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„130.000 Euro verzockt“

Harald Mießeler spricht vor Schülern über seine Spielsucht – Auch Landrat Günter Rosenke kam zum Vortrag ins städtische Mechernicher Gymnasium

Vor Schülern und Lehrern des städtischen Gymnasiums Am Turmhof und der städtischen Hauptschule Mechernich klärte der ehemalige Au-tomatenspielsüchtige Harald Mießeler über die Gefahren der Spielsucht auf. Foto: Bernhard Karst/GAT/pp/Agentur ProfiPress

Mechernich – „Menschen warnen und wachrütteln“, das ist das erklärte Ziel von Harald Mießeler. Schon über 40 Vorträge hat der in Lorbach im Stadtgebiet Mechernich lebende 50-Jährige inzwischen gehalten, um seine Zuhörer über die Gefahren der Spielsucht aufzuklären. Zum wiederholten Mal kam Mießeler zu diesem Zweck auch ans städtische Gymnasium Am Turmhof Mechernich (GAT). In der Aula der Schule machte er den Gymnasiasten der Jahrgangsstufe 8 sowie zahlreichen Hauptschülern die Gefahren der Spielsucht begreiflich.

Anschaulich und in der für ihn typischen unverblümten Sprache schilderte Mießeler den Beginn seiner Spielsucht im Alter von 17 Jahren. Waren es zunächst nur ein paar Mark, die er in die Automaten der Spielhöllen einwarf, steigerte sich dieser Betrag rasch. „Schon nach drei bis vier Monaten beherrschte mich die Sucht“, bekannte er offen gegenüber seinen jungen Zuhörern.

Wie im Rausch habe er häufig bis zu 20 Stunden am Stück gespielt und insgesamt „ein Vermögen von 130.000 Euro verzockt“. Während seiner fast zwölf Jahre dauernden Abhängigkeit habe er als Folge sechs Jobs verloren, zahlreiche Mietwohnungen verlassen müssen und auch das Erbe seiner Freundin in Höhe von 20.000 Euro verspielt. Zur Finanzierung seiner krankhaften Spielsucht sei er kriminell geworden und habe zahlreiche Postpakte entwendet und deren Inhalt zu Geld gemacht.

Um diesem Teufelskreis zu entkommen, versuchte Mießeler, seinem Leben ein Ende zu setzen. Er fuhr mit einem gestohlenen Pkw gegen einen Pfeiler, überlebte den Suizidversuch jedoch schwer verletzt und spielte nach kurzer Zeit umso intensiver. „Einmal in dieser Hölle, immer in dieser Hölle“, fasst er diese Erfahrungen zusammen. Erst als er sich selbst eingestehen konnte, dass er krank war, änderte sich Mießeler und unternahm ernsthafte Anstrengungen, um aus seiner persönlichen Krise herauszukommen.

Das Publikum zeigte sich beeindruckt von der Offenheit des Redners. Viele Schüler bedankten sich im Anschluss an den Vortrag bei Mießeler.

Auch Landrat Günter Rosenke sowie Schulleiter Josef van de Gey hoben in kurzen Ansprachen die Bedeutung von Mießelers Engagement hervor. Van de Gey bedankte sich auch bei Lehrerin Janine Löblich. Sie hatte die Organisation der von der Stadt Mechernich initiierten Veranstaltung übernommen.

Bernhard Karst/GAT/pp/Agentur ProfiPress

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