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1.000 Küken helfen Aidswaisen

Bei seinem Besuch in Mechernich stellte Father Robert Mutegeki aus Uganda sein geplantes Hilfsprojekt vor – Priester der Communio in Christo setzt sich für Waisenkinder in seiner Heimat ein – Ansprechpartner für finanzielle Unterstützung des Projektes ist Mechernicher Diakon Manfred Lang

Mechernich/Butiiti – Father Robert Mutegeki spricht aus eigener Erfahrung, wenn er vom menschlichen Leid erzählt, das die Aids-Epidemie in Uganda ausgelöst hat. Fünf seiner Geschwister sind an der verheerenden Krankheit gestorben – und haben zusammen 15 Kinder hinterlassen, das Jüngste erst ein Jahr alt. Als Priester der Communio in Christo war der 39-Jährige in Mechernich zu Besuch und konnte den Mechernicher Diakon Manfred Lang von seinem Projekt überzeugen, mit dem er den Aidswaisen in seiner Heimat helfen möchte.

Mit einem Geflügelhaltungsprojekt im Verwaltungsbezirk Butiiti sollen die Kinder mit Eiern versorgt werden. Darüber hinaus sollen die Bewohner über den Verkauf der Eier ein Einkommen erzielen, um die Kinder mit dem Notwendigen versorgen zu können. Es ist auch ein Kampf gegen die Armut, denn die verstärkt die Ausbreitung des HI-Virus.

Im folgenden Interview mit Manfred Lang berichtet Father Robert Mutegeki von seinem Leben als Priester, von den Folgen der Aids-Epidemie in seiner Familie und von den Planungen für sein Geflügelzuchtprojekt in Butiiti.

Father Robert moderierte im Dezember 2015 das internationale Communio-Treffen in Rom. Foto: Communio in Christo/pp/Agentur ProfiPress

Father Robert moderierte im Dezember 2015 das internationale Communio-Treffen in Rom. Foto: Communio in Christo/pp/Agentur ProfiPress

Dafür ist er auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Rund 15.000 Euro werden für den Start des Projektes benötigt, die der Priester als Mini-Kredit langfristig zurückzahlen soll. Wer das Projekt zugunsten der Aidswaisen in Uganda unterstützen möchte, kann sich an Manfred Lang wenden unter Tel. 01 77/4 65 40 00.

Erzählen Sie mir etwas über sich.

Father Robert Mutegeki: Ich bin Father Robert Mutegeki, ein katholischer Priester aus der Fort Portal Diözese in Uganda, Ost-Afrika. Ich bin 39 Jahre alt und meine Hobbys sind Fußballspielen, Jogging, Lesen, Reisen, Treffen mit Freunden, den Armen helfen und vor allem Beten.

Mein Vater war 33 Jahre lang Katechet und meine Mutter ist Hausfrau. Ich stamme aus einer Familie mit sechzehn Kindern – elf Brüdern und fünf Schwestern. Aber jetzt sind wir zu neunt, sechs meiner Brüder und eine Schwester sind tot, fünf davon starben unter großen Schmerzen an der Geißel Aids und ließen ihre Kinder als Waisen zurück.

Karl-Heinz Haus (l.), Generalsuperior der Communio in Christo, nahm im September 2015 die Gelübde von Father Robert Mutegeki in der Communio-Hauskapelle in Mechernich entgegen. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Karl-Heinz Haus (l.), Generalsuperior der Communio in Christo, nahm im September 2015 die Gelübde von Father Robert Mutegeki in der Communio-Hauskapelle in Mechernich entgegen. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Nach Ihrer Priesterweihe absolvierten Sie ein Studium in Rom und fanden dort Ihren Weg zur Communio in Christo.

Father Robert: Ja, ich habe gerade meinen Master in Kirchengeschichte an der Gregoriana in Rom beendet und anschließend mein Promotions-Studium begonnen, das voraussichtlich vier Jahre dauern wird. Danach möchte ich in mein Heimatland zurückkehren und mich dort den Aufgaben widmen, die der Bischof für notwendig erachtet.

Die Communio in Christo habe ich durch meinen Freund, Father James Mpili aus Tansania, der im selben College war und an derselben Universität studierte, kennengelernt. Er hat mir viel von der Gemeinschaft erzählt und mich ermutigt, mich ihr anzuschließen. Er hat auch den Kontakt zu Schwester Lidwina im Mutterhaus in Mechernich hergestellt, mit der ich mich über den Orden austauschen konnte. Allmählich gewann ich die Communio lieb – besonders wegen ihrer Sorge um die Ärmsten, das heißt die Sorge um die alten Menschen, die Sterbenden und diejenigen, die besonders pflegebedürftig sind. Das ist wirklich gelebte Liebe.

Aufgewachsen in einer leidenden Umwelt, in der meine Brüder, Freunde und Nachbarn ohne Pflege an Aids starben, wurde ich von der Communio in Christo angezogen wegen ihrer Fürsorge für die Leidenden und dem Geist der gelebten Liebe.

Aids ist ein großes Thema in Uganda. Auch ihre eigene Familie hat deshalb viel Leid erfahren?

