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„Helfen braucht Vorbilder“

DRK-Vize-Präsident Dr. Volkmar Schön eröffnet in Vogelsang vor 130 geladenen Gästen die zweite Saison im Rotkreuzmuseums vogelsang ip für internationales Völker- und Menschenrecht – Neue Ausstellungen, tolles Programm mit begeisternden Jugendrotkreuzlern und „alten Hasen“– Rolf Zimmermann: „Museum mit Werkstattcharakter, weitere Unterstützung wird noch gebraucht“

 

Prominente Rotkreuzler bei der Eröffnung der zweiten Saison im „Rotkreuzmuseum vogelsang ip für internationales Völker- und Menschenrecht“ (von links): Kreisvorsitzender Erwin Doppelfeld, DRK-Vize-Präsident Dr. Volkmar Schön, Hartmut Krabs-Höhler vom DRK-Landesvorstand Nordrhein und Rotkreuz-Kreisgeschäftsführer Rolf Zimmermann. Foto: Paul Düster/pp/Agentur ProfiPress

Vogelsang/Kreis Euskirchen – Jeder an seinem Platz, und alle zusammen retten die Welt. Um diesen Platz unter anderen helfenden Menschen zu finden und einzunehmen, braucht es Vorbilder: Das war die Botschaft zur Eröffnung der zweiten Saison des 2011 eröffneten neuen „Rotkreuzmuseums vogelsang ip für internationales Völker- und Menschenrecht“ am Dienstagabend in Vogelsang vor 130 geladenen Gästen.

Wobei es nach übereinstimmender Meinung junger und alter Rotkreuz-Aktivisten in Talkrunden, Reden und Interviews unerheblich ist, wo und was man genau tut. Zuhause in Dahlem oder Euskirchen anderen Menschen Erste Hilfe beibringen, ist nicht weniger wichtig, als Tsunami-Opfern am Pazifik neue Kindergärten zu bauen oder Verdurstende im Sahel mit Brunnenbohrungen und Trinkwasseraufbereitung zu retten: Alles ist gut, alles ist wichtig.

Rolf Zimmermann, der geistige Vater und unermüdliche Motor des neuen Rotkreuzmuseums, eröffnete die zweite Saison mit Werkstattcharakter mit einer freundlichen Begrüßung der zahlreichen und zum Teil auch prominenten Gäste. Der bekannteste war Dr. Volkmar Schön, einer der engsten Vertrauten in der Hamburger Landesregierung von Ole von Beust, Staatsrat in der Senatskanzlei, und jetzt Vize-Präsident des Deutschen Roten Kreuzes.

Schön, selbst ein „Aktiver“ im Rotkreuzdienst und in diversen Leitungs- und Führungsfunktionen in verschiedenen Rotkreuzgemeinschaften und Vorstandsebenen, hielt ein Impulsreferat zum Museumsthema, dem internationalen Völker- und Menschenrecht. Er ließ dabei auch durchblicken, dass er große Sympathien für die Rotkreuzler im Rheinland, für Rolf Zimmermann und für das Museumsprojekt auf Vogelsang hegt.

Schön sagte: „Es gibt verschiedene Rotkreuzmuseen, alle sind wichtig und reizvoll, aber dieses eine hier und noch dazu am geschichtsträchtigen Ort, hat das humanitäre Völker- und Menschenrecht zum Thema, das ist ein Alleinstellungsmerkmal.“ Außer ihm und Rolf Zimmermann äußerten sich am Eröffnungsabend altgediente wie ganz junge Rotkreuzler zum Tagesthema „Helfen braucht Vorbilder“.

Das waren in einer ersten Talkrunde Karl-Heinz Klutinus (Flutkatastrophe Hamburg 1962, Erdbeben Türkei, erster Irakkrieg, lebenslang bis heute Erste-Hilfe-Ausbilder in Euskirchen und Umgebung), Angelika Schmitz (Einsatz in der Prager Botschaft 1989 bei der Versorgung von bis zu 10 000 DDR-Flüchtlingen, damals wie heute Leiterin der Betreuung und Logistikerin im Kreisverband Euskirchen) und Marlies Cremer (Landesbereitschaftsführerin, Rettungsdienstchefin, zahlreiche Auslandseinsätze, Blutspende-Beauftragte und vieles andere mehr).

In der Runde fehlte der kurzfristig erkrankte Werner Rosen. Er hätte im Interview mit dem Journalisten, Diakon und Rotkreuzmann Manfred Lang über seine Rotkreuz-Einsätze während des Zweiten Weltkriegs und danach sowie über die Aufbauarbeit des Roten Kreuzes im Altkreis Schleiden sprechen sollen. Die Festversammlung entbot applaudierend beste Genesungswünsche ins Schleidener Antoniushospital.  

In einer zweiten Talkrunde kam das Jugendrotkreuz zu Wort, und es wurde auch beleuchtet, was aus Jugendrotkreuzlern noch alles werden kann. Cathryn Basset (21), die seit ihrem 13. Lebensjahr im Euskirchener Jugendrotkreuz mitmacht, ist gerade von einem einjährigen Einsatz für ein Hilfsprojekt in Ghana zurück.

