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30 Jahre Pfarrer in Mechernich

Dr. Michael Stöhr widmet sich mit allen Fasern der Seelsorge – Bewerbungsgespräch im Dietrich-Bonhoeffer-Haus – Format für Senioren ist ein voller Erfolg – Reichlich Stoff für Buch

Mechernich – „Mit meiner Frau saß ich hier. Dort das Presbyterium, der Leitende saß da vorne.“ Dr. Michael Stöhr, Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Mechernich, hat heute noch sein Vorstellungsgespräch im Dietrich-Bonhoeffer-Haus vor Augen, als ob es gestern gewesen wäre. Dieser für ihn wegweisende Termin ist nun genau 30 Jahre her.

Pfarrer und Krankenhaus-Seelsorger Dr. Michael Stöhr ist nun 30 Jahre in der evangelischen Kirchengemeinde Mechernichs tätig. In seiner Freizeit fährt er gerne stundenlange Fahrradtouren. Im Dietrich-Bonhoeffer-Haus (Hintergrund) wurde vor seinem Amtsantritt 1990 das Vorstellungsgespräch mit ihm geführt. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

Das Gemeindehaus, die evangelische Kirche in Roggendorf und das Krankenhaus in Mechernich wurden zum Zuhause seines Wirkens. Rund 5.300 Protestanten gehören heute zur Roggendorfer Kirchengemeinde. „Flächenmäßig ist meine Gemeinde so groß wie früher West-Berlin“, berichtet er. Auch Blankenheim und Dahlem zählen dazu. Mit den Kollegen Susanne Salentin und Christoph Cäsar wird die Arbeit aufgeteilt. Mit halber Stelle ist Stöhr zudem als Seelsorger zuständig für das Mechernicher Kreiskrankenhaus.

Beauftragter für Weltanschauungsfragen

Jüngst wurde der Mechernicher zum Vorsitzenden des örtlichen Presbyteriums gewählt. Er ist im Aachener und Eifeler Pfarrkonvent aktiv, gleichzeitig aber auch Beauftragter für Weltanschauungsfragen und Sekten. Dieser Kreis treffe sich regelmäßig in Bonn. „Dahin kommen Vertreter von religiösen Gemeinschaften“, erklärt er, und, so fügt er schmunzelnd hinzu: „Zuweilen auch schräge Vögel.“

Eigentlich, so sollte man nach drei Jahrzehnten, die er nun in der Region wirkt, meinen, kennt ihn halb Mechernich. Doch in der Eifel ticken die Uhren manchmal anders, wie er feststellen musste: „In den ur-katholischen Dörfern kennt mich tatsächlich kein Mensch.“

Dr. Michael Stöhr gemeinsam mit Pfarrerin Susanne Salentin vor dem Eingang zum Gotteshaus in Roggendorf. Foto: Privat/Evangelische Kirchengemeinde/pp/Agentur ProfiPress

Vor 60 Jahren wurde er im hessischen Eschwege als Sohn eines Grenzschützers geboren. Die Mutter war „ein Mädchen aus dem Dorf“, wie er sagt. Ein Umzug brachte ihn und seine Familie 1964 nach Troisdorf. Als Jugendlicher widmete er dem Sport – speziell der Leichtathletik – enorm viel Zeit. Sogar an Deutschen Meisterschaften nahm er teil. „Das war schon Leistungssport“, so Stöhr.   

Auch heute rastet er nicht. In freien Stunden fährt er am liebsten sogenannte Radmarathons. „Also lange Raddistanzen“, so Stöhr. Sieben, acht Stunden am Stück sind dabei keine Seltenheit. Ungeachtet von Wind und Wetter, allerdings sollten plus Grade vorherrschen, schwingt er sich auf sein Speed-Tourenrad. „Im Grunde ist das ein Rennrad mit Gepäckträger“, erklärt er.  In der Urlaubszeit fährt er auch gerne mit seinem Schwager etappenweise bis nach Rom. Die diesjährige Tour Freiburg- Mailand fällt Corona-bedingt vielleicht aus – vorbereitet wird sie dennoch.

In seiner täglichen Arbeit ist ihm wichtig, den unterschiedlichen Altersgruppen seiner Gläubiger gerecht zu werden. In den jeweiligen Situationen die passenden Worte zu finden und für die Menschen da zu sein, ist sein Ziel. Besonders steht die Aufgabe der Seelsorge zentral im Mittelpunkt seines Wirkens und auch seines Werdegangs. Schon früh, während seines Theologie-Studiums in Bonn und Heidelberg, hat er sich diesem Thema mit allen Fasern gewidmet und eine spezielle Therapieausbildung zur „Individualpsychologie“ nach Alfred Adler, einem Schüler Freuds, gemacht.

„Happy Birthday“

Besonders am Herzen liegen ihm die Senioren. Für sie führte er ein neues Format ein, das er „Happy Birthday“ taufte. Zu den Treffen sind alle Senioren „Ü75“ viermal im Jahr eingeladen, ins Dietrich-Bonhoeffer-Haus zu kommen. „Da ist der Laden voll“, freut sich Stöhr. Dann gebe es Programm, Kuchen und „Bingo“. Für alle sei das immer wie ein großes Fest. Der große Höhepunkt sei aber das Singen von Schlagern und Volksliedern. Da gebe es kein Halten mehr.  

Er packt gerne Dinge an und zuweilen auch bei den Hörnern. „Ich arbeite gerne an den Problemlagen von Institutionen“, bekennt er. Auch die Säkularisierung, also die Verweltlichung der Kirche, hat er im Blick. Die Gesellschaft habe sich gegenüber seinen ersten Mechernicher Jahren verändert, sagt er. Immer mehr Frauen sind heute berufstätig. So werde es zunehmend schwerer tagsüber mit Ehrenamtlern zu planen.

Junge Menschen begeistern

Er spricht sich daher ausdrücklich für die tieferreichende Professionalisierung der evangelischen Kirche aus und will für seine Gemeinde da durchaus moderne Wege einschlagen. „Das umzusetzen ist nicht leicht, aber zukunftsweisend“, hofft er. Da er sich in seiner Doktorarbeit intensiv mit Hiob und seiner Geschichte auseinandergesetzt hat, weiß er auch, was Leiden bedeuten kann.

Auch im Vorstand der Mechernich-Stiftung engagiert sich Dr. Michael Stöhr. Diese setzt sich für Hilfsbedürftige im Stadtgebiet ein. Foto: Archiv/pp/Agentur ProfiPress

Ein mögliches Projekt der Zukunft könnte die „digitale Kirche“ sein. Er kann sich durchaus vorstellen, auf Youtube aktiv zu werden, um junge Menschen auf ihren Kanälen für Gott und den Glauben zu begeistern. Für Gemeindehäuser, die Platz und Raum bieten, findet er auch Mehrfachnutzungen durchaus praktisch. Stöhr: „Nach dem Prinzip des ‚Sharings‘ wie bei Autos.“

Für seine Rentner-Zeit, die noch ein paar Jahre auf sich warten lässt, könnte er sich vorstellen, ein weiteres Buch zu schreiben. Nach „Stoff“ muss er nicht lange suchen: „Ich habe Erzählungen und Anekdoten niedergeschrieben, teilweise das, was ich bislang erlebt habe, aber auch absolut Fantastisches.“

pp/Agentur ProfiPress

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