Father Robert: Aids ist immer noch eine der häufigsten Todesursachen weltweit. Es leben geschätzte 36,9 Millionen Menschen mit HIV auf der Welt. Beinahe drei Viertel der Neuinfektionen entfallen auf die afrikanischen Länder südlich der Sahara. In Uganda sind 1,6 Millionen Menschen von HIV und Aids betroffen, das sind 7,4 Prozent der gesamten Bevölkerung. 140.000 Personen werden dort jedes Jahr neu infiziert, etwa 15.000 HIV-infizierte Babys werden jährlich in Uganda geboren. 630.000 Menschen sterben jedes Jahr an Aids und beinahe zwei Millionen Waisen und schutzbedürftige Kinder sterben, weil ein Elternteil oder sogar beide daran verstorben sind.

In meiner eigenen Familie sind jetzt schon sieben von 16 Kindern gestorben, fünf davon an Aids. Sie haben 15 Waisenkinder zurückgelassen, das Jüngste ist erst ein Jahr alt. Versorgt werden sie im Moment von ihrer Großmutter, meiner Mutter, Mary Gorret Kajumba, die inzwischen 66 Jahre alt und selbst gesundheitlich angeschlagen ist. Wir sind nur eine von vielen Familien, die an den Folgen der Aids-Epidemie leiden.

Es sind inzwischen so viele Waisen, dass es den Familien an den Mitteln fehlt, um die Kinder nur mit dem Nötigsten zu versorgen. Es reicht nicht einmal für die Grundbedürfnisse des Lebens wie medizinische Versorgung, Bildungs- und Schul-Materialien, sauberes Trinkwasser, genug zu essen, gute Unterkunft und Kleidung.

Einige Neffen und Nichten von Father Robert Mutegeki leben als Aidswaisen bei der Großmutter in Uganda. Foto: Privat/pp/Agentur ProfiPress

Einige Neffen und Nichten von Father Robert Mutegeki leben als Aidswaisen bei der Großmutter in Uganda. Foto: Privat/pp/Agentur ProfiPress

Wie engagieren Sie sich im Kampf gegen diese Krankheit?

Father Robert: Ich habe ein Geflügelhaltungs-Projekt für Waisen und schutzbedürftige Kinder im Verwaltungsbezirk Butiiti konzipiert. Es ist eine Möglichkeit, Waisen und anderen gefährdeten Kindern zu helfen, die keine Eltern oder nur einen Elternteil haben und deshalb nicht ausreichend versorgt sind.

Durch die Haltung von Geflügel können nicht nur die Kinder mit Eiern versorgt werden. Die Eier sollen auch verkauft werden, um so ein Einkommen für die Bewohner in Butiiti zu erzielen, damit sie die Kinder mit dem Notwendigen versorgen können. Wir schließen damit auch eine Produktionslücke, denn im Vergleich zur Nachfrage ist die Versorgung mit Eiern in der Umgebung sehr gering. Trotzdem wollen wir die Produkte zu erschwinglichen Preisen anbieten, um sicherzustellen, dass das Projekt auch dauerhaft von Bestand ist.

Das Projekt ist insofern nachhaltig, als dass es die Aidswaisen unterstützt und zugleich etwas gegen die Armut ausrichtet, die ein wesentlicher Faktor in der Ausbreitung der HIV-Epidemie ist. Nicht zuletzt bestreiten viele arme Menschen ihren Unterhalt damit, dass sie sich zu ungesunden sexuellen Verhaltensweisen bereit erklären und sich damit der Ansteckung aussetzen.

Das Geflügelhaltungs-Projekt ist eine Gemeinschaftsaktion: Wenn die Grundbedürfnisse der Kinder erfüllt werden, können wir ihnen helfen, als würdevolle Menschen aufzuwachsen, die den Lebensunterhalt für sich und ihre Familie selbst bestreiten können.

Wie wollen Sie das Projekt denn umsetzen?

Father Robert: Wir brauchen noch finanzielle Unterstützung, um mit dem Projekt beginnen zu können. Es soll in drei Stufen verwirklicht werden. In der Konstruktions-Phase müssen wir ein Gebäude mit Stallungen, Vorrats- und Verarbeitungshallen errichten, in dem es Strom und fließendes Wasser gibt. Die Kosten dafür belaufen sich auf umgerechnet etwa 4.790 Euro. In der Einkaufs-Phase müssen dann das Geflügel und entsprechendes Futter angeschafft werden, das soll umgerechnet rund 6.320 Euro kosten.

Schließlich braucht es noch ein Transportmittel, um Baumaterialien, Geflügel und Futter transportieren und später die Eier zum Markt bringen zu können. Dafür soll ein gebrauchtes Fahrzeug im Wert von umgerechnet 6.000 Euro gekauft werden. Und dann kann es richtig losgehen: Das Projekt soll mit 1.000 Küken starten. Bis sie die ersten Eier legen, dauert es etwa sechs bis neun Monate. Von da an sollte das Projekt sich selbst unterhalten können, denn die Hennen legen das ganze Jahr lang Eier.

Zurzeit ist einer der Waisen auf einer Farm-Schule, um sich mit den modernen Methoden der Geflügelzucht vertraut zu machen. Mit ausgebildetem Personal wollen wir die Qualität der Produkte sicherstellen.

Unser Ziel ist es, ein Einkommen zu erzielen, mit dem die grundlegenden Bedürfnisse von wenigstens 50 Waisenkindern gedeckt werden können. Dazu gehören meiner Meinung nach eine schulische Ausbildung, sauberes Trinkwasser, Lebensmittel, Kleidung, medizinische Versorgung und eine gute Unterkunft.

pp/Agentur ProfiPress

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