernicher Kirmessen und dem Erlös aus der monatlichen Altpapiersammlung im Kernort Mechernich, die sich der FMK mit der TuS Mechernich teilt.“

Heute habe der Festausschuss Mechernicher Karneval an die 190 Aktive. Die weiblichen Mitglieder bauten in der Session 2009/10 ein Karnevalskunstwerk: Sie steckten 24 000 gekräuselte Papierrosen in die Karosserie des neuen Festwagens des Festausschusses.

Karnevalisten auf dem FMK-Festwagen beim Zoch 2017. Foto: Archiv/Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Vermutlich einzigartig seien die noch erhaltenen Skizzen zu den legendären Bühnenbildern für die Kostümsitzungen des aus Hessen stammenden Erich Fischer, der aus Berufsgründen nach Mechernich gezogen war. An der Stirnseite des FMK-Saals in der Alten Schule habe Roland Rosenthal eine besonders grafische Variante eines Fischer-Entwurfes nachgemalt.

Jecker Name

Ungewöhnlich ist und bleibt der Name. „Das mit dem Namen ist bis heute für Außenstehende ein Rätsel“, kommentiert Lieser. Festausschuss Mechernicher Karneval – das höre sich auch 60 Jahre nach der Gründung am 26. Januar 1960 im Saal des damaligen Mechernicher Hotels Greve eher nach einer Dachgesellschaft als nach einem eigenen Karnevalsverein an. Als der Festausschuss ins Leben gerufen wurde, waren im ersten Vorstand tatsächlich Vertreter so gut wie aller Mechernicher Vereine. Man wollte keinen ausschließen, lautete demnach die Prämisse.

Dachorganisation

Eine Dachorganisation sei aber erst 2010 für den organisierten Kernort-Karneval gegründet worden. Im „Komitee Mechernicher Karneval“ (KMK) schlossen sich FMK, Bleifööss und Prinzengarde zusammen. Man organisiere gemeinsam die Sessionseröffnung und das traditionelle Fischessen am Aschermittwoch. „Kernaufgabe ist aber die Unterstützung der Tollitäten, auch finanziell“, zitiert Lieser den zweiten FMK-Vorsitzenden Marcel Hembach.

Die Sitzungsbühne sei für legendäre Karnevalisten aus der Bleibergstadt auch zum Sprungbrett für bundesweite Bekanntheit gewesen, wie für „Stump on Stömpcher“, Eugen Kratz und Karl-Heinz Papenkort, die Mitte der 1970er-Jahre in der Bütt standen. „Sie zogen fortan nicht nur über die Dörfer, um ihre selbst geschriebenen Reden zu halten. Auch in Köln wurde man auf das Duo aufmerksam.“ Und: „Dass Tausende Kilometer von Auftritt zu Auftritt Spuren hinterlassen, verwundert nicht: Ein Mercedes, mit dem Carla Traber die beiden stets chauffierte, sei dabei draufgegangen“, sei in der FMK-Chronik zu lesen.

Lieser berichtet, dass der FMK eine jecke Wette zum Brunnenfest anlässlich des Stadtjubiläums 2008: „700 kostümierte Jecke hole man zum Brunnenplatz – und das mitten im August. Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick hielt dagegen – und verlor. Es war zwar knapp, aber es gelang: 703 Kostümierte wurden auf dem Platz gezählt. Und Schick musste in der Folgesession in die Bütt, um seinen Wetteinsatz einzulösen.“

Stefan Lieser/KR/Ksta/pp/Agentur ProfiPress

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