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39 neue Hochleistungs-Sirenen

Mechernich modernisiert sein Sirenen-Netz – Haushaltsmittel waren schon weit vor der Hochwasserkatastrophe eingestellt – Noch 2021 sollen erste Arbeiten beginnen und weitere Standorte im Stadtgebiet bestückt werden – Sirenentyp ist mit allen gängigen Warn- und Entwarn-Töne ausgestattet

Mechernich – Die Zahl der Sirenen im Stadtgebiet Mechernich soll aufgestockt werden. Konkrete Konzepte waren bereits früh erarbeitet worden, dann aber kam Corona dazwischen. Noch in 2021 sollen Umsetzung und Arbeiten an den ersten Standorten beginnen.

„23 alte Sirenen gibt es aktuell noch im Stadtgebiet“, berichtet der zuständige Teamleiter des Ordnungsamtes Constantin Hochgürtel. In der Regel sind sie angebracht an den Feuerwehrhäusern im Ort und werden bei Bränden und Unfällen zur Alarmierung der Freiwilligen Feuerwehr genutzt. Mit dem neuen Warnkonzept sollen es insgesamt 39 Stück und damit ein flächendeckenderes Netz werden und eine vielseitigere Technik zum Einsatz kommen.

Mechernich wird sein Sirenennetz ausbauen und modernisieren. Hier zeigt Constantin Hochgürtel, der für das Projekt zuständige Mitarbeiter der Stadtverwaltung, die bisherige tellerförmige Sirene Typ E57 auf dem ehemaligen Casino. Auch sie soll ersetzt werden durch eine elektronische Hochleistungssirene. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

„Für alle geplanten Standorte werden elektronische Hochleistungssirenen angeschafft“, erklärt Constantin Hochgürtel. Ihr Heulton sei im Katastrophenfall in drei Kilometer Entfernung noch deutlich zu hören. „Darum geht es ja letztlich auch, nämlich großflächig die Menschen im Stadtgebiet zu warnen. Mit geänderter Gefährdungslage und der Häufung der Hochwasserlagen ist das immer mehr ins Bewusstsein gerückt. Wir haben einen Sirenennetzplan durch einen Fachgutachter erstellen lassen.“ Das Konzept war bereits 2019 vom Stadtrat abgesegnet worden und Haushaltsmittel bereitgestellt.

Früher, bis 1990 erfüllten die Anlagen für die Bevölkerung vor allem drei Funktionen: Warnung vor Feuer, Katastrophen und einem befürchteten militärischen Angriff. Sie wurden auf Rathäusern, Schulen und öffentlichen Gebäuden angebracht. Bund und Länder hatten sich dann aber im Jahr 1992 geeinigt, die Bevölkerung nicht mehr mit Sirenen zu warnen, sondern auf andere Warnsysteme gesetzt. Im Zuge der Deutschen Einheit wurden deshalb von 1992 bis 1995 – auch aus Kostengründen – mehr als 40.000 der rund 80.000 grauen, meist tellerförmigen Sirenen in den deutschen Städten und Gemeinden abgebaut.

„Könnt ihr haben“

„Könnt ihr haben oder baut sie ab, lautete damals der Tenor“, berichtet Hochgürtel. Die übrig gebliebenen Sirenen übernahmen teilweise die Städte und Gemeinden, die auch seither für den Unterhalt der Warnanlagen aufkommen müssen – so auch Mechernich. Letztlich wurden auch die zehn Warnämter im Westen Deutschlands, die für die Auslösung der Sirenen verantwortlich waren, aufgelöst. „Seitdem wurden und werden die Sirenen ausschließlich für die Feuerwehr-Alarmierung genutzt“, so der städtische Mitarbeiter.

Die neue Sirene könne dann alle Töne, die relevant sind. „Darunter die Feuerwehr- und Katastrophenalarmierung sowie andere Warn- und Entwarntöne. Die Sirene ist aufgebaut wie ein Lautsprecher und bietet Optionen für Durchsagen. Rein technisch könnte man sogar Radio Euskirchen laufen lassen.“

Die neue Variante bietet deutlich mehr Vorteile, wie Constantin Hochgürtel weiter ausführt: „Mit einem Standort kann man erheblich mehr abdecken. Die Reichweite ist mehr als doppelt so groß und sie kann ausgerichtet werden.“ Sofern der Ort langgezogen sich im Tal erstrecke etwa. Sie sind wenige Dezibel lauter als die bisherige Motor-Sirene „Typ E57“, funktionieren netzunabhängig auch bei Stromausfall und würden durch die Rettungsleitstelle des Kreises Euskirchen ausgelöst.

Wichtig sei der Weck-Effekt, wie er weiter erklärt. „Über das Radio zum Beispiel wird dann informiert, was zu tun ist. Die kostenlosen Warn-Apps wie Katwarn und Nina laufen parallel und jeder sollte sich damit ausrüsten. Man kann und sollte sie auf den eigenen Standort einstellen.“

Die Auswahl der Standorte im Stadtgebiet wurde in einem ersten Schritt schon festgelegt. Der Fortschritt des Projektes und technischen Details der Positionierung, zum Beispiel ob an einem Gebäude oder Mast, soll jetzt durch ein Ingenieurbüro konkret begleitet und ausgearbeitet werden. Durch inzwischen frisch installierte Mobilfunkmasten ergeben sich zusätzliche Befestigungsmöglichkeiten nahe der Dörfer.

Neben den Feuerwehr-Standorten, die ihre Sirene ausgetauscht bekommen, erhalten nach langer Zeit oder überhaupt erstmals wieder eine Warnanlage: Mechernich Feuerwache, Lückerath Schule, Kita Mechernich Nord, Breitenbenden, Roggendorf, Berg, Bergheim, Hostel und Glehn, Kalenberg, Kallmuth, Lessenich, Rißdorf, Kommern-Süd, Gehn, Bescheid/Wielspütz, Vollem/Urfey sowie Katzvey.

Insgesamt investiert die Stadt damit rund eine halbe Million Euro in das Sirenennetz.

pp/Agentur ProfiPress

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