Ganz nebenbei hat die Jugendrotkreuzlerin, die Ärztin werden will, dort eine Art Patenschaft über einen kleinen behinderten Jungen namens Tete übernommen, den sie aus der Küche eines Krankenhauses „befreite“ und in einer Behinderteneinrichtung unterbrachte. Rolf Zimmermann beglückwünschte Cathryn zu ihrem Selbstvertrauen, ihrer Zivilcourage und ihrer Hilfsbereitschaft, zu deren Ausprägung ihre Arbeit im Jugendrotkreuz sicher ihren Teil beigetragen habe.

Das konnte Christoph Müller, 1957 in Köln geboren, die Mutter stammt aus dem damals zum Kreis Euskirchen gehörenden Lechenich, nur bestätigen. Der spätere Pädagoge und Rotkreuz-Aktivist ging schon als Zwölfjähriger ins Kölner Jugendrotkreuz und ist heute im Generalsekretariat des DRK in Berlin für Breitenausbildung und Erste Hilfe zuständig.

Fast 20 Jahre war er Chefkoordinator von DRK-Langzeit-Auslandseinsätzen, vor allem in Afrika und Asien. Seine jetzige Arbeit für die Erste-Hilfe-Ausbildung in Deutschland sei im Gesamtgefüge der internationalen Rotkreuz-Bewegung genauso wichtig wie sein Einsatz zuvor in Bürgerkriegsgebieten und Hungerzonen, nach Vulkanausbrüchen und dem Tsunami.

Mit Inga Jansen (15), die bereits seit neun Jahren im Jugendrotkreuz Weilerswist ist, der Ehrenamtsbeauftragten Linn Richter und Pauline Löffler (18), die vom Schulsanitätsdienst ins Rote Kreuz wechselte, bezogen engagierte junge Jugendrotkreuzleute Stellung. Und sie legten ebenso überzeugend ihr Credo für die weltweite Rotkreuzbewegung ab wie die „alten Hasen“.

Fazit: Der „Spirit“ und die „humanitäre Idee“, die dahinter steckt, kommt im  „Rotkreuzmuseum vogelsang ip für internationales Völker- und Menschenrecht“ sehr gut zum Ausdruck – und sie prägte auch die Eröffnungsveranstaltung der zweiten Saison.

Rolf Zimmermann erinnerte dezent daran, dass das Museum noch Werkstattcharakter hat und es Unterstützung braucht, das ehemalige Kameradschaftshaus der NS-OrdensburgVogelsang zu kaufen, in der es untergebracht ist.

Exponate und ausdrucksreiche Ausstellungsblöcke sind bereits reichlich vorhanden, aber die Gebäudesanierung wird noch viel Geld kosten. 2012 zeigt das „Rotkreuzmuseum vogelsang ip für internationales Völker- und Menschenrecht“ die bereits 2011 etablierten Ausstellungen „Rotes Kreuz – eine weltweite humanitäre Bewegung“ und „Das Jugendrotkreuz – Jugend die bewegt“.

Erweitert wurde der Ausstellungsbereich „Menschenrecht & humanitäres Völkerrecht“, die große Leihausstellung „Umweg Prag 1989“ wurde für die neue Saison komplett umgebaut. Neu sind die Bereiche „Vom Helfen und von Helfern“, „Kinder unserer Welt“ und „Engagement heute – die neue Bürgergesellschaft“.

Im Hintergrund der Eröffnungsveranstaltung für 2012 lief ein kompletter Auslandseinsatz in vielen bewegenden Bildern und Ton ab. Und zwar in Form der zum Kinder- und Jugendmusical „Haboub, der Sandsturm“ vertonten Tagebuchaufzeichnungen des Euskirchener Rettungsexperten Professor Dr. Joachim Gardemann vom Sudan-Einsatz 2004. Gardemann leitet heute das Kompetenzzentrum für humanitäre Hilfe an der Fachhochschule in Münster.

Das Jugendrotkreuz schließlich brachte wie schon bei der Museumseröffnung 2011 eine bewegende symbolische Inszenierung auf die Bühne, die das ganze humanitäre Anliegen der Rotkreuzbewegung auf den Punkt brachte: Jugendrotkreuzler brachten überflüssige Nahrungsmittel und Getränke, Spielsachen und Kuscheltiere, aber auch, symbolisiert durch Bücher und Hefte, Bildung über eine mehr und mehr abgetragene Mauer von den Kindern der reichen Welt zu denen auf der anderen, der unterprivilegierten Seite.

Insofern habe die Rotkreuzbewegung durchaus eine humanistisch-christliche, ja fast kirchliche Dimension, sagte Rolf Zimmermann am Schluss. Zuvor hatte Diakon und Rotkreuzmann Manfred Lang ein jüdisches Sprichwort zitiert: „Wer ein Leben rettet, rettet die ganze Welt . . .“    

 pp/Agentur ProfiPress

 

 

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