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200-Meter-Giganten im Bau

Auf dem Ravelsberg zwischen Kallmuth und Dottel entstehen zwei 2,4-Megawatt-Kraftwerke, der Bau eines geplanten dritten Windrades dieser Größenordnung ist wegen eines Rotmilan-Horstes in der Nähe nicht genehmigt worden – „Und wird auch nicht genehmigt werden“, so Franz Weigel, der Teamkoordinator Immissionsschutz und Abfallwirtschaft beim Kreis Euskirchen – Ortsvorsteher Robert Ohlerth: „Kallmuther bleiben wachsam“

Mechernich-Kallmuth – Der Bau zweier 200 Meter hoher Windkraftwerke auf dem Ravelsberg zwischen Kallmuth, Dottel und Keldenich hat begonnen. Der Bau eines dritten beantragten Windrades dieser Größenordnung befinde sich noch in der Schwebe, weil Rotmilane in der Nähe brüten, so der Kallmuther Ortsvorsteher und frühere Mechernicher Vize-Bürgermeister Robert Ohlerth am Montag.

Der Kallmuther Ortsvorsteher Robert Ohlerth am mit Baustahl armierten Sockel eines der beiden zurzeit in Bau befindlichen 200-Meter-Windkraft-Giganten auf dem Kallmuth-Dotteler Ravelsberg. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Was der „Sheriff“ von Kallmuth zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste, erklärte Franz Weigel, der Teamkoordinator Immissionsschutz und Abfallwirtschaft beim Kreis Euskirchen, am Dienstag auf Anfrage: Die Baugenehmigung für das dritte 2,4 Megawatt-Windrad sei nicht erteilt worden – und werde aus artenschutzrechtlichen Gründen auch nicht erteilt.

In unmittelbarer Nähe des geplanten Standortes befinde sich der Horst eines Rotmilan-Paares, ein Umstand,auf den schon während einer Bürgerversammlung im Kallmuther Bürgerhaus 2015 in Gegenwart vieler Dotteler und Kallmuther Bürger und ihrer Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick (Mechernich) und Herbert Radermacher (Kall) hingewiesen worden war.

Wesentlich kleinere, aber fast doppelt so viele Windkraftanlagen waren in der Anfangsphase in den neunziger Jahren auf dem Ravelsberg zwischen Kall-Dottel und Mechernich-Kallmuth errichtet worden. Neun der damaligen Windräder wurden inzwischen demontiert. Dafür sollen jetzt zwei 200 Meter hohe neue 2,4-Megawatt-Windkraftwerke errichtet werden. Luftbild: Archiv Agentur ProfiPress

Die Pläne der Firma GKV-Windparks mit Sitz in Sindelfingen hatte Geschäftsführer Joachim Gießler 2015 in dieser Bürgerversammlung in Kallmuth vorgestellt. Jedes der neuen 200-Meter-Räder – damals war noch von dreien die Rede – kostet demnach rund 4,5 Millionen Euro und verfügt über eine Leistung von 2,4 Megawatt.

Günter Hochgürtel schrieb damals im „Kölner Stadt-Anzeiger“: „In der Versammlung herrschte Einigkeit darüber, dass die Bürger mit der Belastung, die in den Jahren zuvor vom Windpark Ravelsberg ausgegangen ist, leben können. Man hat sich an das leise Rauschen gewöhnt, das die Rotoren erzeugen, wenn sie in Betrieb sind. Mehr Windrädern oder größeren Anlagen steht man jedoch skeptisch gegenüber.“

Ursprünglich 14 Windräder

Da der Ravelsberg jedoch als Konzentrationszone für Windkraft von der Stadt Mechernich ausgewiesen wurde, gebe es planerisch kaum Argumente, den Bau der Riesenwindräder zu verhindern. Ursprünglich hatten dort in den neunziger Jahren 14 Windräder gestanden, zur Zeit sind es noch fünf, bis zu drei neue 200-Meter-Giganten sollten dazu kommen. Es sei denn, es gäbe bedrohte Tierarten, die durch die Anlagen in ihrem Lebensraum eingeschränkt werden.

Hoch über dem Ravelsberg: Karl Breuer bei der Wartung eines Windkraftrades. Foto: Privat/Archiv ProfiPress

Genau das sei der Fall, erklärte Ortsvorsteher Robert Ohlerth seinerzeit in der Bürgerversammlung und legte zum Beweis Fotos eines Milan-Nestes vor. Der Kreis ging dem Hinweis nach und fand in der Natur bestätigt, dass sich ein Milan-Horst in unmittelbarer Nähe des geplanten dritten Windradstandortes befand.

Die Chancen, dass die Bürger auf diese Weise die Großanlagen verhindern können, stünden nicht schlecht, erklärte der Mechernicher  Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick seinerzeit schon auf die bloße Vermutung Ohlerths hin: „Wenn der Rotmilan in diesem Bereich nachgewiesen werden kann, könnte das ein K.-o.-Kriterium für die Riesenräder sein!“

Robert Ohlerth weist auf den Fuß eines der beiden im Bau befindlichen 200-Meter-Windrades. Das dritte seinerzeit geplante Windkraftwerk dieser Größe darf einstweilen nicht errichtet werden. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Joachim Gießler, der Geschäftsführer des Windpark-Betreibers GVK, reagierte hingegen gelassen. Er erklärte, dass das Vorkommen eines seltenen Vogels im fraglichen Bereich nicht zwingend dazu führe, dass die neuen Windräder nicht aufgestellt werden dürfen. Dem Vernehmen nach soll jetzt auf dem Ravelsberg nach einem alternativen Standort für die dritte 200-Meter-Anlage gesucht werden.

pp/Agentur ProfiPress

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